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Lokales LWB ändert Hausnummern in Leipzig – und informiert Mieter nicht
Leipzig Lokales LWB ändert Hausnummern in Leipzig – und informiert Mieter nicht
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12:52 20.03.2019
Die Mieter Otto Mühlberg (links) und Wolfgang Denecke aus der Nürnberger Straße 31b in Leipzig sind sauer über den unangekündigten Hausnummerwechsel. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Als Wolfgang Denecke eines Morgens aus ruhigem Schlaf erwachte, fand er sich in einem anderen Haus wieder, als jenem, in dem er zu Bett gegangen war. Fast 30 Jahre wohnte der 66-Jährige in der Nürnberger Straße 29A. Doch am Morgen des 1. März wachte er plötzlich in der Nummer 31B auf. „Ihr habt eine neue Hausnummer“, sagte ihm eine Briefträgerin, als Denecke das Gebäude auf dem Weg zum Einkaufen verließ. Und tatsächlich – an der Wohnungstür prangte auf dem Leuchtschild in großen Lettern die Nummer 31B, wo am Vorabend noch 29A gestanden hatte.

Statt zum Supermarkt zu fahren, machte Denecke auf der Türschwelle kehrt und setzte sich mit der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB) in Verbindung, welche für die Vermietung zuständig ist. Dabei erfuhr er, dass die Hausnummern der Nürnberger Straße 27A, 29A und 31 die neue Nummerierung 31A, B und C erhalten hatten. Warum die Mieter darüber nicht informiert wurden, wusste allerdings niemand.

Stadt dachte, Mieter seien informiert

Durch einen weiteren Anruf beim Amt für Statistik und Wahlen konnte der Mieter immerhin in Erfahrung bringen, dass dieses die LWB bereits im November 2018 über die bevorstehende Adressänderung in Kenntnis gesetzt hatte. Bis zum 30. Juni 2019 wurde der städtischen Wohnungs- und Baugesellschaft Zeit gegeben, die Änderung vorzunehmen. Auf dem Leipziger Amt nahmen die Mitarbeiter an, dass die Mieter darüber im Bilde seien.

Weil Denecke mit dieser Informationspolitik unzufrieden war, setzte er daraufhin im Namen der zehn Mietparteien der Hausnummer 31B einen offenen Brief an den Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) auf. „Wir möchten wissen, warum die Adressänderung notwendig war und wer die Kosten für zahlreichen Adressänderungen trägt“, fasst Denecke seinen Brief an den Rathauschef zusammen.„Es geht mir nicht darum, Krawall zu machen, aber als Mieter wollen wir doch ernst genommen werden.“ Schließlich müssten die Mieter nun Dokumente wie Personalausweise oder KFZ-Zulassungen ändern lassen, bei Versicherungen und Freunden über die neue Adresse informieren.

Nummer 29 befand sich vor der 27A

Von Jung persönlich bekamen die Mieter der Nürnberger Straße 31B keine Antwort, aber auf LVZ-Anfrage bringen die LWB und das Amt für Statistik und Wahlen etwas Licht ins Dunkel. Laut Jens Vöckler vom Amt für Statistik und Wahlen wurde die Adressänderung notwendig, weil eine „durchgängig aufsteigende Hausnummerierung in der Nürnberger Straße nicht mehr gegeben war.“ Die Nummer 29 befand sich im Straßenverlauf vor dem Gebäude mit der Nummer 27A. Einem Neubau auf dem nördlich angrenzenden Grundstück wurde zudem die Nummer 27B zugewiesen, was das Hausnummer-Chaos zusätzlich verschärfte.

Die LWB bestätigte auf Nachfrage, im November 2018 über die bevorstehende Änderung informiert worden zu sein. Daraufhin wurden die Deutsche Post AG, die Stadtwerke Leipzig GmbH, die Stadtreinigung Leipzig, die Leipziger Wasserwerke, die Arbeitsagentur Leipzig und das Finanzamt Leipzig benachrichtigt. Tatsächlich aber wurde den Mietern der Nürnberger Straße erst nach dem 1. März Bescheid gegeben. Die Information der Mieter über die städtische Entscheidung hätte früher erfolgen können, heißt es in einem Schreiben der LWB. Dafür entschuldigt sich die Wohnungs- und Baugesellschaft.

Ordnungsamt kommt mit Bürgerkoffer bei den Mietern vorbei

Noch läuft die Übergangsfrist, das bedeutet, dass noch beide Hausnummern gelten. In dieser Zeit können die Mieter ihre Ausweisdokumente auf einem Bürgeramt ihrer Wahl kostenfrei ändern. Das Amt und die LWB haben außerdem vereinbart, dass am 20. und 21. März Mitarbeiterinnen des Ordnungsamtes mit dem sogenannten Bürgerkoffer in den LWB-Servicekiosk Nürnberger Straße 33 kommen. Am Mittwoch zwischen 13 und 17 Uhr und am Donnerstag zwischen 9 und 12 Uhr können die Mieter dort ihre Dokumente direkt vor Ort ändern lassen.

Das ist alles schön und gut, findet Mieter Wolfgang Denecke. „Sowohl die Entschuldigung für die verspätete Mitteilung und die Information über den Bürgerkoffer-Termin habe ich nur auf Nachfrage am Telefon erfahren“, sagt er. Zwei Anrufe waren nötig, bis ein Aushang mit den nötigen Informationen im Hausflur hing. „Das hätte anders laufen können.“

Von Pia Siemer

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