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Lokales ADFC-Sprecher John im Interview: "Investitionen in KFZ-Verkehr rächen sich"
Leipzig Lokales ADFC-Sprecher John im Interview: "Investitionen in KFZ-Verkehr rächen sich"
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23:59 29.09.2014
Leipzigs ADFC-Sprecher Alexander John. Quelle: André Kempner

LVZ:

Der ADAC moniert unter anderem das holprige Pflaster in der Windmühlenstraße. Wie geht es da weiter?

John:

Leipzig muss eine gewisse Investitionsquote liefern. Für Erhalt gibt es daher nur selten Geld. In der Windmühlen-/Grünewaldstraße wird es in absehbarer Zeit Radfahrstreifen geben. Ob noch vor oder erst im Zuge des Umbaus hängt davon ab, wann die Stadt das benötigte Geld hat. In der Lützner Straße ist es etwas komplexer. Dort sind auch die Verkehrsbetriebe betroffen, da perspektivisch der Radverkehr auf Radfahrstreifen geführt wird. Der Boulevard ist dann wieder den Flanierenden vorbehalten. Eine bauliche Umsetzung wird es erst nach 2020 geben.

Überdurchschnittlich hohe Unfallzahlen machen dem ADAC zufolge Leipzig zu einer gefährlichen Großstadt für Radfahrer. Sehen Sie das genauso?

Die Frage ist eher: Was heißt überdurchschnittlich? Leipzig ist eine Stadt im Umbruch. Von der autogerechten Stadt zur umweltfreundlichen. Gleichzeitig gibt es einen starken Bevölkerungsanstieg. Der Radverkehrsanteil ist noch immer relativ gering, steigt aber rapide an. Die Übergangsphasen sind in allen Städten schwierig, weil die Infrastruktur nicht für den Zuwachs im Radverkehr ausgelegt ist. Besonders in Leipzig wurde in den 1990er-Jahren sehr viel Geld in die Beschleunigung des KFZ-Verkehrs investiert. Das rächt sich jetzt.

Wie lautet also Ihr Fazit?

Radfahren in Leipzig ist nicht gefährlich. Je mehr Menschen Rad fahren, desto geringer ist das Einzelrisiko zu verunfallen. Für die wenigen Unfallschwerpunkte, also dort, wo es mindestens vier Unfälle pro Jahr gibt, sind Abhilfen bei der Verkehrsunfallkommission in der Diskussion. Darüber hinaus bedarf es intensiverer Öffentlichkeitsarbeit. Unwissenheit über Verkehrsrechte und -pflichten führt noch zu oft zu Konflikten im Straßenverkehr.

Wie wird versucht, das Problem der Fahrraddiebstähle in Griff zu bekommen?

Im August hat sich der Kriminalpräventive Rat mit der Thematik beschäftigt. Aufgrund der personellen Situation und der gravierenderen Problematik Autodiebstahl ist das Thema Fahrraddiebstahl etwas ins Hintertreffen geraten. Darüber hinaus kann das Fahrrad beim Bürgerdienst L.E. oder der Polizei registriert werden.

Dann gibt es laut ADAC noch zu wenig Fahrradstationen.

Es gibt seit längerem die Planung, eine Fahrradstation im Hauptbahnhof zu errichten. In Fahrradstationen gibt es neben der personellen Sicherung der Räder auch Service. Zunächst könnten die Radfahrer auch selbst etwas mehr für die Sicherheit ihrer Räder tun

Und was genau?

Indem sie zum Beispiel ihr Rad an einem festen Gegenstand anschließen und es mit zwei unterschiedlichen Schlössern sichern. Es gibt einen gravierenden Mangel an Fahrradbügeln in den Wohngebieten. Hier können Mieter, Vermieter und/oder Hauseigentümer beispielsweise tätig werden, indem sie einen Antrag für einen Fahrradbügel bei der Stadt stellen. Für 160 Euro gibt es zwei sichere Fahrradstellplätze.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.09.2014

Benjamin Winkler

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