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Acht Verstöße gegen Tierschutzgesetz bei Zirkus-Gastspielen in Leipzig

Acht Verstöße gegen Tierschutzgesetz bei Zirkus-Gastspielen in Leipzig

Bei Zirkus-Gastspielen in Leipzig gibt es erhebliche Probleme mit dem Tierschutz. Das geht aus einer Antwort des Veterinäramtes auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor (die LVZ berichtete).

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(Symbolbild).

Quelle: Tobias Hase/Archiv

Leipzig. Demnach kamen in den letzten fünf Jahren 39 Zirkusunternehmen mit Wildtieren in die Messestadt. Sieben von ihnen führten exotische Arten wie Elefanten, Tiger, Nashörner, Giraffen, Braunbären, Löwen, Seelöwen sowie sogar ein Flusspferd mit.

In aller Regel fanden diese Gastspiele auf dem Festplatz am Cottaweg statt, den die Kommune vermietet. Darüber hinaus nutzten Zirkusunternehmen, die zumindest auch Kunststücke mit Haustieren zeigten, 20 weitere kommunale oder private Flächen - meist an Schulen oder vor Einkaufszentren.

Laut Veterinäramt wurden bei den Kontrollen, denen sich jedes Unternehmen vor Beginn des Gastspiels stellen muss, acht Verstöße gegen das Tierschutzgesetz festgestellt. Bei einem Zirkus, dessen Erlaubnis gemäß Paragraf 11 des Tierschutzgesetzes erloschen war, wurden alle Darbietungen mit Tieren verboten. Vier Betriebe erhielten Ordnungsstrafen, weil sie die Anmeldung zur Kontrolle nicht eingereicht hatten. Drei mussten wegen unkorrekter Bestandsdokumentationen Ordnungsstrafen zahlen. Auch seien bei etlichen Verstößen Auflagen erteilt worden. Dabei handelte es sich um folgende Mängel:

-ungenügende Wasserversorgung

-schlechte Haltungsbedingungen für Kaninchen und Tauben

-zu kleine Außengehege für Kamele, Ponys, Ziegen

-fehlende Scheuerungsmöglichkeiten und Schattenplätze für Elefanten

-keine Tierarztbehandlung von Verletzungen bei einem Pferd

-instabile Einzäunung eines Außengeheges für Kamele und Lamas

-unzulängliche Gestaltung einer Rampe für das Badebassin des Nilpferds

-fehlende Impfungen bei Hühnern

-keine Kennzeichnung bei Ziegen

-mangelhafte Hufpflege bei Pferden.

Sämtliche Betriebe hätten die Auflagen jedoch erfüllt, hieß es dazu noch.

Die Stadt Leipzig befürworte die Bundesratsentschließungen von 2003 und 2011, welche auf ein Verbot des Mitführens bestimmter exotischer Wildtiere abzielten, "deren artgerechte Haltung im Zirkusbetrieb generell in Frage gestellt werden muss", so das Veterinäramt. Dabei handele es sich vor allem um Menschenaffen, Elefanten, Nashörner, Nilpferde, Giraffen und Braunbären. Für ein generelles Verbot des Mitführens solcher Tiere fehle aber eine Rechtsgrundlage, die der Bund noch nicht geschaffen habe. Dies sei "bedauerlich".

Zum Hinweis der Grünen, dass einige Städte an Unternehmen mit exotischen Wildtieren keine kommunalen Flächen mehr verpachten, äußerte sich das Amt skeptisch. In Chemnitz und Darmstadt seien solche Regelungen von Gerichten kassiert worden. Am Cottaweg wäre dies rechtlich nur zulässig, wenn dort gar keine Veranstaltungen mehr stattfinden würden: also auch nicht die Kleinmesse.

Alrun Tauché, die tierschutzpolitische Sprecherin der Leipziger Grünen, sieht wegen der "recht langen Mängelliste" dennoch Handlungsbedarf. "In Chemnitz entscheidet der Stadtrat in Kürze, ob die Kommune einen erneuten Vorstoß unternimmt. Wir werden uns die juristische Grundlage dafür sehr genau ansehen, weitere Schritte überlegen." Eventuell reiche schon eine kleine Satzungsänderung oder ein Passus in den Pachtverträgen aus, um deutlich mehr für den Tierschutz im Zirkus zu tun, sagte sie.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.05.2015

Jens Rometsch

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