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Lokales 48-Stunden-Woche für Leipziger Feuerwehr – Gewerkschaft spricht von Mogelpackung
Leipzig Lokales 48-Stunden-Woche für Leipziger Feuerwehr – Gewerkschaft spricht von Mogelpackung
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14:56 19.06.2014
Feuerwehrproteste in Leipzig - jetzt kommt die 48-Stunden-Woche. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Trotzdem sieht sie in dem Angebot der Stadt eine „Mogelpackung“ – neue Proteste nicht ausgeschlossen.

Am Donnerstagmorgen eröffnete Bürgermeister Andreas Müller den Kameraden die Botschaft, dass das Modell unbezahlter Überstunden bis Anfang 2016 passé sein soll. „Noch eineinhalb Jahre mit zwei Dienstmodellen nebeneinander, das wird nicht funktionieren“, sagte Matthias Walther von der DFeuG gegenüber LVZ-Online. Er ist sauer, hält das Ergebnis von „Verhandlungen hinter verschlossenen Türen“ für Augenwischerei. Noch ein halbes Jahr hält die Gewerkschaft den derzeitigen Zustand für tragbar – länger nicht.

21 neue Stellen für eine Million Euro pro Jahr

Feuerwehrmann und Gewerkschafter Matthias Walther. Quelle: privat

Eine Mehrheit der Leipziger Feuerwehrleute arbeitet rund 52 Stunden pro Woche, vier davon unbezahlt. In den vergangenen Monaten hatte rund ein Drittel der 360 Kameraden die Einverständniserklärung zurückgezogen. Das Hauptproblem: Je weniger Überstunden, desto mehr Personal braucht die Stadt, um das auszugleichen. Doch gute Feuerwehrleute sind rar. „Halle, Hamburg und Frankfurt suchen auch, locken regelrecht Leute. Und in Leipzig gibt es keinen Betriebsfrieden, auch kaum Aufstiegsmöglichkeiten. Warum sollten die Kameraden kommen?“, so Walther.

Die Stadt spricht von 21 neuen Stellen bei der Berufsfeuerwehr, Kostenpunkt pro Jahr rund eine Million Euro. Laut DFeuG soll nun der Großteil neuer Mitarbeiter in Leipzig ausgebildet werden. Und das dauert nach Kenntnis der Gewerkschaft bis 2017.

Die DFeuG hatte die Forderung nach mehr Personal in den Feuerwachen zunehmend in den Vordergrund gerückt. Einsatz- und Spezialfahrzeuge könnten immer häufiger gar nicht besetzt werden. Das sei ein Sicherheitsrisiko für die Bürger. Schon an diesem Wochenende könnten wieder zwei Löschfahrzeuge nicht besetzt werden, heißt es aus Feuerwehrkreisen.

Die Gewerkschaft will weiter für bessere Arbeitsbedingungen streiten. In einer Mitgliederversammlung wird das weitere Vorgehen beraten. „Kann gut sein, dass wir schon im Juli oder August wieder auf der Straße sind und demonstrieren“, sagt Walther.

Stufenmodell bis 2016

„Das Nebeneinander von verschiedenen Arbeitszeitmodellen ist auf Dauer nicht vertretbar“, erklärte auch das Personalamt der Stadt in einer Mitteilung vom Donnerstag. Die neue Regelung geht von zwei 24-Stunden-Schichten in der Woche für alle aus. Der Abbau unbezahlter Überstunden soll stufenweise umgesetzt werden: Ab Januar 2015 wird die durchschnittliche Arbeitszeit von 52 auf 50 Stunden gesenkt, ein Jahr später soll dann die 48-Stunden-Woche für alle eingeführt sein.

Evelyn ter Vehn

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