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Lokales 191 Meter hoher Funkmast – Berliner Spezialfirma startet Montage im Messegrund
Leipzig Lokales 191 Meter hoher Funkmast – Berliner Spezialfirma startet Montage im Messegrund
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00:38 03.07.2015
Im Messegrund nimmt der neue Sendemast erste Konturen an. Noch in diesem Jahr soll die projektierte Höhe von 191 Metern erreicht werden. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Das Fundament ist im Boden, jetzt beginnt sich der Riese zu recken: Spezialisten der Berliner Firma Steffens & Nölle haben mit der Montage des mächtigen Funkmasten im Messegrund begonnen. Strebe für Strebe verbinden sie auf dem Video-überwachten Areal an der Ecke Zwickauer Straße/Richard-Lehmann-Straße nahe der denkmalgeschützten Gartenstadt Marienbrunn.

Nachdem rund 250 Kubikmeter Stahlbeton versenkt worden waren, geht es nun stetig aufwärts mit der Stahlgitterkonstruktion. Noch in diesem Jahr soll die projektierte Höhe von 191 Metern erreicht werden. Bauherr ist mit der Deutschen Funkturm GmbH eine Telekom-Tochter. 170 Meter misst der eigentliche Mast, darauf aufgesetzt werden ein Blitzfangkorb und die Antennenanlage zur Ausstrahlung des digitalen terrestrischen Fernsehens (DVB-T), so dass letztlich 191 Meter zustande kommen.

Wie berichtet, hatte der Stadtrat im Oktober 2014 grünes Licht für den einschlägigen Bebauungsplan gegeben. Gegenwind kam vom Verein der Freunde Marienbrunns, der mehr Bürgerbeteiligung forderte und kritisierte, der Turm dränge sich in die Sichtachsen zum Völkerschlachtdenkmal und wäre mit seinen Ausmaßen eine Katastrophe für das Gartenstadtensemble.

Bei der entscheidenden Ratsversammlung wurde darauf verwiesen, dass es bei der Architektur des Riesen in seinem oberen Bereich Nachbesserungen in Anlehnung an die Gestalt des Eiffelturmes gegeben habe und er unverzichtbar sei, um die DVBT-Versorgung perspektivisch zu sichern.

Hintergrund: Der dafür zurzeit verwendete Schornstein an der Arno-Nitzsche-Straße, auf dem sich die Sendeanlagen befinden, darf nur noch mit Ausnahmegenehmigungen genutzt werden. Telekom-Sprecher Georg von Wagner sagte, die neue Anlage werde voraussichtlich im März 2016 vollendet sein. Der Koloss wird nicht nur eine Dominante im Stadtgebiet, sondern auch der höchste für funktechnische Zwecke errichtete freitragende Stahlfachwerkturm Deutschlands. Derzeitiger Rekordhalter dieser Bauart ist mit 160,5 Metern der 2005 eingeweihte Sendemast in Halle. Den hatten ebenfalls die Fachleute von Steffens & Nölle hochgezogen.

Das Unternehmen wirbt mit dem Slogan „Höchstleistungen – seit mehr als 100 Jahren“, wurde 1893 gegründet und zeichnete unter anderem für den seit 1926 in Berlin stehenden Funkturm verantwortlich. 2014 war es für die Spezialisten noch weit höher hinaus gegangen als jetzt in Leipzig. In Rostock montierten sie einen 225 Meter aufragenden Sendemast, der aber nicht freitragend, sondern mit Abspannseilen gesichert ist.

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