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Lokales 1141 neue Wohnungen wurden 2017 in Leipzig gebaut – 2337 genehmigt
Leipzig Lokales 1141 neue Wohnungen wurden 2017 in Leipzig gebaut – 2337 genehmigt
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15:21 18.07.2018
Neu gebaute Wohnungen in Leipzig-Schleußig. (Archivfoto) Quelle: Armin Kühne
Leipzig

Im vergangenen Jahr sind im gesamten Leipziger Stadtgebiet insgesamt 1141 neue Wohnungen entstanden. Das ergab eine Anfrage von LVZ.de beim Amt für Statistik und Wahlen. Im gleichen Zeitraum wuchs die Messestadt allerdings auch um zusätzliche 10.578 Einwohner an. Die Differenz zwischen beiden Werten macht klar: Der Druck auf den Leipziger Wohnungsmarkt nimmt weiter zu. Passend dazu wurde in dieser Woche auch eine Studie veröffentlich, die klar aufzeigt: Leipzig hat beim Wohnungsbau einigen Nachholbedarf.

Immerhin: Im Vergleich zur Vergangenheit kommt der Wohnungsbaumotor in Leipzig langsam auf Touren. Erstmals seit 2001 wurden innerhalb eines Jahres in Leipzig wieder mehr als 1000 neue Wohnungen fertiggestellt. Die meisten Neubau-Unterkünfte entstanden dabei in den Stadtteilen Zentrum-Ost (+159), in Connewitz (+117) und in Reudnitz-Thonberg (+108). Zudem hält auch die Sanierungstätigkeit in vielen Quartieren noch an. Insgesamt 502 Altbau-Wohnungen wurden im vergangenen Jahr im gesamten Stadtgebiet runderneuert – die meisten davon in Reudnitz-Thonberg (105), Möckern (79), Grünau-Mitte (66) und im Zentrum-Ost (55). Letztlich kommt man so auf 1643 fertig gestellte und (wieder) bezugsfertige Wohnungen anno 2017.

Studie vergleicht Wohnungsbau in Großstädten

Im Bundesvergleich ist das allerdings noch ziemlich mau. In einer Studie des Institute for Research in Economic and Fiscal Issues (IREF) landet Leipzig hinsichtlich seiner Wohnungsbautätigkeit auf den hinteren Plätzen. Die Wirtschaftsforscher haben die fertig gestellten Unterkünfte in den zehn größten deutschen Städten auf jeweils 1000 Einwohner heruntergerechnet, um sie miteinander vergleichen zu können. Leipzig schafft es mit einem Quotienten von 2,7 neuen Wohnungen pro 1000 Einwohnern auf Platz sieben vor Dortmund, Essen und Köln. Allerdings ist die Messestadt auch deutlich abgeschlagen hinter Frankfurt/Main, München, Düsseldorf, Berlin, Hamburg und Stuttgart. In der Hauptstadt wurden im vergangenen Jahr beispielsweise 15.669 neue Wohnungen fertigstellt – 4,22 pro 1000 Einwohner.

Zur Wahrheit gehört aber auch: So extrem, wie die Märkte für Mietwohnungen in den anderen Großstädten sind, ist die Lage in Leipzig noch nicht. Zudem könnte sich die Situation in den kommenden Jahren auch wieder etwas mehr entschärfen, denn die Zahl der erteilten Baugenehmigung erreichte 2017 einen neuen Höchststand: Zulassungen für insgesamt 2337 Neubauwohnungen wurden im Dezernat von Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) zuletzt erteilt. Dazu kommen 715 genehmigte Wohnungssanierungen. Die mit Abstand meisten Baugenehmigungen gingen nach Connewitz: 312 neue Wohnungen in 39 Gebäuden (ohne Wohnheime) können dort jetzt entstehen. Ebenfalls im Leipziger Wohnungsbau-Fokus: das Zentrum-West (206 neue Wohnungen), Zentrum-Ost (152), Südvorstadt und Schönau (jeweils 149), Zentrum-Süd (131) und Reudnitz-Thonberg (108). In der IREF-Studie wird die Zahl an Baugenehmigungen im vergangenen Jahr in Leipzig übrigens mit einem Mittelplatz im Ranking belohnt.

Leerstand erheblich geschrumpft

Aktuell gibt es in Leipzig wohl knapp 340.000 marktaktive Wohnungen. Wie viele davon noch leer stehen, aber bezugsfertig sind, lässt sich nicht genau beziffern. Bei der letzten kommunalen Schätzung für das Jahr 2015 wurden etwa 10.000 unbewohnte, aber nutzbare Wohnungen genannt. In den vier Jahren zuvor hatte sich der einstmals weithin gepriesene Leerstand praktisch halbiert und angesichts der Bevölkerungsentwicklung seither ist davon auszugehen, dass es inzwischen wohl kaum mehr als 5.000 noch verfügbare Wohnungen in Leipzig sind.

Das hat unter anderem auch Effekte auf den Wohnungsmarkt in der Mieterstadt Leipzig. Allein im vergangenen Jahr stieg die durchschnittliche Kaltmiete in Leipzig um 23 Cent auf 5,62 Euro pro Quadratmeter, teilet die Stadtverwaltung Ende Juni mit. Weil vor allem im preiswerten Segment inzwischen Wohnungen knapp werden, versucht die Kommune aktiv durch die Förderung von sozialem Wohnungsbau mit 20 Millionen Euro in den kommenden Jahren, die Durchsetzung einer Sozialquote von 30 Prozent bei Neubauprojekten in der Stadt und nicht zuletzt die Sicherung von bezahlbaren Wohnungen entgegenzusteuern. Wie die Baubürgermeisterin zuletzt erklärte, konnten für etwa 1000 solcher Sozialunterkünfte langfristige Verträge mit den Besitzern abgeschlossen werden.

Von Matthias Puppe

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