Volltextsuche über das Angebot:

-4 ° / -10 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
82 Meter hohes Hochhaus soll am Connewitzer Kreuz entstehen

Architekt will Neubau auf Brachfläche 82 Meter hohes Hochhaus soll am Connewitzer Kreuz entstehen

Im ersten Moment mag es etwas verwegen klingen, was sich Thomas Hille für das Connewitzer Kreuz ausgedacht hat. Doch dass der 49-jährige Leiter der Entwurfsabteilung beim Leipziger Architekturbüro KLM kein Traumtänzer ist, hat sich erst vor wenigen Monaten bei seiner Idee für eine andere Brachfläche zwischen der Leplay- und Brüderstraße gezeigt.

Im Leipziger Architekturbüro KLM werden seit einiger Zeit auch Ideen für Brachflächen ausgetüftelt, an deren Anblick sich die meisten Einwohner längst gewöhnt haben. Das Connewitzer Kreuz hat viel Potenzial, glauben die Fachleute.
 

Quelle: Thomas Hille / KLM

Leipzig.  Im ersten Moment mag es etwas verwegen klingen, was sich Thomas Hille für das Connewitzer Kreuz ausgedacht hat. Doch dass der 49-jährige Leiter der Entwurfsabteilung beim Leipziger Architekturbüro KLM kein Traumtänzer ist, hat sich erst vor wenigen Monaten bei seiner Idee für eine andere Brachfläche an prominentem Ort gezeigt. Wie berichtet, schlug Hille im März 2015 vor, einen Teil der freien Fläche zwischen der Leplay- und Brüderstraße mit einem öffentlichen Gebäude zu füllen. Schon wenige Monate darauf griff die Stadt diesen Vorschlag auf, plant nun den Bau einer Grundschule an genau jener Stelle.

Nun also das Connewitzer Kreuz, wo sich Hille durchaus ein Hochhaus mit 400 Studentenzimmern à 23 Quadratmeter vorstellen kann. Zwar dürfte es nicht ganz einfach sein, die dafür nötigen Grundstücke zusammenzuführen, weil sie sich teilweise in privatem, zum Großteil jedoch in kommunalem Besitz befinden. Doch wenn die Stadt im Vorfeld einen planerischen Rahmen schafft, der die in dem Stadtteil sicher schnell befürchtete Gentrifizierung ausschließt, ließe sich durchaus eine Symbiose der unterschiedlichen Interessen finden. Davon bringt den gebürtigen Stralsunder, der viele Jahre in Dresden und Frankfurt/Main arbeitete, bevor er 2014 nach Leipzig zog, so schnell auch niemand ab. Für KLM hat er seitdem mehrere Wettbewerbe gewonnen. Etwa für die Fassaden des künftigen „Hampton by Hilton“-Hotels in Dresden oder den vierten Winkel am Leipziger Bildermuseum, der ab kommendem Frühjahr unter dem Namen Bernsteincarree gebaut wird.

Seit dem Mittelalter markierte ein hölzernes Kreuz jenen Ort vor dem Dorf Connewitz, wo der Leipziger Stadtrechtsbereich endete. 1536 wurde es von Ratssteinmetz Hans Pfretzschner durch ein steinernes Kreuz aus Rochlitzer Porphyr ersetzt, das sich längst im Stadtgeschichtlichen Museum befindet. Am Ende der Karl-Liebknecht-Straße wurde stattdessen eine Nachbildung aufgestellt. „Fährt man heute mit dem Rad oder geht zu Fuß die Karli stadtauswärts, stellt sich dem Fremden in Höhe der HTWK-Bibliothek die Frage, was kommt dort wohl hinter dieser nahenden Kreuzung“, erklärt Hille seine Idee. „Einige wild parkende Autos, ein Gemüseschuppen, eine Straßenbahnwendeschleife und eben das Kreuz vor einem geschlossenen Kiosk bilden den Auftakt zu einem Stadtteil mit vielfältigsten Attributen. Der Bevölkerungszuwachs in Connewitz liegt erheblich höher als im Leipziger Durchschnitt. Jeder ankommende Erst-Semester wird vielleicht über Plagwitz gelesen oder etwas von Schleußig gehört haben. Eins aber ist gewiss – Connewitz ist niemandem unbekannt.“

Was also liege näher als dort ein Wahrzeichen, einen Wohnort für Studenten und andere junge Leute zu errichten, ein „Haus für Wohnen auf Zeit“, wie es der Fachmann formuliert. Bedarf sei jedenfalls genug vorhanden, zumal die Präsenz der Hochschule HTWK am nahe gelegenen Campus weiter wächst, so Hille. In fünfgeschossigen Basisgebäuden entlang der Biedermann- und Wolfgang-Heinze-Straße ließen sich auch größere Wohnungen für Familien sowie Läden und Praxen einrichten. Das Hochhaus für die Studenten, die dann zwischen Werk 2, UT Connewitz, Mutter Krause und HTWK leben könnten, hat er auf 16 Geschosse über dem Basisbau beziehungsweise insgesamt 82 Meter Höhe bis zur Attika veranschlagt. Zum Vergleich: Das Völkerschlachtdenkmal bringt es auf 91 Meter.

Der Streetballplatz unweit vom Kreuz müsste allerdings um etwa fünf Meter verschoben werden, erläutert er. Den Bau der Mini-Sportanlage hatten Anwohner jahrelang mit einer Klage blockiert.

Von Jens Rometsch

Leipzig, Selnecker Straße 1 51.309541 12.373445
Leipzig, Selnecker Straße 1
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • LVZ-Fahrradfest 2018
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 14. LVZ-Fahrradfest lädt am 29. April 2018 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Alle Infos zum Event finden Sie in unserem Sp... mehr

  • LVZ-Reisemarkt

    Lust auf Urlaub? Der LVZ Reisemarkt präsentiert am 2. und 3. Februar 2018 Traumziele fern und nah. Alle Infos zu den Ausstellern und zum Programm g... mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

Historische Leipzig - in Text und Bildern.

Auf Zeitreise in Leipzig: So war es früher in der Messestadt. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • VDE 8 - Alle Infos und Fakten

    Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8: Hier gibt es Infos, Hintergründe und Fotos zum Thema. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album 2
    Leipzig-Album 2

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

Leipzig-Grünau kämpft mit Arbeitslosigkeit und Kriminalität. Doch das Viertel will sich ein besseres Image verpassen. Die vierteilige Multimedia-Serie gibt Einblicke in den Problemkiez. mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr