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120 Termine im Architektursommer

120 Termine im Architektursommer

Freunde schöner Bauten erwartet ein außergewöhnlicher Sommer. Gemeinsam mit vielen Helfern plant die Architektenkammer Sachsen einen Veranstaltungsmarathon, der Leipzig und Umgebung von ihrer maritimen Seite zeigt.

Die LVZ sprach darüber mit Projektleiterin Christiane Domke von der Architektenkammer und mit Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD).

Frage: Wie kam es zur Idee, den Architektursommer nach Leipzig zu holen?

Christiane Domke: 2008 fand der erste große Architektursommer in Chemnitz statt. Wir wollen so ein Ereignis in Sachsen alle zwei Jahre veranstalten. Ganz wichtig für die Wahl pro Leipzig war ein Workshop im vergangenen Jahr, bei dem es ebenfalls schon um das Thema Bauen am Wasser ging. Dort hatte die Zusammenarbeit zwischen Architektenkammer, Stadt, IHK und Landesdirektion bereits sehr gut geklappt. Das wollten wir gern weiterführen. Der Architektursommer ist die geeignete Form dafür.

Das Thema der mehr als 100 Veranstaltungen lautet nun „Architektur ans Wasser - Baukultur ist Lebenskultur“. Eine Erkenntnis aus dem Workshop?

Martin zur Nedden: Ein wichtiges Ergebnis. Der Titel drückt aus, dass beim Bauen am Wasser nicht nur eine hohe technische Qualität gefragt ist, sondern auch eine hohe gestalterische Qualität. Dann kann die Wiederbelebung angrenzender Stadtviertel oder von Industriebrachen im Umfeld am ehesten gelingen. Gut zu beobachten ist das hier in Plagwitz am Karl-Heine-Kanal, wo wir dieses Interview führen. Durch die Projekte zur Expo 2000 wurde eine hohe Gestaltungsqualität vorgegeben. Sie erhielt auch international Preise, beförderte viele Bauvorhaben ringsum und strahlt bis heute auf sie aus.

Christiane Domke: Wer verrohrte Flüsse freilegt oder Tagebaue in Seen verwandelt, der betreibt außerdem Landschaftsarchitektur. Das wirkt direkt auf die Lebensqualität, denn die Stadt und ihre Bewohner rücken so ans Wasser.

Über 100 Veranstaltungen, wer bezahlt das alles?

Christiane Domke: Es sind jetzt schon 120 Termine und weitere Teilnehmer können sich noch gerne melden. Wir haben kein großes Budget, aber viele Verbündete. Neben den schon erwähnten Partnern sind das Vereine wie Wasserstadt, Neue Ufer und der Werkbund Sachsen. Auch private Bauherren, Architekten, die HTWK, LMBV, das Kommunale Forum Südraum und nicht zuletzt die Commerzbank, die uns das große Foyer vom Bankgebäude am Dittrichring 5-9 als zentralen Veranstaltungsort und für die Dauerausstellungen zur Verfügung stellt. Dort wird der Architektursommer am 15. Mai offiziell eröffnet.

Martin zur Nedden: Über diesen Ort sind wir sehr glücklich, denn das Gebäude war eines der ersten in Leipzig, das an einem wieder freigelegten Wasserlauf entstand. Es zeigt hervorragend, was mit guter Architektur am Wasser möglich ist. Und bietet eine große Terrasse, wo man bei schönem Wetter das Programm nach draußen verlegen kann.

Christiane Domke: Zudem wird Thomas Tiltmann die Fassade des Bank-Verwaltungsbaus mit Fotofolien zu unserem Thema künstlerisch beleben. Er kommt von der Hochschule Merseburg, unserem Partner aus Sachsen-Anhalt. Die Hochschule sorgt für Musik, Tanz, Film und Fotografie, Beiträge, die sich mit Baukultur im übertragenen Sinne beschäftigen.

Auf welches Publikum zielen Sie ab?

Martin zur Nedden: Es sollen möglichst viele Menschen für qualitätsvolle Architektur am Wasser sensibilisiert werden. Wir hoffen, dabei auch Dinge ins Blickfeld rücken zu können, die noch nicht so bekannt sind. Etwa der rollstuhlgerechte Badesteg am Cospudener See oder der Strömungskanal auf dem DHfK-Gelände. Auch der Blick von Leipzig nach außen wird geschärft - zum Beispiel durch Exkursionen zur IBA nach Sachsen-Anhalt und zum Bauforum in Dresden. Im Rahmen der Initiative Koopstadt gibt es Vorträge über Projekte in Bremen und Nürnberg, wo jetzt aufgegebene Teile des Hafens beziehungsweise Areale an der Pegnitz wieder in die Stadt integriert werden. Die Initiative Städte ans Wasser aus dem Ruhrgebiet wird erste Ergebnisse vorstellen. Hinzu kommen Weiterbildungen für die Fachwelt: Planer, Architekten...

Christiane Domke: Der Architektursommer dauert fünf Monate. Er schlägt damit Brücken zwischen Großveranstaltungen wie dem Tag der Architektur im Juni, dem Wasserfest im August, dem Tag des offenen Denkmals im September und der Wasserstadtkonferenz im Oktober. Nächsten Montag beginnt in Leipzig der Internationale Bäderkongress.

Was ist mit den Gewässern ringsum?

Christiane Domke: Sie spielen natürlich eine wichtige Rolle bei dem Marathon. Das reicht vom Probezelten und Theater am Zwenkauer See über das Vineta-Projekt am Störmthaler See bis zu neuartigen Bootshäusern am Hainer See. Am Tag Blau, dem 20. August, wird der Bogen sogar noch weiter bis nach Thüringen und Sachsen-Anhalt gespannt.

Wo liegen denn die Herausforderungen in Sachen Baukultur an den Seen?

Christiane Domke: Es taucht immer wieder das Problem auf, mit der Landschaft behutsam umzugehen. Nicht alles zuzubetonieren, sondern Uferformen und Bauten verschieden zu entwickeln.

Martin zur Nedden: Die Seen müssen unterschiedliche thematische Schwerpunkte herausbilden, damit keine Beliebigkeit entsteht. Sonst sind die Touristen schnell wieder weg. Wir stehen in Konkurrenz zu anderen Regionen, die ebenfalls solche Seen-Gebiete entwickeln. Das ist kein Selbstläufer.

Ein Gedanke, der sich auf die Pläne für den Lindenauer Hafen und für den Leipziger Stadthafen übertragen lässt?

Martin zur Nedden: In der Tat wollen wir auch da Besonderes schaffen, um die Hoffnungen, die auf dem Gewässerverbund ruhen, erfüllen zu können. Der Architektursommer ist also zugleich ein Aufruf an alle Akteure, sich beim Bauen am Wasser für eine hohe Gestaltungsqualität einzusetzen. Am 27. August stellen wir die aktualisierten Pläne für den Lindenauer Hafen unter dem programmatischen Titel „Ein Schiff wird kommen“ vor. Darüber hinaus lädt Spaziergangsforscher Bertram Weisshaar zu Architektur-Exkursionen am Karl-Heine-Kanal ein. So weit ich ihn kenne, sind das sicher keine ganz normalen Spaziergänge.

Jens_Rometsch

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