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1200 Menschen gedenken ermordetem Kamal K. in Leipzig – Polizeipräsenz kritisiert

1200 Menschen gedenken ermordetem Kamal K. in Leipzig – Polizeipräsenz kritisiert

Etwa 1200 Menschen haben am Samstag in Leipzig mit einer Demonstration an die Ermordung von Kamal K. vor zwei Jahren und anderer Opfer rassistischer Gewalt in Leipzig erinnert.

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Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Der 19-jährige Iraker war im Oktober 2010 vor dem Hauptbahnhof von zwei Männern angesprochen und aufgrund seiner ausländischen Herkunft niedergestochen worden. Er starb kurz nach dem Angriff an seinen schweren Stichverletzungen. Die Initiatoren bezeichneten den Marsch am Sonntag als „unmissverständliches Zeichen gegen den rassistischen Normalzustand“ bei dem an Menschen erinnert wurde, „die durch menschenverachtende Gewalt sogar ihr Leben lassen mussten.“

Die von mehreren Hundertschaften der Polizei begleitete Demonstration führte von der Südvorstadt über den Tatort im Mordfall Kamal K. in der Leipziger City bis hin zum Büro der rechtsextremen NPD im Stadtteil Lindenau. Wie Polizeisprecher Daniel Kapferer gegenüber LVZ-Online sagte, kam es dabei zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. „Es gab vereinzelte Böllerwürfe, aber im Allgemeinen war es ein sehr friedlicher Verlauf der Demo“, sagte Kapferer am Samstagabend.

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Leipzig. Die Zahl rechtsmotivierter und rassistischer Übergriffe in Sachsen ist im Jahr 2012 leicht gesunken. 155 Gewaltdelikte zählten die Opferberatungsstellen des RAA Sachsen e.V., von denen 215 Menschen betroffen waren. Im Jahr zuvor wurden 186 Übergriffe bekannt. „Ein Rückgang ist vor allem in Leipzig und Dresden zu beobachten“, so Sprecherin Andrea Hübler.

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Dagegen beklagten die Initiatoren am Sonntag eine zu hohe Präsenz der Einsatzkräfte. „Der vollkommen überdimensionierte Einsatz beweist, dass antirassistische und antifaschistische Praxis dem Staat ein Dorn sind“, sagte Sprecherin Miriam Schleicher und fügte an: „Teilweise umschlossen drei- bis vierreihige Polizeieinheiten den Zug – so dass das inhaltliche Anliegen zum Teil nicht mehr transportiert werden konnte.“

Schon im Vorfeld der Demonstration hatten die Veranstalter Kritik an Politik und Behörden geübt, weil jene ihrer Meinung nach Rassismus bagatellisieren würden. Laut einer Auflistung der Amadeu-Antonio-Stiftung soll es seit 1990 mindestens 183 rechtsmotivierte Morde im Land gegeben haben, wovon bisher allerdings erst 63 auch von der Bundesrepublik als solche anerkannt wurden, hieß es in einer Stellungnahme.

Die beiden Neonazis, die für den Tod von Kamal K. in Leipzig verantwortlich waren, wurden 2011 zu Gefängnisstrafen verurteilt. Der 33 Jahre alte Haupttäter erhielt 13 Jahre Haft wegen Mordes. Zudem wurde anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet. Der 29 Jahre alte Kumpan des Haupttäters wurde zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts wurde der Iraker ausgewählt, weil er ausländisch aussah.

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Matthias Puppe

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