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56 Millionen Dollar US-Staatsanleihen für die Leipziger Klärwerke

Cross-Border-Leasing-Geschäfte 56 Millionen Dollar US-Staatsanleihen für die Leipziger Klärwerke

Um ein 16 Jahre altes Cross-Border-Leasing-Geschäft über die Leipziger Klärwerke abzusichern, hat der Stadtkonzern in diesem Herbst frühere Anlage-Instrumente gegen US-Staatsanleihen im Wert von 56 Millionen Dollar ausgetauscht.

Die Leipziger Wasserwerke haben jetzt Risiken bei ihrem letzten verbliebenen Cross-Border-Leasing-Geschäft verringert. Für 56 Millionen Dollar wurden dabei US-Staatsanleihen gekauft.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die riskanten Deals des früheren Wasserwerke-Chefs Klaus Heininger beschäftigen noch immer den hiesigen Stadtkonzern Leipziger Gruppe. Nach LVZ-Recherchen gab es massive Probleme nicht nur bei einem Cross-Border-Leasing-Geschäft über das Leipziger Trinkwassernetz. Bekanntlich hatte Heininger dabei im Jahr 2003 Anlagen im Wert von 650 Millionen Euro an den US-Konzern Verizon verleast und gleichzeitig zurückgemietet. Weil der daran beteiligte New Yorker Versicherungsriese MBIA später in eine Krise geriet, löste die Stadt diesen Deal Anfang 2016 vorzeitig wieder auf. Unterm Strich entstand für Leipzig damit ein Schaden von rund 40 Millionen Euro.

Wie sich jetzt herausstellt, barg aber auch ein zweites Cross-Border-Leasing-Geschäft, das Heininger im Jahr 2000 abgeschlossen hatte, mehr Tücken als bisher angenommen. Dabei ging es um alle Klärwerke des kommunalen Unternehmens: im Rosental, in Lindenthal, Markkleeberg, Markranstädt und Taucha. Ihr Wert: 200 Millionen Euro. Geschäftspartner war die Bank of Amerika.

Für den Abschluss bekamen die Wasserwerke eine Belohnung von zehn Millionen Euro. Der Rückkauf der Anlagen sollte am 16. Januar 2025 erfolgen – dafür wurde ein Teil des Verkaufspreises als Anleihen bei der amerikanischen Bank Merrill Lynch (genauer gesagt bei deren Töchtern MLCS und MLPD) angelegt.

Die Probleme begannen im August 2013 mit der Ratingherabstufung der MLPD von AAA auf A+: Bald verfügten beide Töchter nicht mehr über die für ein Cross-Border-Leasing (CBL) vorgeschriebenen, besonders guten Ratings. „Nach intensiven Gesprächen und langen Verhandlungen wurden am 16. Dezember 2014 Verträge zur Sicherungslösung durch alle Vertragsparteien unterzeichnet“, heißt es dazu nun in einem Bericht der Wasserwerke, welcher der LVZ vorliegt. „Im Ergebnis wurde vereinbart, dass der Garant ausgetauscht und die Verpflichtung der MLCS zur Garantiebeibringung zukünftig durch die Hinterlegung von US-Schuldverschreibungen erfüllt wird.“ Einen Tag später sei „der vereinbarte Anfangswertumfang“ in Form von US-Schuldverschreibungen durch MLCS in ein neues Depot bei der Bank of New York Mellon eingelegt worden. Doch auch das reichte offenbar nicht.

Wie Frank Viereckl, Sprecher der Leipziger Gruppe, auf Anfrage mitteilte, wurde erst in diesem Herbst der Sicherungsgrad erneut erhöht. Das „bisherige Zahlungsinstrument einer amerikanischen Bank“ sei dabei gegen „ein fristen- und beitragskongruentes Portfolio von US-Staatsanleihen in Höhe von 56 Millionen US-Dollar“ ausgetauscht worden. Bei den Wasserwerken habe dieser Schritt zu keinen finanziellen Aufwendungen geführt, betonte er. „Durch die Maßnahme konnten alle denkbaren Risiken aus diesem letzten verbliebenen Cross-Border-Leasing der Leipziger Wasserwerke auf ein Minimum reduziert werden“, so Viereckl.

Tatsächlich könnten neue Probleme wohl höchstens dann auftauchen, falls das Rating der USA vor Januar 2025 unter bestimmte Werte (AA nach Standard & Poor’s oder Aa2 nach Moody’s) sinken sollte. In den letzten Jahren zeigte sich die größte Volkswirtschaft der Welt aber deutlich besser und im Rating sehr stabil.

Von Jens Rometsch

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