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Lokales Abschied von Leipzigs alter Hauptpost – Haus soll ab Juli zum Campus werden
Leipzig Lokales Abschied von Leipzigs alter Hauptpost – Haus soll ab Juli zum Campus werden
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22:30 04.05.2014
Einen letzten Blick auf die alte Hauptpost warfen die Besucher, die am Samstag an der Führung durch das Gebäude am Augsutusplatz teilnahmen. Quelle: André Kempner

Ab Mitte Juli soll ringsum für über 100 Millionen Euro ein Bildungscampus entstehen.

Bei der Führung, welche die Leipziger Denkmalstiftung veranstaltet hatte, brandete mehrfach Beifall auf. Das erste Mal, als sich der Hauseigentümer KSW entschloss, nicht nur wie angekündigt 150 Besucher einzulassen, sondern alle, die gekommen waren: mehr als 300.

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Das zweite Mal, als Jörg Zochert von der KSW-Geschäftsleitung sagte: „Wir würden uns sehr freuen, hier auch wieder eine Postfiliale herzubekommen. Ein Haus, wo draußen groß Post dran steht und das diese Geschichte hat, mag ich mir anders kaum vorstellen."

Das war Balsam für die Zuhörer, von denen viele einst selbst im historischen Herzen des Leipziger Post- und Fernmeldewesens tätig waren. Ab 1852 befanden sich am Augustusplatz – neben der wichtigsten Post der Stadt – noch das allererste Königlich-Sächsische sowie das Preußische Telegraphenamt.

Die 89-jährige Anneliese Mast aus der Friedrich-Ebert-Straße erzählte nun in der seit 2011 stillgelegten Schalterhalle, dass sie noch den 1838 fertiggestellten Vorgänger-Bau von Albert Geutebrück kannte. „Nach dem Ausbomben 1943 war in dessen Ruine ein Notpostamt", wusste die Seniorin, die sich selbst als „Postler mit Leib und Seele" vorstellte.

Manfred Schmidt (66) war einst gerade Lehrling beim VEB Bau-Union Leipzig (der im heutigen Amtsgericht residierte), als 1961 bis 1964 das jetzige Gebäude mit seiner ungewöhnlich leicht und modern wirkenden Aluminium-Vorhang-Fassade entstand: nach Plänen des 1984 verstorbenen Architekten Kurt Novotny. „Ich habe die Fensterbänke gemauert", sagte Schmidt. Und er konnte Denkmalschützer Steffen Peter Müller eine wichtige Frage beantworten: Die Lärmschutz-Deckenverkleidungen wurden ohne Asbest, nur aus Gips gefertigt.

Gleich nach der Fußball-Weltmeisterschaft, die auch auf den Augustusplatz übertragen werden soll und am 13. Juli endet, will KSW mit dem Abbruch „statisch nicht störender Teile" beginnen. Zum Beispiel entsteht so ein zusätzlicher Eingang nahe der Ecke Augustusplatz/Grimmaischer Steinweg.

Im November startet dann die denkmalgerechte Sanierung, sagte Zochert. „Die Hälfte der Flächen werden Studentenapartments und Service-Wohnungen. Als Mieter für den Gewerbeteil stehen schon vier Biotech-Unternehmen und zwei private Bildungsträger fest." Auf das Dach kommt eine gläserne „Skybar" mit 980 Quadratmetern (die LVZ berichtete).

Im Erdgeschoss und auf einem neuen Campus im ersten Stock sind eine privat betriebene Mensa, zwei Restaurants (Marché, Sausalitos), Bio- und Supermarkt sowie vieles andere geplant. Die Rückseite des Areals, das bis zur Querstraße reicht, soll später ein Neubau mit medizinischer Nutzung schmücken. Los geht’s aber mit dem Haus, dessen so besondere Fassade originalgetreu erhalten bleibt. Und in dem etliche Elemente – wie eine meterhohe Postbotin als Metallbiegearbeit – restauriert werden.

Jens Rometsch

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