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Lokales Abzocker und Hacker – die Gefahren im Internet
Leipzig Lokales Abzocker und Hacker – die Gefahren im Internet
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00:17 15.02.2017
Katja Henschler Quelle: Foto: privat
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Leipzig

Welche Gefahren lauern für Nutzer von Computer und Smartphone im Internet? Und wie kann sich jeder davor schützen? Katja Henschler (40), Referatsleiterin Telekommunikation/Elektronische Medien bei der Landesgeschäftsstelle der Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig, gibt über die häufigsten Betrugsversuche Auskunft.

Sie gibt es nur aus einem einzigen Grund – um arglose Kunden zu betrügen. Hier werden Waren zu überaus günstigen Preisen angeboten, allerdings nur zum Schein. Die Betreiber lassen sich die Produkte vom Käufer überwiegend per Vorkasse bezahlen, liefern dann aber nicht. Solche Shops sind teilweise sehr kurzlebig, manche verschwinden schon nach ein paar Wochen, wenn sich im Netz die Kunde verbreitet hat, dass der Laden unseriös ist. Aber dann eröffnen die Betreiber unter neuem Namen wieder und machen mit der gleichen Masche weiter.

Im Internet werden verschiedene Dienstleistungen angepriesen, die letztlich aber nur nach Anmeldung nutzbar sind, beispielsweise Kochrezepte, Routenplaner oder Versandshops. Aktuell warnt der Verbraucherschutz zum Beispiel vor Liquidado. Auf der Plattform werden zu ungeheuer günstigen Preisen Produkte aus Insolvenzen oder Geschäftsauflösungen angeboten. Doch Interessenten haben zunächst keinen Zugriff auf die Kontaktdaten des Verkäufers, müssen sich erst für einen Testzugang für 24 Stunden zum Preis von 99 Cent entscheiden. Doch wenn nicht innerhalb von 24 Stunden gekündigt wird, kommt eine Rechnung über 199,99 Euro – weil die Betreiber zusätzlich eine sogenannte Aktivierungsgebühr in Höhe von 199 Euro für ein weiteres Jahr verlangen.

Eigentlich sind sie ein alter Hut, aber nach wie vor wird damit versucht, Internetnutzer auf diese Weise auszunutzen. So werden Kunden von Online-Banking unter dem Vorwand, dass ihre Kontodaten verifiziert werden müssten, auf eine gefakte Seite umgeleitet, wo dann die Daten abgegriffen werden. Problematisch sind auch täuschend echt aussehende Rechnungen oder gar Mahnungen – angeblich von Versandshops. Verbraucher leiden unter dieser Unsicherheit, vor allem, wenn sie tatsächlich bei einem solchen Versandhandel etwas bestellt haben. Es ist gar nicht leicht, solche betrügerischen Schreiben zu erkennen. Denn diese Mails landen meistens nicht im Spam-Ordner, weil die Betrüger gelernt haben, diese Mechanismen zu umgehen.

Wenn Hacker Zugriff auf E-Mail-Konten oder Accounts von Facebook oder Amazon bekommen, haben die Betroffenen ein echtes Problem. So können die Täter im Namen ihrer Opfer Nachrichten verschicken und dadurch weitere Leute schädigen. Oder sie bestellen Waren im Namen und auf Kosten der Betroffenen.

Bei einem Online-Shop, bei dem man das erste Mal bestellt, ist es zu empfehlen, sich vorher über den Anbieter zu erkundigen, den Namen bei Google oder einer anderen Suchmaschine einzugeben. Skepsis ist bei besonders günstigen Preisen geboten. Wenn ausschließlich Vorkasse möglich ist, sollte man die Finger davon lassen, denn dann ist das Geld weg. Bei einer Lastschrift kann man die Summe wieder zurückbuchen, der Verbraucherschutz empfiehlt Rechnungskauf. Bei fragwürdigen Mails sollte man auf keinen Fall die Anhänge – meistens Word- oder Zip- sowie Bilddateien – öffnen. Wird man direkt auf eine Webseite umgeleitet, darf man keine sensiblen Daten, etwa zum Online-Banking eingeben. Banken werden niemals auf diesem Weg zu einer Verifizierung der Kontodaten auffordern. Grundsätzlich ist ein Virenschutzprogramm Pflicht.

Der Verbraucherschutz empfiehlt die Installation von Linux, einem Open-Source-Betriebssystem. Der Grund: Es hat so wenig Nutzer, dass Hacker sich nicht die Mühe machen, dafür extra Schadsoftware zu programmieren. Und Viren für Windows funktionieren hier nicht.

Passwörter sollten je nach Account unterschiedlich sein und häufiger erneuert werden. Auf keinen Fall sollte man nur ein Passwort haben, das für alle Zugänge wie E-Mail, Amazon und soziale Netzwerke gilt. Und wer im Internet unterwegs ist, sollte genauso rangehen, wie im Leben sonst auch: mit gebotener Skepsis und gesundem Menschenverstand.

„Cyber Crime – Wie kann ich mich vor digitalen Betrügereien schützen?“ – Um diese Frage geht es am 14. Februar ab 17 Uhr im Haus der Demokratie (Bernhard-Göring-Straße 152). Es referiert Stefanie Siegert von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Von Frank Döring

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