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Lokales 2500 Tonnen schwerer Brückenkoloss wird in Eisenbahntrasse über der B6 eingeschoben
Leipzig Lokales 2500 Tonnen schwerer Brückenkoloss wird in Eisenbahntrasse über der B6 eingeschoben
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23:26 28.02.2010
Ein 500 Tonnen schwerer Kran schafft Platz für den neuen 2500 Tonnen schweren Brückenkoloss an der B6. Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Nach einigen Stunden hat sie ihr Ziel erreicht. Sie verbindet nun die Gleise am östlichen Strang des Gleisdreiecks in Wahren.

Der Bau der neuen Brücke, über die ab Freitag Güterzüge mit rund 80 Stundenkilometern Tempo fahren werden, war notwendig geworden, weil darunter die neue Trasse der B6 gebaut wird. Ein 500 Tonnen schwerer Kran hatte zunächst die zwei jeweils 60 Tonnen schweren Hilfsbrücken, die im Dezember eingeschoben worden waren, demontiert, um Platz für den neuen 2500 Tonnen schweren Brückenkoloss zu schaffen.

Zwar lag das ganze Bauvorhaben im Zeitplan, aber "der Winter war schon spannend für die Bauarbeiten", sagt Christoph Bock, Abteilungsleiter Straßenbau beim Tiefbauamt. Die Brücke wurde seit Oktober vergangenen Jahres direkt neben den Hilfsbrücken gebaut, etwa 50 Meter versetzt. Damit der Beton aushärten konnte, musste die Brücke mit einem Zelt vor dem Frost geschützt und beheizt werden. "Die Heizungen liefen ab Januar im Dauerbetrieb", erklärt Bock weiter. Für ihn ist das Bauvorhaben trotz der winterlichen Widrigkeiten ein ungewöhnliches Ereignis: "Wann hat man schon mal die Möglichkeit, so einen imposanten Bau mit zu betreuen?"

Das Ereignis war nicht nur für die Beteiligten etwas Einmaliges, auch zahlreiche Zuschauer hatten auf der neuen Straßenbrücke, die über die Straße Am Viadukt führt, Posten bezogen, um von dort das Einschieben der Brücke zu beobachten. 60 Leute arbeiten derzeit durchgängig in drei Schichten, damit ab Freitag, Punkt vier Uhr morgens, wieder die Züge rollen können. Wenn die Brücke ihren Standort erreicht hat, sind alle vier im Zusammenhang mit der neuen Trasse gebauten Brücken komplett. "Die Fertigstellung der B6 ist dann für Dezember geplant", sagt Edeltraut Höfer, die Leiterin des Leipziger Tiefbauamts.

Noch vor zwei Jahren hatten hier, wo nun Riesenkräne ihre Arbeit versehen, Kleingärtner Blumen sowie Gemüse gehegt und gepflegt. Sie wurden von der Stadt, die als Bauherr auftritt, entschädigt. "Die angrenzenden Kleingartenvereine haben eine erhebliche Aufwertung erfahren", erklärt Höfer weiter. Unter anderem sei ein neues Vereinsheim entstanden. Kleingärtner, deren Gärten auf dem Gebiet der neuen Trasse lagen, bekamen andere Gärten oder wurden finanziell entschädigt. Das gesamte Bauvorhaben einschließlich der Entschädigungen kostet die Stadt Leipzig 46 Millionen Euro.

Bis Dienstag müssen nun noch die Bauwerksentwässerung eingebaut und die Brücke hinterfüllt werden. Danach werden die Gleise verlegt und die Oberleitungen installiert. Mit einem Softwarewechsel im Stellwerk Leipzig-Wahren endet dann die Sperrpause der Deutschen Bahn.

Julia Tonne

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