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Lokales 30 Bewerber für Leipziger Architekturpreis - Fotos aller Gebäude
Leipzig Lokales 30 Bewerber für Leipziger Architekturpreis - Fotos aller Gebäude
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15:01 01.10.2015
Zwei der 30 Bewerber.
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Leipzig

Bei seiner letzten Ausgabe sorgte der Architekturpreis der Stadt Leipzig für heftige Debatten. 2013 ging der Oskar für den besten Neubau in der Messestadt ausgerechnet an die S-Bahn-Station Wilhelm-Leuschner-Platz (Architekt Max Dudler aus Berlin), deren oberirdische Eingangsbauwerke bereits zuvor heftige Kritik hervorgerufen hatten. Nicht nur das Stadtforum Leipzig – ein Zusammenschluss von engagierten Denkmalschützern, Architekten und Bürgervereinen – meinte, diese Entscheidung der Jury sei ebenso deplatziert wie die beiden Ausgangsbauwerke am Rande des Schillerhains sowie inmitten des Wilhelm-Leuschner-Platzes. Andere Fachleute lobten indes den „fast schon sakralen Charakter“ der unterirdischen Schienen-Halle.

Leipzig verleiht wieder den Architektrupreis. 30 Bewerber stehen zur Auswahl.

Auch wenn in dem damaligen Disput beinahe unterging, dass die hervorragend gelungenen Gartenhofhäuser in der Audorfstraße (nahe Floßplatz, Langheinrich + Manke Architektur aus Leipzig) ebenfalls einen Preis bekommen hatten – das Beispiel beweist, dass in Leipzig gerade um moderne Architektur oft leidenschaftlich gestritten wird. Insofern gehört für die 30 Bauherren, die sich bei der nunmehr neunten Auflage um den undotierten, aber mit viel Prestige verbundenen Preis beworben haben, stets auch etwas Mut und in jedem Fall viel guter Willen zu einer angemessenen, modernen Baukultur in der europäischen Hauptstadt des Historismus mit ihren zahlreichen Gründerzeitvierteln dazu.

Der Leipziger Architekturpreis wird seit 1999 in einem Turnus von zwei Jahren an Architekten und Bauherren für Architekturleistungen von beispielhafter Qualität vergeben, erläutert Björn Teichmann vom Büro für Urbane Projekte in der Gottschedstraße. Der Stadtplaner betreut das Prozedere, das immer auch ein Spiegel der aktuellen Entwicklungen in Leipzig sei, seit langer Zeit. „Zur diesjährigen Auslobung wurden erstmals auch die Aspekte des nachhaltigen Bauens ausdrücklich in die Beurteilungskriterien aufgenommen und als wichtiger Bestandteil einer guten Gebäudeplanung mit beurteilt“, erläutert er. „Dazu wurde mit dem Architekten Matthias Fuchs aus Darmstadt ein Preisrichter in die Jury berufen, der die vom Bundesbauministerium zur Anwendung empfohlene Systematik der Nachhaltigkeitsprüfung bei Architekturwettbewerben maßgeblich mit entwickelt hat.“

Wenn am Donnerstag um 19 Uhr im Neuen Rathaus in der Unteren Wandelhalle die Sieger durch Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) bekannt gegeben werden, dann könnte also Nachhaltigkeit ein bestimmendes Thema für die hochkarätig besetze Jury gewesen sein. Den Vorsitz der fünfköpfigen Jury, deren Mitglieder stets nicht aus Leipzig kommen dürfen, hatte diesmal Amandus Sattler übernommen. Der Architekt aus München hatte in Leipzig aber unter anderem bereits zur Gestaltung des zweiten Museumswinkels beigetragen. Die lokale Kompetenz in die Entscheidung des Gremiums, das bereits am 21. August tagte, brachten die Freie Kuratorin Barbara Steiner sowie der Kunsthistoriker Professor Thomas Topfstedt ein.

„Die Auszeichnung soll dazu beitragen, das Bewusstsein für eine zeitgemäße und innovative Gestaltungsqualität der baulichen Umwelt zu schärfen und Maßstäbe für die Lösung von Bauaufgaben mit Mitteln zeitgenössischer Architektur zu setzen“, fährt Stadtplaner Teichmann fort. Besondere Beachtung fänden Projekte, die richtungsweisende Antworten auf die aktuellen Fragestellungen der Leipziger Stadtentwicklung sowie der Bau- und Planungskultur im Allgemeinen liefern. Kein Wunder also, dass es bei den Einreichungen vor allem um Wohnungs- und Sozialbauten ging. „Dieser Jahrgang spiegelt deutlich die spezifischen Bauaufgaben der stark wachsenden Stadt Leipzig wider“, sagt teichmann. „Erstmals dominieren Projekte des innerstädtischen Geschosswohnungsbaus, dicht gefolgt von allein sieben Kindertagesstätten und drei weiteren Bildungsbauten.“

Für den Architekturpreis der Stadt Leipzig 2015 konnten Bauwerke und Freiraumgestaltungen aller Art und Nutzung eingereicht werden, die in den Jahren 2012 bis 2015 im Stadtgebiet fertig gestellt worden sind. Auch Umbauten waren zugelassen, sofern sie eine eigene schöpferische Gestaltungsleistung der Architekten erkennen ließen.

Die Preise und lobenden Erwähnungen werden den Architekten und Bauherren am 1. Oktober 2015 bei einem Festakt in der unteren Wandelhalle des Neuen Rathauses der Stadt Leipzig verliehen. Es ist zugleich der krönende Abschluss des Leipziger Architektursommers, in dessen Rahmen in den vergangenen Monaten etliche Veranstaltungen durch die Architektenkammer und viele Partner organisiert worden waren. Vom 2. bis 30. Oktober folgt eine Ausstellung aller eingereichten Objekte am selben Ort. Die Öffnungszeiten lauten: Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr, Freitag von 8 bis 15 Uhr.

Zur Ausstellung erscheint wieder ein farbiger Katalog, der über die Geschäftsstelle Architekturpreis beim Stadtplanungsamt der Stadt Leipzig gegen eine Schutzgebühr von fünf Euro bezogen werden kann (E-Mail: architekturpreis@leipzig.de).

Die nächste Auslobung des Oscars der hiesigen Architektur ist für das Jahr 2017 vorgesehen. Dann können Bauten eingereicht werden, deren Fertigstellung in die Jahre 2014 bis 2017 fällt.

Von Jens Rometsch

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