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140 Fernbusse am Tag: Haltestelle Leipzig-Goethestraße verstopft - Gefährlicher Einstieg

140 Fernbusse am Tag: Haltestelle Leipzig-Goethestraße verstopft - Gefährlicher Einstieg

Gepäck verladen mitten auf der Straße, Fahrgäste als lebende Blockade für den Auto- und Straßenbahnverkehr: Ein- und Aussteigen an der Fernbus-Haltestelle Goethestraße in Leipzig ist bei Hochbetrieb gefährlich.

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Bei Hochbetrieb kann das Ein- und Aussteigen an der Fernbushaltestelle Goethestraße in Leipzig gefährlich werden. (Archivbild)

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Auch beim Marktführer meinfernbus.de betrachten die Fahrer die Situation mit Sorge, bestätigte das Unternehmen auf Anfrage von LVZ-Online.

140 Busse steuern laut Fahrplänen freitags die Goethestraße an, so das Leipziger Verkehrs- und Tiefbauamt. An anderen Tagen seien es 115 bis 130 Fahrzeuge. 40 bis 50 Abfahrten in Leipzig bietet allein meinfernbus.de pro Tag an, mit 47 Prozent Marktführer der Branche. Eine Haltestellenordnung gibt es in der Goethestraße nicht, die Busse parken hintereinander so, wie sie ankommen. Reisende irren hin- und her, um ihre Plätze zu finden, schildert meinfernbus.de-Sprecher Jörn Roßberg. Das Gepäck werde von beiden Seiten in den Bauch der Fahrzeuge verladen, dabei bewegen sich Fahrer und Reisende zwangsläufig auch auf den Straßenbahnschienen.

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Leipzig. Gepäck verladen mitten auf der Straße, Fahrgäste als lebende Blockade für den Auto- und Straßenbahnverkehr: Ein- und Aussteigen an der Fernbus-Haltestelle Goethestraße in Leipzig ist bei Hochbetrieb gefährlich. Auch beim Marktführer meinfernbus.de betrachten die Fahrer die Situation mit Sorge, bestätigte das Unternehmen auf Anfrage von LVZ-Online.

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„Mit der zentralen Lage in der City sind wir sehr zufrieden“, so Roßberg. Zur Service-Situation sei man im Gespräch mit der Stadt und an einer einvernehmlichen Lösung interessiert. Auch aus anderen Städten kennt der Anbieter das Problem. Vergleichbar sei Dresden. Dort rollen ebenfalls täglich rund 40 Busse der Berliner an. In der Landeshauptstadt gebe es jetzt aber konkrete Pläne für einen zentralen Busbahnhof.

Zentrale Bushaltestelle im Hauptbahnhof offenbar zu teuer

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Das Konzept des Umweltbundes Ökolöwe zum neuen Fernbus-Bahnhof.

Quelle: Ökolöwe Umweltbund

Seit Monaten drängen die Ratsfraktionen auch in Leipzig auf Lösungsvorschläge für so einen Knoten, inklusive Fahrradparkplätzen und Parkmöglichkeiten für Anbieter von Mitfahrgelegenheiten. Das Baudezernat hält sich bedeckt, verweist auf Anfrage lediglich auf Gespräche mit Eigentümern von Flächen an der West- und Ostseite des Hauptbahnhofs.

Dabei scheint eine Variante schon vom Tisch zu sein: Die Umweltorganisation Ökolöwe hatte einen Entwurf für die Integration einer zentralen Haltestelle in den Hauptbahnhof auf den Gleisen 1-5 ins Spiel gebracht. Zu teuer und nicht umzusetzen – diese Botschaft nahm Jens Herrmann-Kambach, verkehrspolitischer Sprecher der Linken, von einem öffentlichen Forum zum Thema Verkehrskonzept von Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) mit. Derzeit werde um Flächen auf der Ostseite gerungen, südlich des Bahn-Stellwerks bis zum Taxi-Stand Richtung Ring, sagte der Stadtrat.

Linke fordern öffentlichen Workshop

Für Hermann-Kambach steht fest: „So geht’s nicht weiter an der Goethestraße.“ Neben dem Verkehrs- und Sicherheitsproblem verweist er auf weitere Schwierigkeiten: Nur ein Unterstellhäuschen bei Wind und Wetter, lediglich eine Toilette für zeitweise 50 bis 60 Wartende. Bei gutem Wetter hielten sich die Wartenden auch oft im Park am Schwanenteich auf. Dort fehlen Papierkörbe, so dass die Grünabnalage zugemüllt werde. Um endlich zu kreativen Busbahnhof-Vorschlägen zu kommen, soll die Stadt noch in diesem Jahr einen öffentlichen Workshop, fordert der Abgeordnete. "Wenn man keine Initiative ergreift, macht man sich abhängig."

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Roland Quester, Referent im Baudezernat.

Quelle: André Kempner

Das Baudezernat winkt ab. Beim derzeitigen Stand der Verhandlungen stünde eine öffentliche Diskussion zur Nutzung nicht an, so Roland Quester, Referent von Baubürgermeisterin Dubrau. Quester mahnt an, dass die Fernbusbetreiber laut Gesetz in der Pflicht seien, sich um ihre Stationen zu kümmern. Man müsse bei einer neuen Lösung auch über eine Mitfinanzierung durch Nutzungsgebühren nachdenken. Noch sei die Situation an der Goethestraße aber zu handhaben - wenn auch beileibe nicht komfortabel für die Reisenden.

Dass der Freistaat im August für die großen Städte rund vier Millionen Euro für den Ausbau von Fernbusstationen in Aussicht stellte, betrachtet Leipzig bisher nur als Absichtserklärung. Quester: „Der Landtag hat sich gerade erst konstituiert. Das Geld ist noch nicht in den Haushalt eingestellt.“

Evelyn ter Vehn

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