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Lokales 47 Masern-Fälle in Leipzig – Mediziner sieht Entlastung für Kitas durch Impfnachweis-Pflicht
Leipzig Lokales 47 Masern-Fälle in Leipzig – Mediziner sieht Entlastung für Kitas durch Impfnachweis-Pflicht
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17:11 11.03.2015
Leipzigs Gesundheitsamt weist darauf hin, dass nur eine zweifache Impfung Schutz gegen Masern bietet. Quelle: dpa
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Leipzig

Für eine Entwarnung sei es aber zu früh, erklärte Nils Lahl vom Gesundheitsamt: „Wir sind noch nicht durch.“

Da sei zum einen die lange Inkubationszeit, erklärt Lahl. Die Phase zwischen Masern-Ansteckung und Ausbruch der Krankheit dauert in der Regel 14 Tage. Zum anderen gibt es seit Januar insgesamt acht Erkrankungen, die nicht mit dem Index-Fall in Verbindung stehen. Das gelte auch für zwei Kinder, die Anfang März an Masern litten.  „Berlin streut mit Sicherheit, und das gilt auch für andere Großstädte“, so Lahl weiter. „Die beiden zusammenhängenden Fälle lassen uns aber aufhorchen“, so der Mediziner.

Entlastung sieht das Gesundheitsamt derzeit im Bereich der Kindertagesstätten. Da greife die Anweisung der Behörde, dass ungeimpfte Kontaktpersonen Besuchsverbote erhalten, wenn im Umfeld die Krankheit ausgebrochen ist. Grundlage dafür sei das Infektionsschutzgesetz. Sechs Kitas und drei Tagesmütter in Leipzig betreuten nach Krankheitsausbrüchen seit Ende Februar deshalb nur noch geimpfte Kinder. Auch Mitarbeiter brauchten im Fall der Fälle einen Impfnachweis.

Impfnachweis in Kitas stärker regeln

Um eine Masern-Welle wie in diesem Jahr künftig zu verhindern, könnten Kitas die Pflicht für den Impfnachweis in ihrer Satzung verankern, so der Infektionsschutz-Experte. Bei einigen Einrichtungen sei das bereits der Fall. Schließlich werde ein Vertrag zwischen Eltern und Betreuern geschlossen, und der könne auch solche Bedingungen enthalten. „Es geht darum, die Kleinen, Kranken und Schwachen zu schützen“, appellierte Lahl. Das Thema Impfen dürfe jetzt nicht in den Hintergrund geraten.

Das Gesundheitsamt weist abermals darauf hin, dass es sich bei Masern nicht nur um eine Kinderkrankheit handele. Schutz bietet nur eine zweimalige Impfung gegen Masern (Mumps/Masern/Röteln). Auch wer eine Masern-Erkrankung überstanden hat, gilt als immun. In Schulen, Kitas und beim Stadtelternrat will die Stadt mit Info-Veranstaltungen für die Impfung werben.

Evelyn ter Vehn

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