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15. DIVI-Kongress in Leipzig regt Reformen im Krankenhaus-System an

Problemfeld Notaufnahme 15. DIVI-Kongress in Leipzig regt Reformen im Krankenhaus-System an

Wohin mit dem kranken Kind? Das ist eine der Schwerpunktfragen, mit denen sich die Teilnehmer des 15. DIVI-Kongresses im Congress Center Leipzig derzeit auseinandersetzen. Auch über die wirtschaftliche Schieflage vieler Notaufnahmen diskutieren die Mediziner – und haben einige Lösungsvorschläge parat.

Beim 15. DIVI-Kongress im Congress Center Leipzig ging es auch um bessere Transportwege für Patienten – wie mit diesem Helikopter.
 

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig.  “Qualität trifft Ökonomie“. Unter diesem Motto tauschen sich derzeit rund 3500 Teilnehmer des 15. Kongresses der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) über die aktuelle Situation in ihrem Berufsfeld aus. Die Veranstaltung findet bereits zum dritten Mal im Congress Center auf der Leipziger Messe statt.

Ein Schwerpunkt liegt bei der Veranstaltung in diesem Jahr auf den speziell auf Kinder ausgerichteten Notaufnahmen. Zwar sei in Deutschland mit rund 77 Kinderintensivstationen eine nahezu flächendeckende Versorgung gewährleistet. Jedoch bestehe nach wie vor Nachbesserungsbedarf bei der Zuweisung von speziellen Notfällen, wie etwa einer schweren Meningokokken-Infektion, erklärte Prof. Dr. Gerhard Jorch von der Universitätskinderklinik Magdeburg gegenüber der Presse. 

Denn nicht immer sei das nächstgelegene Krankenhaus auch das richtige für solch besonders schwere Fälle, so der DIVI-Präsident. „Nicht jeder ist für alles zuständig und gerüstet“, erläuterte Jorch die Problematik. In den entsprechenden Richtlinien sei zwar festgeschrieben, dass ein Patient immer in das nächstgelegene, geeignete Krankenhaus zu transportieren sei. „Die Betonung liegt hier aber auf dem zweiten Adjektiv.“ Das von der Politik geäußerte Lob, dass nahezu überall in Deutschland die nächste Klinik in einem Umkreis von knapp 20 Kilometern zu erreichen sei, erweise sich daher oft als Falle – nämlich dann, wenn diese nicht für den entsprechenden Notfall gerüstet sei. Die Problematik müsse noch stärker in den Köpfen des Rettungspersonals verankert werden.

Qualität gegen Wirtschaftlichkeit

Weiteren Handlungsbedarf sieht Jorch auch bei der wirtschaftlichen Schieflage vieler Notaufnahmen. Die von den Krankenkassen ins Spiel gebrachte Querfinanzierung der Stationen über die stationäre Aufnahme von Patienten decke bei Weitem nicht die tatsächlichen Kosten.

„Eine Notaufnahme ist immer ein Zuschussgeschäft“, so Jorch. Die generelle personelle Unterversorgung in vielen Notaufnahmen werde zudem zusätzlich dadurch verschlimmert, dass mittlerweile viele Patienten die Einrichtungen aufsuchten, obwohl sie lediglich einen Facharzt benötigten – und so wichtiges Personal binden, das dann an anderer Stelle fehle. Ein möglicher Ansatz, um die finanzielle Schieflage auszugleichen, besteht laut DIVI in der Einrichtung von regionalen Notfallzentren. Diese könnten nach verschiedenen Kategorien gestaffelt sein.

DIVI-Präsident Prof Dr Gerhard Jorch

DIVI-Präsident Prof. Dr. Gerhard Jorch

Quelle: DIVI

Zentren der Kategorie I könnten überregional tätig sein, während Kategorie-II-Einrichtungen nur über eine eingeschränkte Zahl stationärer Fachabteilungen verfügen würden. In Kategorie III fänden sich ambulante Versorgungszentren, die etwa in ländlichen Gebieten ohne eigenes Krankenhaus denkbar wären. Wichtig sei bei dieser Staffelung natürlich die enge Verzahnung der Zentren mit den kassenärztlichen Notdiensten, Notärzten und Rettungsdiensten, damit Patienten schnell ihrem Leiden entsprechend verteilt werden könnten. Kein Problem sieht die DIVI in den daraus resultierenden, teils längeren Anfahrtswegen zu den jeweiligen Standorten. Mittlerweile sei gerade der Luftweg per Helikopter deutlich einfacher nutzbar als noch in vergangenen Jahren.

Erfolgreich gegen Keime

Erfolge konnte die DIVI auf dem Gebiet der Krankenhaushygiene vermelden. So seien mittlerweile mehr als 900 Intensivstationen in ganz Deutschland im sogenannten Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) organisiert und hätten neue Konzepte zur wirksamen Bekämpfung von multiresistenten Keimen in Krankenhäusern entwickelt. Beispielsweise würden Intensivpatienten nun häufig einer täglichen Ganzkörperwaschung mit Antiseptika unterzogen, um so das Risiko einer Infektion oder Verbreitung weiter einzudämmen.

Von Bastian Fischer

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