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Lokales Tausende Leipziger feiern den Zoo-Geburtstag
Leipzig Lokales Tausende Leipziger feiern den Zoo-Geburtstag
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15:58 10.06.2018
Auch Victor Illes (25) und Polina Kokorina (20) kamen am Wochenende zum Zoo-Geburtstag. Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Am Pfingstwochenende 1878 bestaunen die Leipziger erstmals Kängurus, Papageien und Löwen im Leipziger Zoo. Trotz zweier Weltkriege, wirtschaftlicher Engpässe und politisch unruhiger Zeiten hat sich der Zoologische Garten an der Pfaffendorfer Straße behauptet. Seit knapp 20 Jahren läuft das ehrgeizige Projekt „Zoo der Zukunft“, durch das sich die Anlage stetig verändert. Neue Themenwelten und das Plädoyer für eine artgerechte Tierhaltung machen den Leipziger Zoo weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Er ist beliebt wie nie, das beweist auch das zweite Juni-Wochenende 2018. Exakt 140 Jahre nach der Eröffnung feiern Zoologischer Garten und tausende Besucher den runden Geburtstag. Und die Fans haben einiges zu erzählen:

Seit 140 Jahren können Besucher im Leipziger Zoo Tiere bestaunen. Am Wochenende wurde der Geburtstag groß gefeiert.

Polina Kokorina und Victor Illes sind in Leipzig geboren und aufgewachsen. Beide waren schon als Kinder begeistert von den exotischen Geschöpfen im Zoo. „Raubkatzen sind noch heute die Tiere, auf die ich mich am meisten freue“, erzählt der 25-jährige Victor, während er einen anmutigen Amurtiger beobachtet. Dem Paar ist die positive Entwicklung des Areals in den zurückliegenden Jahren nicht verborgen geblieben. Wenn sich die 20-jährige Polina an ihre frühe Kindheit erinnert, fällt ihr der markante Geruch im Raubtierhaus ein. „Das war alles andere als angenehm“, sagt sie. Passé, das Raubtierhaus ist Geschichte. Die großen Katzen haben heutzutage Auslauf. „Keine Frage, unser Zoo hat sich gemausert“, sind sich die beiden einig: „Er ist mit Abstand der beste Zoo, den wir kennen.“

Als Polina später aufs Max-Klinger-Gymnasium ging, standen regelmäßig Ausflüge auf dem Plan – Tiere füttern inbegriffen. Nasenbär Max war das Patentier der Schule. „Das war total toll für uns – interaktiv und hautnah“, schildert sie. Vor einem Jahr steckte die junge Frau mitten in der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin am hiesigen Universitätsklinikum. „Mit den Bewohnern eines Leipziger Seniorenheims besuchten wir Gondwanaland und viele andere Bereiche. Ich war erstaunt und begeistert, dass der Zoo mit Rollstuhl überall zugänglich ist“, sagt sie.

Dürften Polina und Victor am Konzept etwas ändern, wären das die Preise für die Verpflegung. „Mit Kindern, die irgendwann mal Hunger bekommen und etwas essen und trinken wollen, ist ein Zoo-Besuch kostenintensiv.“ Die Eintrittspreise – Tageskarte im Sommer für Erwachsene 21 Euro, für Kinder von 6 bis 16 Jahre 13 Euro, für eine Familie mit maximal zwei Erwachsenen (Eltern oder Großeltern) 51 Euro – finden beide hingegen gerechtfertigt. Victor wünscht sich darüber hinaus eine GPS-App für den Rundgang: „Oft wussten wir nicht, wo wir gerade sind. Eine mobile App für Besucher wäre zur Orientierung hilfreich“, sagt er.

Der Zoo Leipzig feiert vom 8. bis 10. Juni 2018 seinen 140. Geburtstag. Sehen Sie hier Impressionen vom Samstag.

Marie Badjinga (28) aus Gohlis ist von der offenen Gestaltung des Areals begeistert. Viermal im Monat geht die Jahreskarten-Inhaberin mit ihren drei Kindern Estelle (5), Cédric (3) und Ylvie (3 Monate) in den Zoo. Hin und wieder auch nur für einen Spaziergang. „Hier gibt es Wasserstellen und Spielplätze – alles, was das Kinderherz begehrt.“ Die 28-Jährige war als junges Mädchen selber oft hier und kann sich noch gut an die einstige Haltung der tierischen Bewohner erinnern: „Früher ging es von Käfig zu Käfig. Heutzutage ist der Zoo ein einziges Erlebnis. Die Tiere in den Anlagen zu suchen, das ist total spannend“, schwärmt sie. Einen Wunsch hat die Studentin wohl: „Mehr Sitzbänke und Mülleimer wären nützlich.“

Im Alter von drei Jahren beobachtete Nadine Skusa (42) zum ersten Mal Tiere im Leipziger Zoo. „Der Park hat sich extrem entwickelt. Früher waren große Tiere auf engstem Raum eingefercht, heute leben sie artgerecht und haben viel mehr Freiraum“, sagt die Mutter aus Grimma. Einmal im Jahr zieht es sie und ihre Kinder Sarah (13) und Tom (9) an die Pfaffendorfer Straße. Die Eintrittspreise lassen sie allerdings ein wenig schlucken. Diese seien „am oberen Limit“, merkt sie an. „Wenn’s günstiger wäre, wären wir bestimmt öfters hier.“

Vielleicht denkt Nadine Skusa ja mal über eine Familienjahreskarte nach. Die habe sich nach drei, vier Besuchen amortisiert, erzählen die Grundmanns aus Merseburg. Sie schwärmen vor allem für eins: die Riesentropenhalle Gondwanaland, im Jahr 2011 eröffnet. „Die ist der Hammer!“, heißt es unisono.

Von Maria Sandig

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