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Lokales 140 junge Leipziger dürfen nicht auf ihre Wunschschule
Leipzig Lokales 140 junge Leipziger dürfen nicht auf ihre Wunschschule
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Viele junge Leipziger dürfen nicht auf ihre Wunschschule. (Archivfoto) Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Die Bildungsstätten sind in vielen Fällen hoffnungslos überbucht. "Deshalb konnten wir weder Erst-, Zweit- noch Drittwunsch erfüllen", erklärt Roman Schulz, Sprecher der Bildungsagentur Leipzig, auf LVZ-Nachfrage.

Betroffen ist beispielsweise die zehnjährige Nobis aus Dölitz, die die 8. Grundschule besucht. Acht ihrer Freunde dürfen ab Sommer aufs Louise-Otto-Peters-Gymnasium in der Bornaischen Straße in Connewitz wechseln - sie als einzige nicht. Stattdessen wurde das Mädchen nach dem Losverfahren umgelenkt. Nobis soll künftig aufs Gymnasium Telemannstraße, das zu Schuljahrsbeginn zunächst im Interim Gohlis startet (ehemaliges Gebäude der Erich-Kästner-Grundschule an der Erfurter Straße). Dabei fährt sie sogar an einer weiteren Wunschschule vorbei, dem Kant-Gymnasium in der Scharnhorststraße. "Das ist wohl die stupideste Lösung von allen", sagt Vater Steffen Kollmus. Er verstehe die Zuweisung nicht. Das Louise-Otto-Peters-Gymnasium habe im Vorjahr vier fünfte Klassen aufgenommen, in diesem Jahr nur drei.

1688 junge Leipziger streben dieses Jahr aufs Gymnasium, einige mussten ein besonderes Auswahlverfahren mit Aufnahmeprüfung absolvieren - für eine vertiefte Ausbildung auf dem Ostwald-Gymnasium, dem Reclam-Gymnasium sowie dem Sportgymnasium. 1522 Mädchen und Jungen streben eine Klasse ohne vertiefte Ausbildung an - acht Schulen waren dabei besonders nachgefragt. Spitzenreiter bei den Anmeldungen sind diesmal Humboldt (151), Kant und Reclam (je 134) sowie Schumann (132) - inklusiver Wiederholer. Weil die Obergrenze schnell erreicht war, mussten 202 Schüler nach dem Losverfahren umgelenkt werden - 110 bekamen so keine Schule ihrer Wahl. So werden 67 aufs Interim des Gymnasiums Telemannstraße sowie weitere 27 aufs Interim des Gymnasiums Schönefeld in der Löbauer Straße geschickt.

"Wir sind froh, dass die Kapazitäten ausreichen. Viel Luft ist aber nicht mehr", so Schulz. Glücklich sei er mit der Situation nicht: "Der Schulträger Stadt stellt aber nur eine bestimmte Anzahl von Gebäuden bereit." Freie Plätze gebe es lediglich am Gymnasium Schönefeld sowie am Brockhaus-Gymnasium Mockau für je zwei Klassen. Die werden aber gebraucht, um bei Bedarf Kinder, die auf eine Freie Schule wollten, oder Zuzügler aufzunehmen. Die Situation sei vergleichbar mit jener im Vorjahr. Da einige Eltern gegen den Bescheid geklagt haben, sitzen in vielen Klassen mehr Kinder als eigentlich erlaubt. Um die Situation zu entschärfen, entsteht in Schönefeld das Gymnasium Gorkistraße (bis 2017). An der Telemannstraße ist zwar das Baufeld eingezäunt, einen Baustart gab es aber noch nicht. Jenes Haus soll eigentlich bis 2017/18 fertig sein - für bis zu 1200 Schüler.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.06.2015
Mathias Orbeck

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