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500 neue Wohnungen – Am Lindenauer Hafen geht’s mit voller Kraft voraus

Grundstücke für 2,5 Millionen Euro verkauft 500 neue Wohnungen – Am Lindenauer Hafen geht’s mit voller Kraft voraus

Ein neues Logo für das Stadtentwicklungsgebiet am Lindenauer Hafen in Leipzig hat Glück gebracht. In den vergangenen Wochen verkaufte die Kommune Baugrundstücke im Wert von 2,5 Millionen Euro. 500 Wohnungen, Gewerbe und eine Kita sollen entstehen. Im Frühjahr gehen die Arbeiten los. Was genau passiert, haben die Investoren der LVZ verraten.

Das neue Logo hat Glück bei der Vermarktung der Baugrundstücke gebracht. Woran vor einem halben Jahr noch nicht mal die Hafen-Entwickler selbst glaubten: Inzwischen wurden Flächen für 2,5 Millionen Euro an verschiedene Investoren verkauft.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Das Stadtentwicklungsgebiet am Lindenauer Hafen hat nun ein eigenes Logo – und das hat offenbar Glück gebracht. „Ein neues Stück Leipzig“ heißt es in dem Signet, das durch drei rote Bauten, blaues Wasser und eine grüne Umgebung gekennzeichnet wird. „Mit dem ersten Bauantrag und dem im Frühjahr 2016 definitiv folgenden Start der Hochbaumaßnahmen wird die Entwicklung dieses neuen Stücks Leipzig noch besser sichtbar“, freut sich Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos). „Um die städtischen Ziele zur Qualität, Nutzungsmischung und Nachhaltigkeit zu erreichen, hatten wir einen zwischenzeitlichen Rückschritt bei der Vermarktung bewusst in Kauf genommen“, sagt sie. Inzwischen zahle sich die sorgfältige Vorbereitung des ganzen Projekts aber wunderbar aus.

Tatsächlich konnte die Kommune in den vergangenen Wochen Baugrundstücke für mehr als 2,5 Millionen Euro verkaufen. Das Los 2 gleich neben dem neuen „Wasserbalkon“, der drei Meter weit über das Hafenbecken hinausragt, erwarb die Firma Otto Heil aus Taucha, die Lose 3 und 4 das Unternehmen Eyemaxx Lifestyle Development aus Aschaffenburg, das Los 5 die TOK Projektbau GmbH aus Leipzig. Offen seien nur noch die Lose 1 und 6d, wobei zu beiden Flächen schon grundsätzliche Einigkeit mit weiteren Investoren bestehe, so Karsten Gerkens, der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Wohnungsbauförderung (ASW). „Auch dort werden die Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs umgesetzt, allerdings zurzeit noch einige Kritikpunkte der Jury durch die Architekten ausgebügelt. Bis Mai oder Juni 2016 haben wir die Flächen des ersten Vermarktungsabschnitts am Hafen komplett verkauft.“

Um zu verstehen, welche Wende das alles bedeutet, muss man kurz einen Blick zurückwerfen. Erst im Mai 2015 war der Hauptinvestor für das geplante Quartier abgesprungen. Die von der Stadt geforderten Tiefgaragen waren aus seiner Sicht zu teuer. Auch gab es Streit um die Frage, ob eine Landzunge, die in das alte Ankerbecken hineinragt, zum Teil weggebaggert und in eine zusätzliche Wasserfläche verwandelt werden kann. Das Baudezernat wich dennoch nicht von seinen Qualitätsvorgaben für die Häuser ab. Es verpflichtete sich aber gegenüber dem Stadtrat, die Strategie zu überprüfen, falls nicht bis Juni 2016 Grundstücke für eine Million Euro an bauwillige Investoren verkauft werden können. Diese Vorgabe wurde nun bereits weit überboten, erläutert Sebastian Pfeiffer, Projektleiter bei der kommunalen Erschließungsgesellschaft LESG, die vor wenigen Tagen die Bauarbeiten an der Infrastruktur des Hafenviertels abgeschlossen hat. Nun sind also alle Wege und Plätze fertig, die Kaimauer ausgebessert, etliche Bäume gepflanzt. Nur die neue Zufahrtsstraße ab der Plautstraße wird erst zum Baustart im nächsten Frühjahr freigegeben. Grund: Dort fanden wiederholt illegale Auto-Rennen statt.

Das Investoren-Interesse sei jetzt so groß, dass die Vermarktung des zweiten Abschnitts mit 11600 Quadratmetern voll erschlossenem Bauland (die Lose 7 bis 9) zum Jahreswechsel beginnen wird, kündigt Pfeiffer an. Dort werde es dann auch noch mehr Gewerbe und Geschossbauten für Selbstnutzer geben. „Interessenten für eine Selbstnutzer-Baugruppe können sich schon jetzt bei uns melden.“ Von den 16 bis 18 Stadthäusern, die in den Losen 6a bis 6c des ersten Vermarktungsabschnitts entstehen sollen, seien mittlerweile sechs verkauft und weitere reserviert. Stadt und Investoren hätten sich jüngst auf einen großen gemeinsamen Spielplatz geeinigt, der nördlich vom Los 7 errichtet wird. Für die Kita mit 105 Plätzen, welche nördlich des Los 1 entsteht, starte die LESG als Bauherr Anfang 2016 einen Gestaltungswettbewerb mit vier Architekturbüros.

Ab 2850 Euro pro Quadratmeter kosten die Eigentumswohnungen bei der TOK Projektbau GmbH, erklärt Firmenchef Tilo Kalisch. Inbegriffen seien dabei ein Tiefgaragenstellplatz, Gartenanteil oder großer Balkon, trotz Fernwärmeanschluss noch ein Kamin und eine insgesamt gehobene Ausstattung. „Eine Vier-Raum-Wohnung mit 110 Quadratmetern und Garten landet so bei 340.000 Euro. Das sind keine Luxus-Preise“, betont er. Zumal eine Bauweise nach dem Energiestandard KfW 70 samt Gründach für niedrige Heizkosten bei den 22 Wohnungen in diesem modernen Haus sorgen würden. „Im Erdgeschoss, kurz vor der Brücke über den neuen Kanal, zieht noch ein Bäcker samt Café und Freisitz im Sommer ein“, so Kalisch.

Letzteres ist auch der Kommune besonders wichtig, ergänzt Gerkens. „Wir entwickeln den Hafen nicht nur, damit dort 500 neue Wohnungen entstehen. Er soll ebenso für alle Besucher ein einladender Ort mit hoher Lebensqualität, Angeboten für Sport und Erholung werden.“ Um noch mehr Leipziger auf den Ort neugierig zu machen, würden den schon stattgefundenen Veranstaltungen wie einem Sternenzelten für Familien oder einem Fotowettbewerb bald weitere Attraktionen folgen.

Von Jens Rometsch

Leipzig, Plautstraße 51.334489 12.303675
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