Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales 9. November in Leipzig: Nur stationäre Kundgebung für Legida
Leipzig Lokales 9. November in Leipzig: Nur stationäre Kundgebung für Legida
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Legida darf am 9. November nicht durch Leipzig laufen.  Quelle: Dirk Knofe
Anzeige
Leipzig

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 entlud sich in Nazi-Deutschland der Hass auf jüdische Mitbürger in Gewalt. Am kommenden Montag gedenkt Leipzig der Opfer der Pogromnacht mit zahlreichen Veranstaltungen. Gleichzeitig hat die rechtspopulistische Initiative Legida eine Demonstration angekündigt. Wie das Ordnungsamt am Freitag mitteilte, gebe es aber keinen Aufzug. Auf der Basis der Kooperationsgespräche mit Versammlungsbehörde, Polizei und den Anmeldern habe die Stadt eine stationäre Kundgebung auf dem Richard-Wagner-Platz in der Zeit von 19 Uhr bis 21.30 Uhr beschieden.

Gedenken in der Gottschedstraße

In den vergangenen Wochen führte die Legida-Route über den westlichen Ring, und damit in unmittelbarer Nähe zur Gedenkstätte der 1938 niedergebrannten Synagoge in der Gottschedstraße. Dort findet am Montag um 18.30 Uhr die zentrale Gedenkveranstaltung der Stadt Leipzig zum 9. November statt. Zuvor führt nach dem Friedensgebet um 17 Uhr in der Nikolaikirche ab 18 Uhr ein Kerzenweg in die Gottschedstraße. Um 19 Uhr findet ein weiterer Gedenkgottesdienst in der Thomaskirche statt, den der Leipziger Synagogalchor mitgestaltet.

Stolpersteine putzen

Bereits am Nachmittag des 9. November werden in Leipzig an vielen Stellen Stolpersteine geputzt und bei Mahnwachen an die Opfer des Holocaust erinnert. Die Organisation übernimmt das Erich-Zeigner-Haus (Kontakt@Erich-Zeigner-Haus-ev.de). Um 16 Uhr erinnert Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) gemeinsam mit Cornelius Weiss als Schirmherr der Aktion am Stolperstein Dittrichring 13 an das Schicksal der Familie Frankenthal.

Weitere Veranstaltungen am 9. November

Demonstration der studentischen Initiative "Legida? Läuft nicht.", "9.11. Kein Montag wie jeder andere - Rechter Hetze widersetzen.", von der Moritzbastei in Richtung Gerberstraße, weiter über Pfaffendorfer Straße, 17 Uhr bis 21 Uhr, 1.000 Teilnehmer.
Kundgebung "Dem Rassismus den Platz nehmen", 18 Uhr bis 22 Uhr, Hainspitze, ca. 200 Teilnehmer.,
Kundgebung "Dem Rassismus den Platz nehmen", 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr, Kleiner Willy-Brandt-Platz, ca. 200 Teilnehmer.
Kundgebung "In Gedenken der Opfer totalitärer Regime", 18 Uhr bis 21 Uhr, "Runde Ecke", ca. 100 Teilnehmer.
Mahnwache unter dem Motto "Gedenken an alle Opfer des Naziregimes - Gegen die Aufteilung der Welt", 17.30 Uhr bis 19 Uhr, Hauptbahnhof, Museumsbahnsteig 24, ca. 30 Teilnehmer.

Weihnachtszeit ohne Legida in der City

Ebenfalls seit Freitag ist von Seiten der Verwaltung klar: Legida darf bei geplanten Veranstaltungen vom 30. November bis zum 21. Dezember nur rund um den Bayerischen Platz demonstrieren. In der Innenstadt seien Aufzüge des Bündnisses laut Bescheid nicht möglich. Weihnachtsgeschäft, Weihnachtsmarkt und Tourismus sollen in dieser Zeit „möglichst unbeeinträchtigt bleiben“, so die Ordnungsbehörde. Da in dieser Zeit Busse und Bahnen besonders stark für einen Besuch in der City genutzt werden, will die Stadt den reibungslosen Ablauf im ÖPNV ermöglichen.

Auch im kommenden Jahr will die rechtspopulistische Legida-Initiative montags in Leipzig demonstrieren. Wie das Ordnungsamt auf Anfrage bestätigte, hat das Bündnis für alle Montage im Jahr 2016 Veranstaltungen angemeldet. Geplant seien Kundgebungen und Aufzüge, die jeweils vom Richard-Wagner-Platz ausgehen sollen.

Von lyn

Anzeige