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Lokales „Abnutzung, kein Vandalismus“: Sechsstellige Summe für Sanierung der Ernst-Grube-Halle
Leipzig Lokales „Abnutzung, kein Vandalismus“: Sechsstellige Summe für Sanierung der Ernst-Grube-Halle
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19:07 18.02.2016
Blick in Ernst-Grube-Halle am 18. Februar 2016. Der Freistaat lässt als Flüchtlingsunterkunft genutzte Halle renovieren.  Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

„Normale Abnutzung, kein Vandalismus“ – so sieht im Großen und Ganzen das Fazit des Sächsischen Immobilien- und Baumanagements (SIB) für die Ernst-Grube-Halle aus. Am Donnerstag öffnete das SIB die Halle nach einem halben Jahr Nutzung als Flüchtlingsunterkunft für die Presse.

Über Monate haben mehr als 400 Menschen in der Halle gewohnt, das hat Gebrauchsspuren hinterlassen. Im Eingangsbereich müssen Wände gemalert werden. Die Türen zu den Sanitärbereichen werden ausgewechselt, genauso wie die Trennwände der Kabinen und die Keramik, erklärt Petra Förster, Niederlassungsleiterin beim SIB Leipzig. Wer einen Blick in Dusche und WC wirft, stellt fest: Sieht so aus wie in vielen stark genutzten Turnhallen.

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So sieht die Ernst-Grube-Halle in Leipzig nach einem halben Jahr Nutzung als Erstaufnahme für Flüchtlinge aus. Das Sächsische Immobilien- und Baumanagement öffnete am 18. Februar 2016 die Türen für die Presse. Foto: Dirk Knofe

Der hohe Sportraum ist seit Wochen kein Feldbettlager mehr, zeigt sich hell und leer. Laut SIB muss der Tartanbelag ausgewechselt werden, auch die mit Textil bezogenen Prallwände genügten nicht mehr den Hygienestandards. Die Tribünen sind derzeit eingelagert, Sportgeräte werden zum Teil in der HTWK zwischengenutzt. Diese beweglichen Teile werden in die Grube-Halle zurückgebracht.

Blick ins Herren-WC der Ernst-Grube-Halle. Die Keramik wird ausgetauscht. Quelle: Dirk Knofe

Institut prüft Parkett

Ein Knackpunkt bleibt das Parkett. Der Boden trägt Gebrauchsspuren, die aber wohl zum großen Teil nicht aus dem halben Jahr Nutzung als Erstaufnahme stammen. „Das Parkett war mit einem schwer entflammbaren Flies geschützt“, erklärt Förster. Die Halle sei vor 20 Jahren zum letzten Mal grundrenoviert worden. Seitdem wurde das Parkett viel beansprucht von Sportstudenten und Vereinen. Bisher konnte der Boden immer wieder repariert werden.

Jetzt prüft das Institut für Sportbodentechnik Markkleeberg unter anderem, ob die elastischen Eigenschaften noch ausreichen, damit Stürze von Sportlern abgefedert werden können. Auch so scheinbar lapidare Größen wie das Ballsprungverhalten spielt eine Rolle. „Wir richten uns nach DIN-Normen. Die Ergebnisse liegen vor und werden jetzt ausgewertet“, so Bernd Härting vom Institut gegenüber LVZ.de. Das SIB schließt nicht aus, dass je nach Prüfungsergebnis auch der komplette Boden ausgetauscht werden könnte. „Dann dauert die Sanierung länger.“

Hier eine Kritzelei, dort herrenlose Schuhe – mehr ist nicht geblieben von der Nutzung als Flüchtlingsunterkunft. Quelle: Dirk Knofe

Sechsstellige Summe für Renovierung

In jedem Fall müsse der Freistaat eine sechsstellige Summe in die Renovierung der Ernst-Grube-Halle investieren. „In dem Bereich besteht ja Spielraum“, so Förster. Kostspielig könnte auch die Erneuerung der Lüftungsanlagen werden. In den Bädern sieht man: Die Gitter der Lüftungen sind verklebt. Atemluft und die ganz normalen Ausdünstungen der Bewohner haben sich dort niedergeschlagen. Auf 21 Grad wurde geheizt, „für diesen Zweck und einen Dauerbetrieb sind die technischen Anlagen nicht gemacht“, so Förster.

Zum 1. April werde die Halle den Sportlern auf keinen Fall schon wieder zur Verfügung stehen, so Förster. Die Universität hatte sich ohnehin mit ihrem Lehrbetrieb auf ein längerfristiges Interim eingerichtet. Im März soll aber schon der Durchgang durch die Grube-Halle zum Campus wieder geöffnet werden. Draußen wird nun außerdem das Verpflegungszelt demontiert, Rasen und Zuwegung am Richard-Wagner-Hain werden erneuert. Am kommenden Montag beginnen erste Arbeiten in der Halle. Förster: „Die Johanniter haben die Halle so schnell geräumt. Wir können eher loslegen.“

Von Evelyn ter Vehn

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