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329 Neu-Leipziger aus 54 Staaten empfangen: "Sie tun uns gut!"

329 Neu-Leipziger aus 54 Staaten empfangen: "Sie tun uns gut!"

In der Oberen Wandelhalle des Neuen Rathauses gibt es traditionell zu Beginn eines jeden Jahres einen kleinen Festakt, der sich gestern wiederholte: Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) begrüßte Neu-Leipziger, sprich all jene, die im Vorjahr einen deutschen Pass erhielten.

Insgesamt 329 Personen aus 54 Staaten waren das. Die meisten - 58 Frauen und Männer - stammen aus Vietnam, aus der Ukraine (45), der Russischen Föderation (27) und dem Irak (19). Es kamen aber auch Menschen aus Ungarn, Südkorea, Brasilien, Kuba, Madagaskar, Sri Lanka und Benin. Oder - wie Shoovdor Sieler - aus der Mongolei. Die 36-Jährige ist seit 15 Jahren an der Pleiße zu Hause. "Ich habe hier Erziehungswissenschaften studiert, meine große Liebe kennengelernt, ich arbeite in den Awo-Werkstätten Sachsen-West, bin im ,Projekt Barrieren überwinden'. Ich lebe vollständig Integration und Inklusion", meinte sie lächelnd. Drei Jahre dauerte es, bis sie den deutschen Pass in den Händen hielt. "Weniger von deutscher Seite. Es brauchte auf mongolischer so lange, bis man mich dort aus der alten Staatsbürgerschaft entließ." Jetzt aber freue sie sich darüber, dass sie mit dem neuen Dokument problemlos überallhin reisen könne, was vorher nicht so ging.

Für Shoovdor Sielers Landsmännin Cholpan Jasaabuu, eine 40-jährige Ärztin, war die angestrebte Approbation ein wichtiger Grund für ihren Staatsbürgerschaftswechsel. "Die darf ich hier nur als Deutsche oder Bürgerin der Europäischen Union machen."

"Egal, aus welchem Land Sie kamen, in dem Moment, wo Sie in Leipzig sind, sind Sie Leipziger. Und so möchten wir unser Leipzig auch haben - mit Ihnen. Sie tun uns gut!", lautete die herzliche Botschaft von Stadtoberhaupt Jung an alle "Neuen". Unter denen übrigens ein Herr aus Griechenland mit 77 Lenzen der älteste war. Die älteste Dame war eine 76-jährige Ukrainerin. Und die jüngsten: ein einjähriger Junge aus dem Jemen und ein dreijähriges Mädchen aus der Slowakei.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.01.2014

Angelika Raulien

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