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Lokales 7,31 Euro warm – das kostet Wohnen in Leipzig
Leipzig Lokales 7,31 Euro warm – das kostet Wohnen in Leipzig
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23:33 09.11.2012
Leipzigs Einwohnerzahl ist auf über 525.000 geklettert - Grund sind vor allem Zuzüge von außerhalb. Quelle: Volkmar Heinz
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Leipzig

Beide Hefte sind neu erschienen – hier der aktuelle Stand.

Auf LVZ-Anfrage teilte das Sozialamt nun erstmals mit, welche Gesamtdaten sich aus dem „Mietspiegel 2012" ergeben. Demnach beträgt die durchschnittliche Kaltmiete in Leipzig aktuell 4,95 Euro pro Quadratmeter. Bei der letzten Mietspiegel-Erfassung im Jahr 2008 waren es noch 4,66 Euro. Die Erhöhung um 6,5 Prozent in vier Jahren entspreche etwa der allgemeinen Inflationsrate, erklärt Yvon Heinikel von der Fachaufsicht soziale Wohnhilfen. Auch gehe mit den „moderat steigenden Preisen" oft eine bessere Wohnausstattung einher.

Zum Verständnis: Den Mietspiegel gibt es schon seit August in allen Bürgerämtern für vier Euro zu kaufen. Das Heft enthält aber keine Zahlen für das Stadtgebiet, vielmehr nur Tabellen, mit deren Hilfe sich jeder Leipziger die ortsübliche Vergleichsmiete für seine vier Wände ausrechnen kann. Das ist sehr exakt, aber nicht ganz einfach. So ergab ein LVZ-Test für vier Leipzig-typische, vollsanierte Wohnungen mit 60 Quadratmetern ein wenig aussagekräftiges Bild.

Übersichtlicher als beim Mietspiegel geht es in der neuen „Betriebskostenbroschüre 2012" zu, die seit kurzem in allen Bürgerämtern für zwei Euro erhältlich ist. Ihr Inhalt dürfte viele Einwohner überraschen. Demnach mussten die Leipziger im vergangenen Jahr (für den Abrechnungszeitraum 2010) im Schnitt 2,36 Euro pro Quadratmeter berappen – inklusive Heizung und Warmwasser. Das waren zwei Cent weniger als bei der vorangegangenen Erhebung für 2006. Trotz ständig steigender Energiepreise!

Heinikel gießt freilich gleich etwas Wasser in den Wein. Für 2006 seien nur „Stichproben" genommen worden, sagt er. Anders verhalte es sich mit der aktuellen Broschüre, die auf Daten aller Leipziger Großvermieter sowie von mehr als 70 Hausverwaltungen beruhe. Die steigenden Energiepreise seien bislang durch Einsparungen der Mieter und Hausverwalter aufgefangen worden. So gingen die Kosten für Müllabfuhr, Gartenpflege, Hausreinigung, Fahrstuhl und Versicherungen zurück. Der Wasserverbrauch sank von 33 Kubikmetern pro Person und Jahr auf 31,5 Kubikmeter.

Die höchsten Betriebskosten haben unsanierte Plattenbauten

Das alles sind natürlich nur Durchschnittswerte, die in der informativen Broschüre genauer aufgeschlüsselt werden. Am höchsten lagen die Betriebskosten für das Jahr 2010 bei unsanierten 16-Geschossern mit 2,55 Euro, am niedrigsten in sanierten Bauten aus den Dreißigerjahren: mit 2,05 Euro.

Die durchschnittliche Warmmiete in Leipzig beträgt jetzt also 7,31 Euro. Erst im Oktober hob die Kommune ihre Höchstsätze bei den Kosten der Unterkunft (KdU) für Empfänger von Hartz IV oder Sozialhilfe an – auf 4,48 Euro für die Kaltmiete sowie 2,53 für Betriebskosten. Insgesamt also 7,01 Euro.

Trotz der undramatisch klingenden Zahlen herrscht beim Thema Wohnen keineswegs nur Freude. So verweist der Stadtsoziologe Professor Dieter Rink darauf, dass in Leipzig immer mehr Geringverdiener leben. Alleinerziehende Frauen mit Kind müssten fast 40 Prozent ihres Monatsbudgets für die Warmmiete aufbringen. Bei den Betriebskosten ergehen zurzeit die Bescheide für 2011 – hier schlägt die Grundsteuererhöhung mit 4 Cent pro Quadratmeter zu Buche. Zudem schnellen die Preise für Warmwasser und Heizung weiter empor. Leipzigs Betriebskostenhilfeverein hat seit dem Sommer 624 neue Mitglieder aufgenommen.

Mehr Informationen finden Sie in der gedruckten LVZ oder im LVZ-E-Paper vom 10. November 2012, darunter eine Bestriebskosten-Übersicht für Leipzig und ein Interview mit Engelbert Lütke Daldrup, Aufsichtsratschef der LWB.

Jens Rometsch

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