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Lokales Abriss der „Blechbüchse“: In sechs Wochen bleiben nur noch 80.000 Tonnen Schutt
Leipzig Lokales Abriss der „Blechbüchse“: In sechs Wochen bleiben nur noch 80.000 Tonnen Schutt
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14:15 20.04.2010
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Leipzig

Seit drei Wochen tragen Spezialisten der Firmen Reinwald  aus Leipzig und Kafril aus Großzschepa Stück für Stück das Verwaltungsgebäude hinter dem Kaufhaus ab. In weiteren drei Wochen sollen die Bagger dann auch der inzwischen entkleideten „Blechbüchse“ an den Kragen gehen.

„Hier muss beispielsweise noch die Fassadensicherung aufgebaut werden, ehe der Abriss beginnen kann“, berichtet Rico Gey, Bauleiter bei Reinwald, gegenüber LVZ-Online. Denn Teile des einstmals reich verzierten Antlitzes des Gebäudes sollen später auch in den Neubau des Einkaufszentrums „Höfe am Brühl“ an selber Stelle integriert oder zur Sicherung eingelagert werden. Wie Gey schätzt, werden die Abrissarbeiten insgesamt wohl noch fünf bis sechs Wochen andauern. Nach mehr als 100 Jahren Existenz wird somit vom berühmten Kaufhaus Anfang Juni endgültig nur noch ein gigantischer, nach Schätzungen des Bauleiters etwa 80.000 Tonnen schwerer Haufen Schutt übrig bleiben.

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Bis es soweit ist, verlangt der 1908 eröffnete und nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg in den 1960er Jahren umgestaltete Bau den Abbruch-Experten allerdings so einige Mühen ab. Die so genannte Stützen-Riegel-Bauweise des Verwaltungsgebäudes aus DDR-Zeiten erweist sich derzeit als sehr standfest. „Wir reißen von oben nach unten ab und das ist nicht leicht, weil die Konstruktion sehr massiv ist“, erzählt Rico Gey. Zudem müsse man natürlich auch beachten, dass die benachbarten Gebäude der Einkaufsmeile nicht in Mitleidenschaft gezogen würden, dass keine Abbruchteile auf die Straße fallen und dass die Staubentwicklung dabei so gering wie möglich ist.

Ende 2011 soll an Stelle des Kaufhauses das neue Einkaufszentrum "Höfe am Brühl" eröffnet werden. Nachdem die namensgebende Fassade der Blechbüchse vor wenigen Wochen im Zuge der Abrissarbeiten entfernt worden war, kam das durch Kriegsbomben schwer zertörte Antlitz früherer Tage zum Vorschein. Seit dem tritt eine Initiative um den Fernsehmoderator Renato Bodenburg mit Protestaktionen für die Rettung des Gebäudes ein.

Matthias Puppe

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