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173 Jahre Energieversorgung: Von der Gaslaterne zur LED-Leuchte in Leipzigs City

173 Jahre Energieversorgung: Von der Gaslaterne zur LED-Leuchte in Leipzigs City

Wo früher noch Gaslaternen den Leipziger Marktplatz erhellten, sorgen schon bald moderne LED-Lampen für Erleuchtung. Einblicke in die 173-jährige Geschichte der hiesigen Energieversorgung konnten Interessierte am Mittwochabend in einem 90-minütigen Stadtrundgang bekommen.

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Straßenlaternen in der Innenstadt.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. An verschiedenen Stationen wurde allerlei Geschichtliches und Wissenswertes berichtet, so auch über die in der Innenstadt für lange Zeit betriebenen Schinkel-Laternen. Mit der Unterzeichung eines neuen Licht-Konzeptes hatte sich die Stadt entschlossen, diese nun komplett umzurüsten.

Es ist das Jahr 1836, in dem die Stadtherren den Entschluss fassen, Leipzig in Zukunft heller strahlen zu lassen. Der Bau einer Gasbeleuchtungsanstalt ist beschlossene Sache. Stein auf Stein wächst der Bau in den kommenden zwei Jahren, bis am 4. September 1838 erstmals Gaslaternen auf dem Markt, der Katharinenstraße sowie auf Teilen des Brühls, der Halleschen Straße und der Gerberstraße Licht spenden. 1895 wird das erste Elektrizitätswerk der Messestadt gegründet, 1912 wird das Stadtbad erstmalig mit Fernwärme versorgt.

Viel mehr Details, Anekdoten und interessante Fakten zu den Anfängen und der Geschichte von Leipzigs Energieversorgung wusste Rainer Schmidt, ehemaliger Kraftwerkleiter der Stadtwerke Leipzig, in seiner Tour am Mittwochabend zu berichten. Quer durch die Innenstadt führte die Route, an verschiedenen Standorten gab es Einblicke in die Energie-Evolution von Gaslaterne zu Leuchtdiode.

Schinkel-Laterne macht Platz für LED-Lampen

Und genau diese tritt ihren Siegeszug an: Von den ehemals 360 Schinkel-Laternen, die in Leipzigs Innenstadt für Durchblick sorgten, sind 260 schon durch ihr zeitgemäßes LED-Gegenstück ersetzt worden – der Rest folgt in den kommenden Monaten.

Auf einem regionalen Lichtforum hatte Oberbürgermeister Burkhardt Jung am vergangenen Freitag den Weg für ein neues Lichtkonzept geebnet – mit Unterzeichnung der so genannten LUCI-Charta für urbanes Licht setzt sich Leipzig ab sofort dafür ein, Nachhaltigkeit bei künstlicher innenstädtischer Beleuchtung zu gewährleisten. Mit der Gestaltung des Lichts in einer Stadt könnten positive soziale, ökonomische und ökologische Effekte erzielt werden, ist sich Jung sicher. Vorteil der LED-Umrüstung ist zum Beispiel, das mit den neuen Leuchtmitteln nur die Hälfte an Strom verbraucht wird.

Die Lampen auf dem Innenstadtring sollen auf weißes Licht umgestellt werden. Etwa 300.000 Euro kostet die derzeitige Modernisierung nach den Richtlinien der LUCI-Charta. Das Geld dafür stamme zu 40 Prozent aus dem Preisgeld des Bundeswettbewerbs „Energieeffiziente Stadtbeleuchtung“, bei dem die Stadt mit ihren Ideen vor zwei Jahren den dritten Platz belegte. Den Rest der Finanzen steuert die Kommune bei.

Führung von Gaswerk über Thomaskirche zu Leuschnerplatz und Magazingasse

Der geschichtliche Abriss des Stadtrundganges von Rainer Schmidt startete in der Pfaffendorfer Straße 2; erstes Etappenziel war die Eutritzscher Straße, wo das heutige Gas- und Dampfturbinenkraftwerk der Stadtwerke steht. Dort, wo einst das Gaswerk I die Anfänge von Leipzigs Energieversorgung begründete. Weiter führte der Weg in Richtung Thomaskirche, wo Schmidt die Bedeutung der Gasbeleuchtung hervorhebt und den historischen Werdegang der besagten Schinkel-Laternen skizzierte. Über den Burgplatz ging es zu Station Nummer drei, dem neuen Rathaus; hier steht noch eine funktionstüchtige Gaslaterne. Danach bat Schmidt zum Schiller-Denkmal am Wilhelm-Leuschner-Platz, dem ehemaligen Standort eines unterirdischen Umspannwerkes.

Letzter Halt der Führung: Über die Universitätsstraße ging es zur Magazingasse, zum Gebäude der Leipziger Elektrizitätswerke. Hier wurde ehemals Drehstrom in Gleichstrom umgewandelt, 1971 erfolgte der Abschluss der Gleichstromumstellung Leipzigs.

Tobias Ossyra

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