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Lokales 140 Jahre Zoo: Leipziger erinnern sich an Besuche in der Kindheit
Leipzig Lokales 140 Jahre Zoo: Leipziger erinnern sich an Besuche in der Kindheit
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12:40 11.06.2018
Begeistert vom Zoo und von der neuen Südamerika-Anlage: Marie Badjinga mit ihren Kindern Estelle (rechts), Cédric und Ylvie (in der Trage).
Leipzig

Am Pfingstwochenende 1878 bestaunen die Leipziger erstmals Kängurus, Papa-geien und Löwen im Zoo. Trotz zweier Weltkriege, wirtschaftlicher Engpässe und politisch unruhiger Zeiten hat sich der Zoologische Garten an der Pfaffendorfer Straße behauptet. Seit knapp 20 Jahren läuft das ehrgeizige Projekt „Zoo der Zukunft“, durch das sich die Anlage stetig verändert. Neue Themenwelten und das Plädoyer für eine artgerechte Tierhaltung machen den Leipziger Zoo weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Er ist beliebt wie nie – das beweist auch das zweite Juni-Wochenende 2018. Exakt 140 Jahre nach der Eröffnung feiern Zoologischer Garten und Tausende Besucher den runden Geburtstag.

Markanter Geruch im einstigen Raubtierhaus

Polina Kokorina und Victor Illes sind in Leipzig geboren und aufgewachsen. Beide waren schon als Kinder begeistert von den exotischen Geschöpfen im Zoo. Raubkatzen sind noch heute die Tiere, auf die ich mich am meisten freue“, erzählt der 25-jährige Victor, während er einen anmutigen Amurtiger beobachtet.

Dem Paar ist die positive Entwicklung des Areals in den zurückliegenden Jahren nicht verborgen geblieben. Wenn sich die 20-jährige Polina an ihre frühe Kindheit erinnert, fällt ihr der markante Geruch im Raubtierhaus ein. „Das war alles andere als angenehm“, sagt sie. Das Raubtierhaus ist Geschichte. Die großen Katzen haben seit vielen Jahren Auslauf. „Keine Frage, unser Zoo hat sich gemausert“, sind sich die beiden einig. „Er ist mit Abstand der beste, den wir kennen.“

Victor Illes (25) und Polina Kokorina (20) genießen den Tag im Zoo. Quelle: André Kempner

Als Polina später aufs Max-Klinger-Gymnasium ging, standen regelmäßig Ausflüge auf dem Plan – Tiere füttern inbegriffen. Nasenbär Max war das Patentier der Schule. „Das war total toll für uns – interaktiv und hautnah“, sagt sie. Vor einem Jahr steckte die junge Frau mitten in der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin am hiesigen Universitätsklinikum. „Mit den Bewohnern eines Seniorenheims besuchten wir das Gondwanaland und viele andere Bereiche. Ich war erstaunt und begeistert, dass der Zoo mit Rollstuhl überall zugänglich ist.“ Dürften Polina und Victor am Konzept etwas ändern, wären das die Preise für die Verpflegung. „Mit Kindern, die irgendwann mal Hunger bekommen, etwas essen und trinken wollen, ist ein Zoo-Besuch bestimmt extrem kostenintensiv.“ Die Eintrittspreise finden beide hingegen gerechtfertigt.

„Mehr Bänke und Mülleimer wären nützlich“

Eine Tageskarte für Erwachsene kostet im Sommer 21 Euro, für Kinder von sechs bis 16 Jahren 13 Euro. Familien mit maximal zwei Erwachsenen (Eltern oder Großeltern) zahlen 51 Euro. Victor wünscht sich darüber hinaus eine GPS-App für den Rundgang: „Oft wissen wir nicht, wo wir gerade sind. Eine mobile App für Besucher wäre zur Orientierung hilfreich“, sagt er.

Marie Badjinga aus Gohlis ist von der offenen Gestaltung des Areals begeistert. Die Leipzigerin hat eine Jahreskarte und geht mehrmals im Monat mit ihren drei Kindern Estelle (5), Cédric (3) und Ylvie (3 Monate) in den Zoo. Hin und wieder auch nur für einen Spaziergang. „Hier gibt es Wasserstellen und Spielplätze – alles, was das Kinderherz begehrt.“ Die 28-Jährige war als junges Mädchen oft hier und kann sich noch gut an die einstige Haltung der tierischen Bewohner erinnern: „Früher ging es von Käfig zu Käfig. Heutzutage ist der Zoo ein einziges Erlebnis. Die Tiere in den Anlagen zu suchen, das ist total spannend“, schwärmt sie. Einen Wunsch hat die Studentin dennoch: „Mehr Sitzbänke und Mülleimer wären nützlich.“

Mehr Freiraum für Tiere

Im Alter von drei Jahren beobachtete Nadine Skusa (42) hier zum ersten Mal Löwen und Nashörner. „Der Park hat sich extrem entwickelt. Früher waren große Tiere auf engstem Raum eingepfercht, nun leben sie artgerecht und haben viel mehr Freiraum“, sagt die Mutter aus Grimma. Einmal im Jahr zieht es sie und ihre Kinder Sarah (13) und Tom (9) an die Pfaffendorfer Straße. Die Eintrittspreise lassen sie allerdings ein wenig schlucken. Diese seien „am oberen Limit“, merkt sie an. „Wenn’s günstiger wäre, würden wir den Leipziger Zoo bestimmt öfter besuchen.“

In dieser Situation ist eine Familienjahreskarte möglicherweise sinnvoll. Diese habe sich nach drei, vier Besuchen rentiert, sagt Familie
Grundmann aus Merseburg. Sie schwärmt vor allem für die Riesentropenhalle Gondwanaland, die im Jahr 2011 öffnete: „Die ist der Hammer!“

Von Maria Sandig

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