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Lokales 450 Linksalternative demonstrieren in Leipzig gegen die Polizei
Leipzig Lokales 450 Linksalternative demonstrieren in Leipzig gegen die Polizei
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20:36 30.12.2009
Etwa 450 Demonstranten aus dem linksalternativen Spektrum demonstrierten gegen die Polizei. Quelle: Robert Berlin
Leipzig

Die Ordner vom veranstaltenden Ladenschluss-Bündnis waren ausgesprochen bemüht und freundlich, die Stimmung der Zielgruppe gegenüber dem Großaufgebot an Polizei jedoch merklich gereizt. Es ging schließlich gegen „repressive staatliche Maßnahmen, mit denen politisch und kulturell Aktive im Jahr 2009 konfrontiert waren“, wie es im Demo-Aufruf hieß. In diesem Milieu wird die Polizei als Hauptgegner empfunden, wie Transparente und Schilder im Marschblock deutlich machten.

Polizeipräsident Horst Wawrzynski war wie immer persönlich vor Ort. „Man muss die Stimmung selbst erleben, um sich ein Bild von der Lage machen zu können“, erklärte er. „Wir hoffen, dass es während der Veranstaltung zu keinen größeren Störungen kommt.“

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Gewiss, es wurde im Demo-Block durchaus ausgiebig Alkohol getrunken und auch mancher Silvesterböller gezündet. Normalerweise sind dies eindeutige Verstöße gegen die Auflagen für die Demonstration. Doch die Polizei war bei dieser Antirepressionsdemo einen Tag vor dem Jahreswechsel zu besonders zurückhaltendem und sensiblem Agieren angehalten, ließ mithin manches durchgehen. „Das Recht der Versammlungsfreiheit gilt viel, da ist bei Verstößen gegen Auflagen auch die Frage der Verhältnismäßigkeit zu berücksichtigen“, erklärte Polizeisprecherin Maria Braunsdorf. Bis 20.30 Uhr habe es keine ernsthaften Zwischenfälle gegeben. Auch die Verkehrseinschränkungen hielten sich in Grenzen, da Straßen nur punktuell gesperrt wurden.

Nach dem Demonstrationsbeginn am Schumannplatz zogen die Teilnehmer durch die Südvorstadt zum Peterssteinweg, wo gegen 19.30 Uhr die erste Zwischenkundgebung stattfand. Über Windmühlenstraße, Arthur-Hoffmann- und Bernhard-Göring-Straße marschierten die Demonstranten zum Südplatz und schließlich zur Abschlusskundgebung am Wiedebachplatz in Connewitz. Dort wurde die Demonstration gegen 21.20 Uhr von der Organisatorin Juliane Nagel beendet.

Ernsthafte Zwischenfälle gab es nach Angaben der Polizei nicht. „Insgesamt ist die Veranstaltung relativ störungsfrei abgelaufen. Es gab jedoch mehrere Beamtenbeleidigungen“, so Sprecherin Braunsdorf am späten Abend. Die Verkehrseinschränkungen hätten sich in Grenzen gehalten, da Straßen nur punktuell gesperrt wurden.

Unterdessen laufen die Vorbereitungen von Stadt und Polizei für die Silvesternacht weiter auf Hochtouren. Am Mittwoch wurden am Connewitzer Kreuz, wo es in den vergangenen Jahren immer wieder zu schweren Krawallen gekommen war, die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Unter anderem wurden die gläsernen Spritzschutzanlagen an den Haltestellen komplett entfernt und die Wartehäuschen gesichert. Fast so, als wenn ein Wirbelsturm im Anflug wäre, sollen Gastronomen ihre Freisitze wegschließen, Geschäftsinhaber ihre Schaufenster vernageln und Anwohner  möglichst weit weg vom Epizentrum parken. Die ersten Geschäfte waren am Mittwoch schon verbarrikadiert, Glas- und Papiercontainer geleert.

Frank Döring/Robert Nößler

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