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45-jähriger Leipziger kehrt aus Liberia mit Ebolaverdacht nach Hause – Erster Test negativ

45-jähriger Leipziger kehrt aus Liberia mit Ebolaverdacht nach Hause – Erster Test negativ

Wegen einer möglichen Ebola-Erkrankung wird ein 45-jähriger Leipziger Familienvater seit Samstagabend im St. Georg Klinikum behandelt. Wie das Krankenhaus bei einer Pressekonferenz am Sonntag mitteilte, war der Mann vor einer Woche von einer Geschäftsreise aus dem westafrikanischen Liberia zurückgekehrt.

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Das Klinikum St. Georg in Leipzig. (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Als er hohes Fieber, Gelenkschmerzen, Erbrechen und Durchfall bekam, informierte er die Klinik. Gemeinsam mit dem Leipziger Gesundheitsamt riefen die Ärzte den Quarantäne-Fall aus.

Laut ersten Laboruntersuchungen, die seit Sonntagnachmittag vorliegen, ist der Mann allerdings nicht an Ebola erkrankt. „Es kommen insgesamt 200 mögliche Viren-Infektionen in Betracht“, sagte der leitende Oberarzt Thomas Grünewald. Ein endgültiges Ergebnis wird spätestens am Dienstag erwartet, in der Regel würden damit aber die ersten Tests bestätigt. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass die Krankheits-Symptome bei dem Patienten in ein bis zwei Wochen ohne weitere Folgen abklingen, so Grünewald.

Der Leipziger war in die liberianische Hauptstadt Monrovia gereist, um geschäftliche Kontakte zu den dortigen Ministerial-Behörden aufzubauen. Bereits während seines Aufenthalts habe er sich wegen Anzeichen einer Erkrankung in ärztliche Behandlung begeben. „Das war einer der Gründe, den Quarantänefall auszurufen. Der Patient war in der Ebola-Schwerpunktregion und hatte Kontakt zum Gesundheitssystem, wodurch es die große Gefahr einer Ansteckung gab“, erklärte Grünewald. Die Ärzte in Monrovia hätten zunächst Malaria diagnostiziert. Das schlossen die Leipziger Mediziner aber auch aus.

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"Die ersten Testergebnisse deuten nicht auf eine Ebola-Infektion hin", sagte der behandelnde Oberarzt Thomas Grünewald bei der Pressekonferenz.

Quelle: Andreas Döring

Vorsichtshalber seien nach Bekanntwerden des Ebola-Verdachts alle Personen ermittelt worden, mit denen der Mann seit seiner Heimkehr in Berührung kam, sagte Nils Lahl, Leiter für Infektionsschutz und Umweltkrankheiten am Leipziger Gesundheitsamt. Laut den Ärzten habe der 45-Jährige um die Gefahr einer Ebola-Erkrankung gewusst und sich entsprechend verantwortungsvoll verhalten. In Leipzig habe er außer mit seiner Familie mit niemandem Kontakt aufgenommen. So habe er die Ansteckungsgefahr für andere minimieren wollen. „Da die Partnerin und die beiden gemeinsamen Kinder bislang keine Symptome zeigen, haben wir sie nur unter Beobachtung gestellt“, so Lahl.

Die Familie halte sich zu Hause auf. Die Kinder seien vorübergehend vom Schul- bzw. Kitabesuch ausgeschlossen, bis durch das endgültige Ergebnis Entwarnung gegeben werden könne, so Lahl. Die Gefahr weiterer Ebola-Erkrankungen sei allerdings gering. Die Krankheit könne erst nach Ausbruch übertragen werden, erklärte Oberarzt Grünewald. Die Angehörigen zeigten bislang allerdings keinerlei Symptome. Ebola wird über Körperflüssigkeiten übertragen.

„Der Fall zeigt, dass wir in Deutschland nun häufiger mit Ebola-Verdachtsmomenten rechnen müssen“, sagte Bernhard Ruf, Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin am St. Georg. Das Krankenhaus habe erst einen Tag vor dem Anruf des 45-Jährigen den Quarantänefall geprobt und sei daher gut vorbereitet gewesen. Es ist eine von neun Kliniken in Deutschland, die für die Isolierung und Behandlung von Patienten mit Ebola eingerichtet sind. Daneben gibt es Sonderisolierstationen in Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt (Main), Stuttgart und München. Laut Ruf liege die große Gefahr der Krankheit darin, dass sie zu Organversagen führen könne und sehr geringe Mengen an Viren für eine Ansteckung ausreichen.

chg / mpu

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