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21 neue Stolpersteine erinnern in Leipzig an verfolgte Familien während der NS-Zeit

21 neue Stolpersteine erinnern in Leipzig an verfolgte Familien während der NS-Zeit

Bitte nicht wirklich hinfallen. Aber im übertragenen Sinne „drüber stolpern" schon: Denn hinter jedem Stolperstein, jenen Mini-Erinnerungsmalen zu ebener Erde in dieser Stadt, steht ein bitteres Menschenschicksal.

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21 Stolpersteine wurden am Montag in Leipzig verlegt.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Am Montag kamen noch einmal 21 dazu. Damit sind es laut der damit befassten Leipziger Arbeitsgruppe insgesamt 180 solcher Steine, die an 87 verschiedenen Orten in Leipzig an Bürger erinnern, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen.

Der „Handwerker" rollt mit seinem Kleintransporter pünktlich am Ranstädter Steinweg 13–15 vor. Stumm hievt er seinen roten Plastikeimer mit Maurerutensilien raus und kniet Punkt 9.30 Uhr an jenem Platz nieder, der einst Naundörfchen 8 hieß und letzte Wohnstatt der Sinti-Familie Laubinger war, ehe sie Opfer einer mörderischen Rassenpolitik der Nazis wurde. Jener ältere Herr in Arbeitskluft, der da nun für die Familie zwölf erinnernde wie mahnende Stolpersteine in den Boden bringt, ist der Kölner Künstler Gunter Demnig. „So viele Steine an einer Stelle habe ich in Deutschland noch nie verlegt", meint der Initiator der ganzen Stein-Aktion.

In Leipzig gilt es an diesem Montag nun neben den bereits 2010 für die Eheleute Anna und Karl Laubinger versenkten Malen noch weitere zwölf für ihre Kinder und Enkel zu platzieren. „Angeschoben hatte das Laubinger-Projekt einst die Evangelische Jugend, doch für die Umsetzung mangelte es an Geld. Dankenswerterweise griff da der Erich-Zeigner-Haus-Verein mit in die Speichen", verweist Achim Beier von der Leipziger Arbeitsgruppe „Stolpersteine" auf eine beispielhafte Kooperation. Zu denen, die der Verein als finanzielle Unterstützer gewinnen konnte – ein Stein kostet 120 Euro – hatten letztlich viele Leipziger Bürger und Politiker gehört. Und Sachsens Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos), die nun auch persönlich der Steinsetzung beiwohnt.

Demnig setzt die kleine Maurerkelle nicht zuletzt auch im Beisein von weit her gereisten, noch lebenden Familienmitgliedern an: So in der Thomasiusstraße 23, wo Enkelin und weitere Verwandte aus den USA gekommen sind, um dem feierlichen Akt für Malka und Leopold Rabinowitsch beizuwohnen. In der Inselstraße 9 ist der 82-jährige Sohn Rolf aus Stockholm zugegen, als sein jüdischer Vater Paul Heinrich Isenstein derart Ehrung widerfährt. In Stötteritz wird für die jüdischen Eheleute Max und Edith Bergmann, die man 1942 ins Ghetto Belzyce deportierte, ein Stein verlegt.

Den vollständigen Text lesen Sie in der gedruckten Dienstags-Ausgabe der Leipziger Volkszeitung und im E-Paper.

Näheres zu Schicksalen und dem Gesamtprojekt gibt es unter www.stolpersteine-leipzig.de.

Angelika Raulien

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