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Lokales 3500 Lehrer streiken am Freitag in Leipzig für mehr Lohn - sächsische Regierung bleibt hart
Leipzig Lokales 3500 Lehrer streiken am Freitag in Leipzig für mehr Lohn - sächsische Regierung bleibt hart
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21:17 15.11.2012
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Allein in Leipzig versammelten sich 3500 Lehrer zu einer Kundgebung vor dem Volkshaus.

Insgesamt beteiligten sich 5500 Lehrer am Freitag in Leipzig und Umgebung an dem Warnstreik. Am höchsten war die Beteiligung nach Angaben des Sächsischen Lehrerverbandes an Mittelschulen und Gymnasien. Dort legten rund 80 Prozent der Lehrkräfte ihre Arbeit nieder.

Eltern, deren Kinder wegen des Streiks nicht in die Schule gehen können, sind im Vorfeld mit einem Brief informiert worden. In dem Schreiben bitten die Beteiligten um Verständnis für den Ausfall des Unterrichts am Freitag. "Die Beschäftigten im Schulbereich sehen sich zu dieser Aktion gezwungen, weil das Sächsische Staatsministerium der Finanzen Verhandlungen zu einem Demografie-Tarifvertrag und zur Altersteilzeit weiterhin kategorisch ablehnt und damit zusätzliche Neueinstellungen von jungen Lehrerinnen und Lehrern verhindert", heißt es in der Mitteilung an die Erziehungsberechtigten. 

An den ersten beiden Aktionstagen in den Regionen Dresden (Mittwoch) und Chemnitz (Donnerstag) hatten sich nach Angaben der Organisatoren zusammen rund 10.000 Lehrer an den Protesten beteiligt. Viele Schulen blieben geschlossen, in manchen gab es nur eingeschränkten Unterricht.

Die Lehrer wollen damit den Druck auf das Land erhöhen, einen Tarifvertrag zur Altersteilzeit abzuschließen. Mit einer Gehaltserhöhung können sie trotz der Proteste nicht rechnen. Dies machte Kultusministerin Brunhild Kurth (parteilos) am Donnerstag in einem LVZ-Interview deutlich. Sie sei glücklich darüber, dass im Ergebnis der Haushaltsberatungen Grundschullehrer im Gehalt hochgestuft würden. „Sicher wäre es schön gewesen, auch bei Lehrern für die Mittel- und Förderschulen aufzustocken, aber die Messen sind jetzt gelesen. Die Entscheidung ist gefallen“, sagte Kurth.

Auch ihr Kabinettskollege, Finanzminister Georg Unland (CDU), lehnt die Forderungen der Pädagogen ab. In einem Interview der Chemnitzer „Freien Presse“ führte er den Streik auf einen „Machtkampf um Mitglieder“ zwischen zwei Gewerkschaften zurück. „Die schaukeln sich jetzt hoch - auf dem Rücken der Schüler und Eltern. Dafür habe ich kein Verständnis“, sagte er dem Blatt.

Aufgerufen zur dreitägigen Warnstreik-Serie hatte neben dem Sächsischen Lehrerverband (SLV) auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

dpa/dapd/agri

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