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25-jähriges Jubiläum: Verein Graue Löwen mit bärenstarkem Willen

25-jähriges Jubiläum: Verein Graue Löwen mit bärenstarkem Willen

Im Leipziger Vereinsregister der Nachwendezeit wurden sie am 2. März 1990 als die Nummer 2 eingetragen - die Grauen Löwen. "Die Nummer 1 war eine deutsch-französische Gesellschaft, die aber bald schon verlorenging.

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Die Grauen Löwen organisieren vielfältige Angebote für Geist, Seele und fürs Fitbleiben.

Quelle: Patrick Seeger (Symbolfoto)

Somit sind wir der älteste aller nach 1989 gegründeten Leipziger Vereine und blicken jetzt auf unser 25-jähriges Bestehen zurück", sagt Ehrenmitglied Mia-Elisabeth Krüger (88). Gut zwei Jahrzehnte war sie selbst sozusagen die "Oberlöwin", stand an der Spitze des Vereins, den sie seinerzeit mit aus der Taufe gehoben hatte.

"1990 zog es uns wie andere Leipziger an die Runden Tische der Stadt. Weil sich für viele von uns - damals so um die 50 Jahre alt - schon abzeichnete, dass wir aus dem Arbeitsleben gedrängt werden. Die Gewerkschaft gab zu verstehen, dass sie ,nur für Werktätige' da sei. Wir aber waren entschlossen, unser Leben weiter zu gestalten, uns gegenseitig sowie anderen zu helfen und in die neue gesellschaftliche Entwicklung einzubringen", erzählt Krüger.

Nur wie das aussehen sollte, darüber driftete die bürgerbewegte Leipziger Seniorenschaft der Runden-Tische-Zeit in zwei Gruppen auseinander. Aus dem einen Teil formierten sich Leipzigs Aktive Senioren, die sich eher einem noch allseits fitten Publikum zuwandten. Und auch die Grauen Löwen verdankten dem damaligen Richtungsstreit ihre Entstehung. Von ihr sagt Krüger heute: "Es waren zwar zwei unterschiedliche Zielstellungen, die beide Vereine verfolgten. Aber beide waren und sind für Leipzig wichtig."

Im seinerzeit frisch eingerichteten Haus der Demokratie schlugen die "Löwen" ihre Zelte auf, hatten Neuland in Sachen Vereinsrecht und Finanzrecht zu betreten; initiierten zugleich aber auch einen Seniorenbeirat für Leipzig mit. In zig Gremien bringen sie sich seither ein: etwa in den Zentralen Arbeitskreis offene Seniorenarbeit der Stadt und in den Landesseniorenverband in Dresden, wo auch die heutige "Löwen"-Vorstandsfrau Iris Schick (70) mitmischt.

Vor allem aber bauten die Grauen Löwen in all den Jahren für ihresgleichen an der Pleiße vielfältige Angebote für Geist, Seele und fürs Fitbleiben auf, was heute im Schnitt monatlich bis zu 300 Senioren nutzen: etliche Kurse, Sport- und Kreativitätszirkel, Musikzirkel. Es gibt Konzert- und Museumsbesuche, gesellige Runden und Diskussionsforen, Sprechstunden zu sozialen und rechtlichen Fragen. Wer krank und nicht mehr mobil ist, wird daheim, in der Klinik oder im Altenheim, betreut. Aktuell kümmern sich zum Beispiel sieben Alltagsbegleiter und eine "Soziale Gruppe" darum. Manche, gerade Alleinstehende, so Schick, "strukturieren ihren Alltag regelrecht nach unseren Angeboten, tragen unseren gelben Handzettel mit dem Monatsprogramm ständig in der Handtasche. Sie sind dankbar, bei uns einen Ort und Ansprechpartner zu haben. So sehr, dass zu den monatlichen Geburtstagsrunden auch schon Leute kommen, die gar keinen Geburtstag haben."

Ein Renner sei der monatliche Café-Treff, wo - abgesehen von Krankheiten - über alles gesprochen werde: über Legida und Pegida, über Chauvinismus. "Das ist meine schönste Veranstaltung", beteuert die 80-jährige Ellen Roeser (80).

"Leider", sagt Schick, "ist nicht nur unser Verein älter geworden. Auch seine mittlerweile 120 Mitglieder." Im Durchschnitt bringe man es auf 80 Lenze, das älteste Mitglied sei 99. Während damit gewiss ein ungeheurer Erfahrungsschatz einhergehe, fehle es letztlich am Nachwuchs. Das mache es schwierig, zum Beispiel neue ehrenamtliche Zirkelleiter zu finden. Der langjährig gehegte Begegnungsgarten in einem innerstädtischen Kleingartenverein musste aus "Überalterungsgründen" aufgegeben werden.

"Viele von denen, die heute das Seniorenalter erreichen, bescheren Vereinen wie uns längst nicht mehr so einen Mitgliederschub wie es Mitte der 90er Jahre mal mit den Vorruheständlern im Rahmen der Aktion 55 passierte", bedauert Schick.

Im 25. Jahr ihres Bestehens legen Leipzigs Graue Löwen aber einen nahezu bärenstarken Willen an den Tag, all das von ihnen Geschaffene aufrechtzuerhalten. Symbolisch soll dafür wohl fortan auch ein Bäumchen stehen, eine Linde. Die hatten sie anlässlich ihres Geburtstages - schön in City-Nähe - bereits am Mittwoch dieser Woche in der Richard-Wagner-Straße in den Boden gebracht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.03.2015

Angelika Raulien

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