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Zwölfte Leipziger Narrenpredigt im Paulinum

Auf Heinz Unglaub folgt Pfarrer Wessihuber Zwölfte Leipziger Narrenpredigt im Paulinum

Gute Laune beim Gottesdienst am Faschingssonntag in der neuen Leipziger Paulinerkirche: Erstmals hielt Theologieprofessor Marco Frenschkowski die traditionelle Narrenpredigt. Seine Kunstfigur: Pfarrer Wessihuber.

Das Paulinum der Universität Leipzig war bei der zwölften Narrenpredigt fast voll besetzt.

Quelle: André Kempner

Leipzig. „Unter den Theologen der Universität gibt es außer mir weitere Narren“, sagte Rüdiger Lux vor einem Jahr. Damals beendete der emeritierte Professor der Theologie seine Tätigkeit als Narrenprediger. Elfmal stand Lux jeweils am Sonntag Estomihi, dem letzten vor dem Beginn der Passionszeit, vor seiner Gemeinde und referierte heiter und hintersinnig über Gott und die Welt. Seine Predigten und die von ihm daheim ersonnene Kunstfigur Heinz Unglaub aus der Platte in Grünau erlangten über die Jahre sogar Kultstatus.

Lux und Unglaub sind Geschichte. Nun heißen die Protagonisten Marco Frenschkowski und Pfarrer Wessihuber. Professor Frenschkowski ist seit 2011 Direktor des Instituts für Neutestamentliche Wissenschaft – und der Neue im Ehrenamt des Predigers zur Narrenzeit. „Sie kennen mich noch nicht, Sie werden mich aber kennenlernen“, sagt der Theologe zu Beginn des Universitätsgottesdienstes am Sonntag in der fast voll besetzten neuen Paulinerkirche.

Musikalisch auf gewohnt hohem Niveau umrahmt, wird die andächtig-launige Stunde von Universitätsmusikdirektor David Timm (Orgel und Klavier) und Reiko Brockelt (Saxophon) auch mit Tönen, die sonst eher nicht in einem Gottesdienst erklingen.

Frenschkowski spricht in Reimen. Das kann er, manch familiäre Feier habe er schon damit in Schwung gebracht. Gebürtig aus Hamburg, will er sich freilich nicht als Karnevalsfan bezeichnen. Seine Predigt steht unter dem Motto „Pfarrer Wessihubers erste närrische Ansprache – Das Lied von den zehn kleinen Opferlein“.

Der Professor in der Bütt lässt das Leben hierzulande Revue passieren und will den Menschen den Spiegel vorhalten. Alltag findet statt. Mann und Frau zum Beispiel, „sie wissen’s immer ganz genau, zu lachen haben beide nicht, im Ehekrieg folgt Schicht auf Schicht …“ – „Der Pessimist war Nummer acht, den auch das größte Lebensglück nicht aus dem Jammern rausgebracht …“ – „Opferlein die sechs und sieben kennt er aus der Nachbarschaft … Der eine war ein Gutmensch. Sein Nachbar war ein Wutmensch: Die lebten Wand an Wand. Am Morgen trifft man sich im Flur und kommt gleich mächtig aus der Spur …“

Oder, ganz aktuell zu verstehen: „Opfer viele hat die Politik: Man haut sie gern in die Physik, oder in die Pfanne auch nach gutem alten Stammtischbrauch. Laut schreit man da: Au weh, au weh! Da kommt sie ja, die …“

Nach fast halbstündiger Unterhaltung heißt es: „Von der Kanzel steigt er heiter, seine Gedanken sind schon weiter, und zum Schluss, in Jesu Namen, sagt er mit allen: Amen, Amen. Und die Gnade sei mit allen, bis es auch die letzten schnallen …“

Den Geist von Heinz Unglaub hat Frenschkowski noch nicht vertrieben. Neue Botschaften von Pfarrer Wessihuber in einem Jahr.

Von Thomas Mayer

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