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Lokales 1300 Leuchten mit Quecksilberdampf warten auf ihre Rente
Leipzig Lokales 1300 Leuchten mit Quecksilberdampf warten auf ihre Rente
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00:27 12.09.2015
Unter anderem vor dem Neuen Rathaus leuchten noch Quecksilberdampflampen .
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Leipzig

Natriumdampf, Halogenmetalldampf, Leuchtstoff, Kompaktleuchtstoff, LED oder Quecksilberdampf – der Lampenarten gibt es in Leipzig viele. Besonders letztere – weiß-bläulich leuchtend – sind aus ökologischer Sicht bedenklich. Während andere Kommunen wie das nahe Halle diese bereits komplett aus dem Stadtbild eliminiert haben, warten in der Messestadt immerhin noch 1300 auf ihre Leuchten-Rente.

„Ja, in Leipzig gibt es noch besagte Anzahl Leuchten mit Quecksilberdampflampen“, bestätigt Michael Jana, Leiter des Verkehrs- und Tiefbauamtes, auf LVZ-Anfrage. Und fügt praktisch im selben Atemzug hinzu, dass die Straßenbeleuchtung „bereits seit den 1970er-Jahren sehr energiewirtschaftlich betrieben“ wird. „Über 92 Prozent der Straßenleuchten werden mit Natriumdampfhochdrucklampen betrieben, die immer noch zu den energiewirtschaftlichsten Leuchtmitteln in der Außenbeleuchtung gehören“, erläutert Jana. Mit der Entwicklung der LED-Technologie würden künftig verstärkt Leuchten mit derartigen Modulen eingesetzt.

„Die Umstellung auf moderne LED-Leuchten ist ein langwieriger Prozess und wird schrittweise erfolgen“, sagt der Amtschef. Bei der Errichtung von neuen Anlagen würden aber überwiegend diese neuen Technologien eingesetzt. „Die Umrüstung von Leuchten ist von den uns zur Verfügung gestellten finanziellen Mitteln abhängig“, bremst Jana vor allzu viel Euphorie. Und kann deshalb auch noch keinen genauen Zeitpunkt für die Leuchten-Rente der Quecksilberdampflampen nennen. LED-Leuchten seien kostenintensiver als die bisher verwendeten konventionellen Leuchten.

Doch haben die modernen Lampen durchaus positive Effekte – sie verbrauchen deutlich weniger Strom. „Die Einsparung von Energie bei der Umstellung auf LED-Leuchten betragen zwischen 50 und 60 Prozent – abhängig von der Beleuchtungsaufgabe“, erklärt Leipzigs oberster Hüter aller Lampen. Gegenwärtig werde ein Strategieplan zur weiteren Umsetzung energieeffizienter Leuchten in der Stadt Leipzig erarbeitet.

Und nicht nur das: Von 2011 bis 2013 wurde das Modellprojekt „Intelligente Stadtbeleuchtung“ realisiert. „Im Innenstadtbereich sind in diesem Zusammenhang 360 historische Schinkelleuchten mit Metallhochdrucklampen durch LED-Module ersetzt worden“, berichtet Jana. Was mit einer 73-prozentigen Reduzierung der Anschlussleistung einher ging. Außerdem: „Der City-Ring wurde auf neu entwickelte Metallhalogendampflampen mit weißem Licht umgerüstet. Dieses führte zu einer Energieeinsparung von über 50 Prozent“, zählt der Amtschef auf.

Die Stadt Leipzig verfolgt letztlich nach Angaben von Jana schon seit Jahrzehnten eine Strategie des effizienten Energieeinsatzes in der öffentlichen Beleuchtung – „mit dem Grundsatz einer flächendeckenden und durchgängigen Beleuchtung des öffentlichen Raumes“. Durch die rasante Entwicklung der LEDs und der zunehmenden Leistungsfähigkeit hätten diese Module vermehrt Einzug in die Außenbeleuchtung gefunden.

In Sachen Licht nicht unwichtig: „Leipzig verfügt über eine hochmoderne automatische Zentralsteuerung der Straßenbeleuchtung, die es ermöglicht, nahezu alle Beleuchtungsanlagen zeitgleich zu schalten, aktuelle Schaltzustände abzurufen sowie eine Leistungsreduzierung in den verkehrsschwachen Zeiten von 22 bis 6 Uhr von geeigneten Leuchten durchzuführen“, betont Jana. Die Energieeinsparung allein dadurch betrage 30 Prozent. Für sein Amt als Betreiber der Anlagen sei es interessant, die gewonnenen Erfahrungen bezüglich der lichttechnischen Werte und der neuen Steuerungsvarianten auszuwerten und die entsprechenden Schlussfolgerungen für zukünftige Strategien zu entwickeln.

Übrigens: In Leipzig gibt es 48 497 Lichtpunkte, 51 100 Leuchten und 56 378 Lampen.

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