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Lokales ADFC fordert Radstreifen für die Leipziger Harkortstraße
Leipzig Lokales ADFC fordert Radstreifen für die Leipziger Harkortstraße
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00:31 04.06.2015
ADFC-Vision für die Harkortstraße am Floßplatz: Statt zwei Spuren nur noch eine in jede Richtung. Quelle: ADFC
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Leipzig

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Leipzig (ADFC) hat Visionen für den Stadtverkehr vorgelegt. Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens empfiehlt der Verein erhebliche Veränderungen im Verkehrsnetz. Ein Vorschlag: Die Harkortstraße soll im Bereich des Floßplatzes nur noch einspurig in jede Richtung geführt und an beiden Seiten mit Radfahrstreifen markiert werden. Die Harkortstraße ist derzeit Leipzigs Hauptausfallstraße in den Süden.

Wegen der fahrradunfreundlichen Gestaltung der Harkortstraße seien am Floßplatz inzwischen die Fußwege zu illegalen Radwegen geworden, heißt es in dem Papier, mit dem der ADFC für seine Vorschläge wirbt. Dadurch würden insbesondere die Fußgänger gefährdet, die an der Floßplatz-Ampel warten, um die Harkortstraße zu überqueren.

Darüber hinaus beklagen Radfahrer schon seit Langem, dass das Radeln in der Harkortstraße wegen des starken Verkehrsaufkommens gefährlich ist: Wegen der schmalen Fahrspuren rollen vor allem Laster extrem dicht an den Radlern vorbei. Beim ADFC heißt es dazu, viele Autofahrer müssten gar nicht zwingend die Harkortstraße nutzen, sondern könnten zum Beispiel über die Karl-Tauchnitz- und die Friedrich-Ebert-Straße rollen. Wenn der Konflikt nicht entschärft werde, könnte es in Zukunft noch größere Probleme geben. Denn die Zahl der Fahrradfahrer wachse in Leipzig rasant (siehe Tabelle).

Harkortstraße „nicht komfortabel"

Verkehrsamtsleiter Michael Jana räumt ein, dass die Situation für Radler in der Harkortstraße „nicht komfortabel" sei. Dennoch sei sie regelkonform und eine Veränderung nicht beabsichtigt. „Die Kfz-Verkehrsmenge, deren Zusammensetzung und die angestrebten Abbiegebeziehungen machen mit der komplizierten Abstimmung der Ampeln an der Dufour-, Hohen Straße, Riemann- und Beethovenstraße ein zweistreifiges Kfz-Fahren nötig", erklärte er. Derzeit würde eine Veränderung weitere Rückstaus und eine Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit bedeuten.

Der ADFC macht sich auch dafür stark, den Vorplatz der Stadtbibliothek am Wilhelm-Leuschner-Platz autofrei zu gestalten – und dafür die Windmühlenstraße in diesem Bereich zurückzubauen. Dadurch wäre dann wieder eine zusammenhängende Platzgestaltung im Übergang zur Südvorstadt möglich, argumentiert der Fahrradclub. Außerdem werde das geplante Stadtquartier mit City-Tunnel-Station und Markthalle vom Durchgangsverkehr in der westlichen Windmühlenstraße entlastet.

factbox

Zahl der täglichen Wege per Rad:

1987 8,5 Millionen
1991 9,9 Millionen
1994 9,2 Millionen
1998 18,4 Millionen
2003 19,7 Millionen
2008 23,0 Millionen
2013 26,2 Millionen

Quelle: ADFC Leipzig

Bessere Angebote werden auch für Pendler und Leipzig-Besucher aus dem Umland vorgeschlagen: Die Stadt solle bis zu 30 Kilometer lange leistungsfähige Radschnellwege schaffen, heißt es. Vorgeschlagen werden Radwege vom Leipziger Zentrum über Markkleeberg ins Neuseenland sowie vom Zentrum über Mölkau/Engelsdorf bis nach Wurzen. Auch eine sogenannte Metro-Radroute von Halle über den Flughafen Leipzig bis ins Leipziger Stadtgebiet wird angeregt, ebenso Verbindungen vom Leipziger Zentrum über Grünau nach Markranstädt/Lützen beziehungsweise nach Taucha.

Diese Radtrassen sollten eine Breite von vier Metern haben, aus Asphalt sein und auch in den Winterdienst aufgenommen werden. Darüber hinaus wird eine Alternativroute für Radler an der Prager Straße vorgeschlagen; ebenso neue Tempo-30-Zonen und eine Aufwertung des Hauptbahnhofsvorplatzes, indem dort der Autoverkehr minimiert wird.

Andreas Tappert

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