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Lokales 21 neue Stellen: Leipzig stockt Feuerwehr-Personal auf – Mediator soll Fronten aufweichen
Leipzig Lokales 21 neue Stellen: Leipzig stockt Feuerwehr-Personal auf – Mediator soll Fronten aufweichen
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11:47 18.09.2014
Protest der Feuerwehrleute - jetzt finden erstmals Gespräche mit der Stadt statt. Quelle: André Kempner
Leipzig

Nach monatelangen Protesten der Kameraden für mehr Personal und gegen unbezahlte Überstunden sind die Fronten aber verhärtet. Michael Burgkhardt (Bürgerfraktion) wurde zum Mediator berufen. Er steht vor einer schwierigen Mission.

Die Initiative zum Vermittlungsverfahren ging von den Feuerwehrleuten aus und gelangte über den Fachausschuss Umwelt und Ordnung in die Beschlussfassung. Um Neutralität zu bewahren, verließ Burgkhardt zur Abstimmung am Abend den Plenarsaal. „Dass man jetzt überhaupt miteinander redet, ist ein guter Schritt“, sagte der Chef der Bürgerfraktion am Donnerstag gegenüber LVZ-Online.

Die Feuerwehrleute und deren Gewerkschaft DFeuG bemängelten immer wieder, dass die Stadt keine ihrer Vorschläge zur Kenntnis nehme. Durch den Personalrat der Stadt fühlten sie sich nicht angemessen vertreten, betonten die Gewerkschafter auch am Mittwoch bei einer Protestkundgebung vor dem Ratssaal.

1,25 Millionen Euro für neue Stellen - aber Streitkultur fehlt

Jetzt müsse eine neue Streitkultur etabliert werden, so Burgkhardt. Als einer der dienstältesten Stadträte wisse er, wie die Mechanismen in Stadtrat und Verwaltung funktionieren. Gleichzeitig kenne er als Bundesvorsitzender der AG der Notärzte Deutschlands viele Feuerwehrleute aus der Ausbildung. „Wir haben ein vertrauensvolles Verhältnis“, so Burgkhardt. Die Brandschützer hatten sich den Abgeordneten der Bürgerfraktion ausdrücklich als Mediator gewünscht.

Das Dilemma: Noch immer arbeiten rund zwei Drittel der Leipziger Feuerwehrleute aufgrund einer individuellen Vereinbarung bis zu 52 Stunden pro Woche, vier davon unentgeltlich. Das andere Drittel hat die Abmachung widerrufen und wurde in ungeliebte 12-Stunden-Schichten eingeteilt. Nun soll für alle die 48-Stunden-Woche im 24-Stunden-Schichtsystem kommen – schrittweise. 21 Stellen müssen geschaffen, ein Budget von 1,25 Millionen Euro bereitgestellt werden. Noch 2014 sollen fünf Feuerwehrleute aus dem Rettungsdienst in den Einsatzdienst umgeschichtet werden. Dafür muss die Stadt fünf Rettungsassistenten engagieren. Weitere 16 Stellen sollen in einem Stufenmodell bis 2016 besetzt werden.

Feuerwehrleute sind Mangelware

Michael Burgkhardt (Bürgerfraktion) leitet die Mediation zwischen Leipziger Verwaltung und Feuerwehrleuten. Quelle: André Kempner

Einfach wird das nicht. „Berlin sucht gerade 200 Feuerwehrleute. Die sind schwer zu bekommen auf dem Arbeitsmarkt“, sagt Burgkhardt. Und seit vergangener Woche drängt ein neues Problem. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts ist klar: Leipzig hat den Feuerwehrleuten in der Leitstelle zu wenig Ausgleichstage gewährt und muss nachbessern. Die Kameraden sehen die Annahme der Notrufe in Gefahr.

Lutz Andree und Frank Zieger von der DFeuG erklären: „Jetzt müssen Leute aus dem Einsatzdienst, die dafür ausgebildet sind, in der Leitstelle aushelfen. Und die fehlen uns zur Besetzung der Fahrzeuge.“ Michael Burgkhardt will die Mediation in der übernächsten Woche starten. Er steht vor einer schwierigen Mission.

Evelyn ter Vehn

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