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Abgesagter Graffiti-Workshop im Leipziger Osten – Veranstalter will Dialog mit Kommune

Abgesagter Graffiti-Workshop im Leipziger Osten – Veranstalter will Dialog mit Kommune

Das Verbot des Graffiti-Workshops für Kinder und Jugendliche am 18. August im Osten Leipzigs hat ein Nachspiel. Nach Untersagung wegen Problemen mit den Örtlichkeiten wünscht sich der Veranstalter vom Projektbüro Leipziger Osten einen Dialog mit den Behörden.

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Sebastian Koch, Geschäftsführer des Projektbüros Leipziger Osten e.V.

Quelle: joka

Geschäftsführer Sebastian Koch möchte Vertreter von Ordnungsamt, Polizei und andere Beteiligte zu einem Gespräch einladen, um gemeinsam eine Lösung zu suchen. „Wir wollen das Projekt auf keinen Fall aufgeben, doch solange die juristische Lage nicht geklärt ist, kann der Workshop an dieser Stelle nicht stattfinden. Falls jedoch jemand im privaten Rahmen eine Wand für die Kinder zu Verfügung stellen würde, nehmen wir auch ein solches Angebot gerne an“, so Koch.

Vor dem Verbot durch das Leipziger Ordnungsamt ging das Projektbüro davon aus, dass es sich bei der Fläche, die für den Workshop am 18. August vorgesehen war, um eine legal besprühbare Wand handelte. Sie erwies sich jedoch als Eigentum der Stadt. Am Tag vor dem Workshop untersagte die Behörde die Veranstaltung deshalb kurzfristig per E-Mail. Das Verbot hat aber vermutlich keine weiteren rechtlichen Konsequenzen. Man zeigt sich seitens der Stadt zu einem Dialog bereit: „Die ersten Mails wurden ausgetauscht“, so das Ordnungsamt.

Kinder sprühten zwar unter Aufsicht, jedoch ohne Atemschutz

Wie die Behörde gegenüber LVZ-Online am Freitag mitteilte, gäbe es derzeit zusätzlich Bedenken bezüglich einer möglichen Gesundheitsgefärdung der teilnehmenden Kinder. So wurde festgestellt, dass die Teilnehmer in einem Alter von sieben Jahren und mehr bei einem bereits am 4. August stattgefundenen Workshop keine Atemschutzmasken trugen. Diese seien beim Umgang mit Sprühfarbe aus Gründen des Arbeitsschutzes erforderlich. Außerdem setze ein solcher Beteiligungskreis „ganz besondere pädagogische Betreuung voraus, denn es gilt auch in diesem Zusammenhang den Unterschied zwischen legalen und illegalen Sprühaktionen zu vermitteln“.

In einem Stadtratsbeschluss vom August 2002 zum „Programm zur Bekämpfung illegaler Graffiti in Leipzig“ betont die Stadt einen verantwortungsvollen Umgang mit legalen Präventionsprojekten: „Alle Mittel der Kriminalprävention sind kritisch zu prüfen, um zu gewährleisten, dass illegale Graffitischmierereien unterbunden werden“. In der Vergangenheit haben städtische Behörden mehrere Projekte zum legalen Sprayen eingestellt, so auch das Projekt „Graffitigallerie Reinweiss“ in 2005.

Aktuell gäbe es legale Projekte mit Unterstützung des Kriminalpräventiven Rates in acht Jugendclubs und soziokulturellen Zentren. Auch durch Vereine wie Via Cultura würden in Zusammenarbeit mit Hauseigentümern präventive Sprühaktionen durchgeführt, so das Ordnungsamt weiter. Insgesamt gäbe es im Stadtbild ungefähr 500 Objekte mit knapp 13.000 m² legal gestalteten Fassadenflächen.

Auch der Jugendtreff Rabet befand sich seit einiger Zeit in Kooperation mit der Polizei im Rahmen eines Aufklärungsprojektes rund um das Thema Graffiti. Diese Zusammenarbeit läuft aber in naher Zukunft aus. Um Kindern und Jugendlichen im Osten Leipzigs aber weiterhin eine Alternative zum illegalen Sprayen zu bieten, plant Koch für die Zukunft regelmäßige Workshops. Bereits am 1. September soll es am Sitz des Projektbüros in der Wurzener Straße 62 weitergehen, doch anstatt von Betonwänden werden dann Holzplatten ganz legal verschönert.

Amélie Middelberg

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