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Lokales Abschnitt des Bürgerbahnhof-Plagwitz vor Eröffnung – Stadt beschließt neue Finanzierung
Leipzig Lokales Abschnitt des Bürgerbahnhof-Plagwitz vor Eröffnung – Stadt beschließt neue Finanzierung
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11:51 21.12.2013
Die Luftschaukel ist Teil des neuen Bürgerbahnhofs in Leipzig Plagwitz. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Dort wird am Sonnabend der erste Abschnitt eines Bürgerparks eröffnet, der den Charme der Eisenbahngeschichte weiter lebt und an dem viele ehrenamtliche Helfer mitgearbeitet haben.

Seitdem die ersten Bagger anrückten, sind sieben Monate vergangen. Nun hat die Initiative Bürgerbahnhof Plagwitz gemeinsam mit der Stadt Leipzig die Hürde erfolgreich gemeistert. Am Sonnabend wird der Nordkopf des ehemaligen Güterbahnhofs in der Naumburger Straße eröffnet. Koordinator Thorsten Mehnert und seine Familie haben zusammen mit 40 weiteren Helfern der Initiative einen großen Anteil an der Umgestaltung der inzwischen seit fast 20 Jahren brachliegenden Industriefläche.  

Leipzig. Gut zwei Monate vor Beginn der Arbeiten am Bürgerbahnhof Plagwitz können sich interessierte Leipziger über die Pläne für den weiteren Ausbau informieren. Bei einer Veranstaltung am Donnerstag in der Aula der Karl-Heine-Schule (Merseburger Straße 56) soll das Vorhaben im Detail vorgestellt werden. Ab 17.30 Uhr liegen die aktuellen Pläne aus.

Mehnert war es wichtig, dass die Geschichte des im 19. Jahrhundert größten Güterbahnhofs Europas, auch nach der Neugestaltung sichtbar bleibt. „Wir haben zum Beispiel alte Bahnsteigkanten zu Fußwegen und Sitzmöglichkeiten verarbeitet“, erklärt der Plagwitzer Anwohner. Auf dem etwa 120 Meter breiten und 1,1 Kilometer langen Abschnitt zwischen der Naumburger Straße und der Schwartzestraße erinnert aber auch die neue Luftschaukel, in Form eines Stellwerks der Bahn, an die Vergangenheit des Areals. Die Grünfläche beherbergt einen Boulder-Kletterfelsen und hat nach Angaben der Stadt insgesamt 600.000 Euro gekostet. Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) eröffnet das von Bäumen und Sträuchern umrahmte Gebiet am Sonnabend ab 14 Uhr.

Doch die Fertigstellung des Nordkopfs am Bahnhof-Plagwitz ist erst der Anfang eines großen Projekts, für das sich Mehnert engagiert, weil er selbst im Stadtteil wohnt und „helfen will, die Brachflächen in der Umgebung aufzuwerten.“ Der Großteil der riesigen Fläche (17,5 Hektar) des ehemaligen Güterbahnhofs ist immer noch Eigentum der Deutschen Bahn. Die Verhandlungen zwischen dem Unternehmen und der Stadt kommen nur stockend voran. Deshalb gestaltet sich die weitere Arbeit auf dem Gelände laut Mehnert schwierig.

Stadtrat beschließt weitere Finanzierung

Einen Lichtblick für das Projekt Bürgerbahnhof gab es allerdings in der Stadtratssitzung am vergangenen Donnerstag. Dort wurde entschieden, dass aus dem Rathaus für das Süd-Areal etwa 200.000 Euro fließen sollen, berichtet Mehnert. Bis zur Antonienbrücke sollen eine Park- und Waldfläche, Bürgergärten und ein Bauspielplatz anschließen. Südlich der Antonienstraße könnte ein „Urbaner Wald“ entstehen. Doch dafür muss die Stadt neben der Finanzierung auch die Eigentumsverhältnisse mit der Bahn klären. Die Stadtteile Grünau, Plagwitz und Kleinzschocher profitieren am Ende alle dank neuen Fuß- und Radwegen von einer besseren Verbindung.

Bis Anfang der 1990er Jahre diente der rund 1600 Meter lange Bahnhof dem Güterumschlag für das Industriegebiet Plagwitz-Lindenau. Insgesamt 20 Verbindungsbahnen bedienten über 100 Gleisanschlüsse. Mit dem Zusammenbruch der Industrie im Leipziger Westen verlor der Güterbahnhof nach der Wende seine Funktion.

Anne Grimm

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