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Lokales 3500 Teilnehmer: Kongress zur Intensiv- und Notfallmedizin startet in Leipzig
Leipzig Lokales 3500 Teilnehmer: Kongress zur Intensiv- und Notfallmedizin startet in Leipzig
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11:09 02.12.2015
Höhenrettungsübung bei einem früheren Kongress der Intensiv- und Notfallmediziner auf Leipzigs Neuer Messe.   Quelle: André Kempner
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Er verwies auf eine Studie, wonach ein Krankenhaus pro Notfall im Durchschnitt 32 Euro bekommt, die Kosten aber bei 126 Euro liegen. Zwar sehe das Krankenhaus-Strukturgesetz, das zum 1. Januar in Kraft treten soll, eine Aufwertung der Notaufnahmen vor, aber das müsse dann „in allen Punkten“ auch umgesetzt werden, so Seekamp. Nötig wäre eine Verbesserung und nachhaltige Finanzierung der ambulanten und klinischen Versorgung von Patienten mit akuten Erkrankungen und Verletzungen. Zu erwägen sei unter anderem die Einrichtung regionaler Notfallzentren, anstatt in Flächenstaaten mit wenig Bevölkerung wie Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern unrentable Kliniken zu betreiben, nur um die Notfallversorgung sicherzustellen.

Nach 2011 und 2013 wird der Kongress bereits zum dritten Mal in Leipzig ausgerichtet, vereint bis zum Freitag rund 3500 Experten und steht unter dem Motto „Qualität trifft Ökonomie“. Flankiert wird die Konferenz, auf der es rund 500 Vorträge und 40 Workshops gibt, von einer Industrieausstellung sowie diversen Live-Demonstrationen. So fährt die Leipziger Berufsfeuerwehr schweres Gerät auf und führt eine Höhenrettung vor. Der Sanitätsdienst der Bundeswehr ist ebenfalls vertreten, und es gibt Führungen durch eine extra aufgebaute Frühchen-Intensivstation.

Einer der Tagungsschwerpunkte rankt sich um die Behandlung von Kindern: In Deutschland gibt es 77 pädiatrische Intensivstationen. Um die Versorgung weiter zu optimieren, sei der Aufbau eines bundesweiten Netzwerkes sinnvoll, erklärte Divi-Chef Professor Gerhard Jorch, der die Uni-Kinderklinik in Magdeburg leitet. Angesichts des Zustroms von Flüchtlingen wurden drei Vorträge ins Programm genommen, die sich mit den dahingehenden medizinischen Herausforderungen befassen.

Am Donnerstag wird – einer Kongresstradition folgend – wieder der Divi-Charity-Lauf gestartet. Der Erlös geht an den Verein „Kinderhilfe Organtransplantation – Sportler für Organspende“. Als Schirmherr fungiert Hartwig Gauder, der 1980 in Moskau den Olympiasieg im Gehen holte und seit 1997 mit einem Spenderherz lebt. Zur Tagung reist auch eine hochkarätig besetzte Delegation aus China an.

Von Mario Beck

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