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Lokales ADAC: Tempo 30 löst Sicherheitsproblem in der Jahnallee nicht
Leipzig Lokales ADAC: Tempo 30 löst Sicherheitsproblem in der Jahnallee nicht
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22:00 03.07.2018
Zumindest stadteinwärts (Foto) sollten Radfahrer einen separaten Radstreifen bekommen – meint der ADAC Sachsen. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) Sachsen warnt davor, in der inneren Jahnallee Tempo 30 auszuschildern – wie es die Stadtverwaltung plant, um dort die Zahl der Radunfälle zu verringern. Die Reduzierung der Geschwindigkeit löse die Sicherheitsprobleme in der Jahnallee nicht, so der Autofahrer-Club. Notwendig sei statt dessen eine Neuordnung des Radverkehrs. Wie berichtet setzen die Planer der Stadt auf ein ganzes Bündel von Veränderungen, um die starke Häufung von Unfällen in der Jahnallee zu unterbinden. So wollen sie im ersten Halbjahr 2019 den Verkehr stadteinwärts um rund 3660 Fahrzeuge täglich drosseln – hauptsächlich durch Veränderungen an den Ampelschaltungen. Außerdem sollen stadteinwärts zwischen Marschnerstraße und der Haltestelle Waldplatz die Fahrstreifen reduziert werden. Der ADAC Sachsen sieht vieles davon kritisch.

Jahnallee soll leistungsfähig bleiben

Tempo 30: In der inneren Jahnallee wollen die Planer der Stadt ein sogenanntes streckenbezogenes Tempo 30 einführen, bei dem die Jahnallee Hauptverkehrsstraße bleibt (die LVZ berichtete). „Wir haben uns die Situation vor Ort genau angeschaut“, sagt Helmut Büschke, Vorstandsmitglied für Verkehr und Technik im ADAC Sachsen. „Eine Tempo-30-Regelung in der Jahnallee als Hauptverkehrsstraße ist nicht zielführend.“ In der inneren Jahnallee seien die inneren Fahrspuren durch die Mittellage der Straßenbahn und die gleichzeitige Nutzung durch den Pkw-Verkehr ausgelastet und müssten leistungsfähig bleiben. Ansonsten würden die Probleme nur in das Nebennetz verlagert. „In den Hauptverkehrszeiten kann dort sowieso niemand schneller als 30 fahren“, so Helmut Büschke. „Und wenn man in den verkehrsschwachen Zeiten mit 50 Stundenkilometern unterwegs ist, schadet dies auch nicht.“ Es sei nachgewiesen, dass Autos bei 30 Kilometer pro Stunde mehr Schadstoffe ausstoßen als bei 50, und die Lärmbelastung sei bei Tempo 30 auch höher, weil die Autos dann länger im Straßenzug unterwegs sind.

Neuer Radstreifen stadteinwärts

Verkehrsdrosselung: Aus diesen Gründen hält der ADAC auch nichts davon, stadteinwärts den Verkehr zu drosseln und zwischen Marschnerstraße und der Haltestelle Waldplatz die Fahrstreifen zu reduzieren. „In der inneren Jahnallee muss sich dieser zweispurige Geradeausverkehr ohnehin auf eine Spur einfädeln“, sagt Büschke. Diese Autofahrer würden weiterhin einen ausreichend großen Aufstellbereich zwischen Marschnerstraße und der Haltestelle Waldplatz benötigen.

Neuordnung des Radverkehrs: Um die Unfallgefahren für Radfahrer zwischen Leibnizstraße und Waldplatz zu verringern, plädiert der ADAC in diesem Bereich für eine Neuordnung des Radverkehrs. Stadteinwärts sollten die Kurzzeitparkflächen aufgehoben und ein Radfahrstreifen angelegt werden. Damit werde der verkehrsreiche Straßenabschnitt nicht nur für Radler übersichtlicher und sicherer, sondern auch für Fußgänger. Auf diesem neuen Radstreifen sollten aber nur Radler fahren dürfen, die stadteinwärts wollen.

Neue Radler-Trasse stadtauswärts

Verlagerung in die Gustav-Adolf-Straße: Stadtauswärts will der ADAC die Radfahrer über die Gustav-Adolf-Straße verkehren lassen. Dort gebe es bereits eine Tempo-30-Zone, es müssten nicht einmal separate Radstreifen angelegt werden. Dass dieser Umweg nicht angenommen wird, wie es der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) befürchtet, sieht Büschke nicht. „Wer dort täglich mit dem Rad unterwegs ist, wird es schnell schätzen, dass er dort deutlich entspannter fahren kann als in der gefährlichen Jahnallee“, glaubt der ADAC-Experte.

Der Autofahrer-Club betont auch, dass bei seiner Lösung die stadtauswärtigen Parkflächen in der inneren Jahnallee erhalten werden können. Für die stadteinwärts entfallenden Parkflächen müssten Alternativen gesucht werden. Die Stadtverwaltung hat bereits angekündigt, dies in den einmündenden Straßenzügen zu tun.

Von Andreas Tappert

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