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Lokales 700 Sternsinger aus östlichen Bundesländern bringen Leipzig den Segen
Leipzig Lokales 700 Sternsinger aus östlichen Bundesländern bringen Leipzig den Segen
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15:03 10.01.2016
Mit Kronen und langen Mänteln kostümiert, versammelten sich die Sternsinger auf dem Markt. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Es war ein Gänsehaut-Moment: Begleitet von christlicher Popmusik, wurde am Sonnabend kurz vor 15 Uhr auf dem Leipziger Markt in Windeseile ein riesiges Kreuz ausgelegt aus roten, gelben, grünen und blauen Folienstreifen. Dann kamen sie auch schon: rund 700 Sternsinger aus ganz Deutschland, als Könige verkleidete Kinder, die unzählige goldene Sterne schwenkten. Aus der Petersstraße, der Grimmaischen Straße, dem Barfußgäßchen und dem Salzgäßchen liefen sie sternförmig auf den Markt, bezogen ihre Plätze auf den Strahlen des Sterns. Passanten blieben stehen, lächelten und winkten freundlich, machten Fotos. „Selten sieht man so viele Sternsinger auf einmal“, sagte Daniela Dicker vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ aus Berlin. „Heute bringen sie der Stadt Leipzig, in der Ende Mai der 100. deutsche Katholikentag zu Gast ist, den Segen.“

Eigentlich sollte Oberbürgermeister Burkhard Jung den Segen für die Stadt empfangen, aber der meldete sich krank. Er sei erkältet, könne nicht sprechen, habe mit krächzender Stimme angerufen, berichtete Propst Gregor Giele. Deswegen habe er, Giele, seinen evangelischen Kollegen Superintendent Martin Henker gebeten, mit ihm zusammen den Segen entgegenzunehmen. Henker kam sofort und erzählte, dass er nun schon seit zehn Jahren in Leipzig wohnt und sich immer gewundert hat, warum er nie Besuch von Sternsingern bekommt. Erst kürzlich habe ihm eine Leipziger Katholikin erzählt, dass die Sternsinger nur solche Haushalte besuchen, die sich in eine Liste eingetragen haben. Nächstes Jahr werde er sich auch eintragen, versprach der Superintendent. Dann gab es eine Überraschung für ihn: Damit er nicht das ganze Jahr ohne Segen bleiben muss, meldeten sich spontan zahlreiche Sternsinger, die ihm gleich im Anschluss an das Treffen einen Besuch im Nikolaikirchhof abstatten wollten.

Die kleinen Könige und ihre Begleiter kamen aus den Bistümern Dresden-Meißen, Erfurt, Görlitz und Magdeburg sowie den Erzbistümern Berlin und Hamburg. Viele waren schon am Freitag angereist, schliefen in einer Jugendherberge. Am Sonnabendvormittag trafen sich alle Sternsinger zur Heiligen Messe mit dem ehemaligen Landesbischof Joachim Reinelt in der katholischen Propsteikirche. Anschließend ging es weiter zu einem bunten Kinderprogramm mit Zauberei, Clownerie und Gesang in die evangelische Peterskirche. „Für die Kinder ist es eine besondere Motivation, sich heute hier in der Masse zu erleben“, sagte Gemeindereferentin Ursula Dierich von der Pfarrei Maria Hilfe der Christen und Sankt Ursula in Graal-Müritz (Ostsee).

Überhaupt war es das erste Mal in der Geschichte der Sternsinger – die in Deutschland 1959 begann – , dass für die beteiligten Kinder eine große gemeinsame Dankeschön-Veranstaltung ausgerichtet wurde. Eine der am weitesten angereisten Teilnehmerinnen war die zwölfjährige Sophia Dupke aus Graal-Müritz. Sie besuchte am 6. Januar, am Dreikönigstag, mit ihrer Gruppe elf Häuser. Dort überbrachten die Kinder den Segen und baten um Spenden. Knapp 4000 Euro konnten die acht Sternsinger-Gruppen aus Graal-Müritz in diesem Jahr einnehmen. Mit dem Geld werden unter anderem ein Jugendzentrum und eine Fußballschule in Bolivien unterstützt.

Kurios war die Zusammensetzung der Pirnaer Gruppe: Die 13 Kinder gehören allesamt zur evangelischen Gemeinde, obwohl das Sternsingen eine katholische Aktion ist. „Wir machen das seit Jahren gemeinsam mit der katholischen Kirche“, erzählte Gemeindepädagogin Christa Keller. Da sich keine katholischen Kinder zum Sternsinger-Treffen angemeldet hätten, seien die evangelischen eben alleine gefahren. Wie groß ihr Spendenergebnis in diesem Jahr ist, steht noch nicht fest: „Wir haben noch nicht alles ausgezählt, aber 5000 Euro werden es werden.“ Die Sternsinger, Schüler der ersten bis sechsten Klasse, seien eine ganze Woche unterwegs gewesen.

Der Tag in Leipzig sei eine einzigartige Besonderheit, fasste Daniela Dicker vom Kindermissionswerk am Ende noch einmal die Eindrücke zusammen. Es bestehe der Wunsch, so etwas öfter zu machen, vielleicht alle zwei Jahre.

Von Kerstin Decker

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