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Adventskalender für die kleine Domingas - Hilfe im Leipziger Diakonissenkrankenhaus

Adventskalender für die kleine Domingas - Hilfe im Leipziger Diakonissenkrankenhaus

Domingas, sieben Jahre alt und in Angola zuhause, liegt seit November auf der Station 2 im Leipziger Diakonissenkrankenhaus. Sie gehört zu jenen kranken Kindern, die das Friedensdorf International in Oberhausen aus Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt holt, um ihnen da medizinisch zu helfen.

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Dr. Ulf Kilian und Steffen Rößner mit Domingas (7) im Diakonissenkrankenhaus (v.l.).

Quelle: André Kempner

Leipzig. Domingas hat Kulleraugen. Wann immer sich Gelegenheit bietet, scheinen sie sich - wie die Kleine selbst - am liebsten vor Lachen mit zu kugeln. Nur ein krankes Beinchen bremst das fröhliche Energiebündel etwas aus. Domingas, sieben Jahre alt und in Angola zuhause, liegt seit November auf der Station 2 im Leipziger Diakonissenkrankenhaus. Sie gehört zu jenen kranken Kindern, die das Friedensdorf International in Oberhausen aus Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt holt, um ihnen da medizinisch zu helfen, wo ihnen daheim nicht geholfen werden kann.

Bei Domingas ist es eine schwierige Entzündung des Schienenbeins gewesen, die dem Mädchen seit anderthalb Jahren zu schaffen machte. "Das Friedensdorfteam hatte sie vor über einem Jahr aus Angola geholt. Primär war sie in einer Klinik in Norddeutschland operiert worden, aber ohne Erfolg", sagt Oberarzt Ulf Kilian. Eine Option wäre da nur noch eine Knochentransplantation gewesen. "Es gibt allerdings nur wenige Kliniken, die - so wie wir - damit schon Erfahrung bei Kindern haben. Also wurden wir gefragt, ob wir weiterhelfen könnten."

Als Domingas in Leipzig ankam, hätten die Ärzte jedoch erst einmal versucht, ihre Kniebeweglichkeit bei dem erkrankten rechten Bein wieder herzustellen. "Sie konnte das Knie nicht strecken", erzählt Kilian. Vorige Woche folgte nun jene OP, bei der das Wadenbein von der linken Seite ersatzweise quasi als Schienenbein in den rechten Unterschenkel verpflanzt wurde. "Wir hoffen, dass es dort gut anheilt", sagt Kilian und fügt erklärend hinzu: "Das mit dem nunmehr links fehlenden Wadenbein ist nicht so tragisch. Schon nach einem Vierteljahr etwa wächst das komplett wieder nach. Ebenso, wie das Wadenbein an Schienbeinstelle sich dort seiner neuen Funktion anpasst - wenn es gut ,eingebaut' ist! Das ist schon ein biologisches Wunder. Allerdings eines, was nur bei Kindern funktioniert."

Seit gut 20 Jahren ist Leipzigs Diakonissenhaus eines die vielen Krankenhauspartner vom Friedensdorf. "Seither haben wir pro Jahr ein bis zwei kriegsverletzte oder schwer kranke Kinder bei uns aufgenommen. Wobei man schon erwähnen muss - der Behandlungsaufwand ist stets sehr hoch und langwierig", sagt der Ärztliche Direktor Ulrich Socha und betont die immense Teamleistung, die dahinter steckt: von Ärzten, Schwestern, Pflegern - Bezahlt werden muss das Ganze freilich auch. "Den Großteil der Kosten trägt unser Krankenhaus schon selbst", erklärt der kaufmännische Geschäftsführer Christoph Möllering. "Doch natürlich sind wir bei so etwas auch auf Spenden angewiesen."

Domingas weiß von all dem nichts. Sie sitzt in ihrem Bettchen, liebt von allen treu umsorgenden Seelen Schwester Manuela am meisten: Sie wäscht die Kleine, spielt mit ihr, übt das Laufen. Strahlend verweist das Kind auf gleich drei Adventskalender und eine Mehrfach-Schokoladenweihnachtsmann-Lieferung vom Nikolaus. Mit der Bildungsagentur sei man wegen eines Lehrers im Gespräch, sagt Bruder Steffen. Und, dass aktuell bereits drei Angebote aus der Mitarbeiterschaft vorlägen, das Kind Heiligabend mit zu sich zu nehmen.

Wenn es für Domingas gut läuft, sagt Kilian, könne sie im Januar erst mal zurück ins Friedensdorf. In zwei Monaten stünde dann hier in Leipzig die letzte OP für sie an, wo unter anderem ein am Bein noch fixiertes äußeres Gestell entfernt wird.

@Näheres, auch zur Spendenmöglichkeit, unter www.diako-leipzig.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.12.2013

Angelika Raulien

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