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Ärger im Leipziger Seeburgviertel: Unitas Genossenschaft kündigt langjährigen Mietern

Ärger im Leipziger Seeburgviertel: Unitas Genossenschaft kündigt langjährigen Mietern

Im Seeburgviertel stößt ein großes Bauvorhaben der Wohnungsgenossenschaft Unitas auf Ablehnung bei einem Teil der Mieter. "Wir haben immer gedacht, hier sind wir sicher.

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So soll das Ensemble, das sich genau gegenüber vom Edeka-Markt in der Nürnberger Straße befindet, nach der Sanierung aussehen.

Quelle: UnitasIBA GmbH

Leipzig. Die Genossenschaft kann uns nicht rauswerfen", erzählt Thilo Werner. Doch Ende März hätten alle Bewohner der Nürnberger Straße 43/45 die Kündigung erhalten - mit neun Monaten Frist zum Jahresende. "Ich will aber nicht ausziehen", sagt der 50-Jährige.

Auch Gabriele Ziener in der Nürnberger Straße 39/41 ist empört. Sie habe zwar noch keine Kündigung, aber dies sei nur noch eine Frage der Zeit. "Ich bin gleich nach Fertigstellung unserer Blöcke im Jahr 1990 eingezogen", so die 75-Jährige. "Im Nachbareingang wohnt ein Mann, der 81 ist. Die Genossenschaft fragt nicht, wie viele Alte und Kranke hier leben." Zur ersten Mieterinformationsveranstaltung im letzten September seien alle Pläne schon fertig gewesen.

Unitas-Vorstand Steffen Foede betont hingegen, es gehe sehr wohl um das Wohl der Mieter: "Zum Beispiel die Aufzüge waren immer wieder ein Wunsch gerade älterer Bewohner. Wir wollen alle Mitglieder behalten", versichert er.

Dass die Genossenschaft citynahe Plattenbauten erfolgreich sanieren kann, habe sie erst jüngst bei ihren 177 Wohnungen im Kolonnadenviertel bewiesen. Dort wurde vergangene Woche die Fertigstellung gefeiert, entstand ein modernes Quartier in vier verschiedenen Preisklassen. "Im Seeburgviertel planen wir ein ähnliches Modell bei insgesamt 126 Wohnungen." Allerdings verfügten drei der vier Häuser über nicht mehr marktgerechte Grundrisse, was sich auch in einem Gesamtleerstand von mehr als 25 Prozent zeige. Zum Beispiel seien Küche und Schlafzimmer in den Drei-Raumwohnungen nur über die Stube als Durchgangszimmer erreichbar. "Dort müssen wir komplett umbauen, was im bewohnten Zustand nicht geht."

Die Kündigungen seien nur "rein vorsorglich" verschickt worden, um einen kostengünstigen Bauablauf zu sichern. Das auf "deutlich unter zehn Millionen Euro" veranschlagte Vorhaben werde in vier Jahresscheiben aufgeteilt, damit ein Umzugsmanagement zwischen den vier Häusern stattfinden kann. Mit dem ersten Abschnitt in der Bauhofstraße 9-11, wo niemand ausziehen muss, wurde vor wenigen Tagen begonnen. Dort sind nur eine energetische Sanierung, größere Balkone und Außenfahrstühle geplant.

Wiederholt habe die Unitas alle Mieter gebeten, in individuellen Gesprächen eine passende Lösung zu finden, sagt Foede. Jedem werde eine dauerhafte Ersatzwohnung oder Rückkehr nach der Sanierung sowie Übernahme der Sonderkosten angeboten. "Einige wenige Mitglieder haben leider noch kein Interesse an einem Gespräch signalisiert."

Zu ihnen gehört Thilo Werner, der unter anderem kritisiert, dass in den bereits abgeschlossenen Architekten-Wettbewerb nicht die Wünsche der langjährigen Mieter eingeflossen seien. "Eine Zwei-Raum-Wohnung mit 80 Quadratmetern oder offener Küche - das wollen wir gar nicht - wäre auch mit Modernisierungsumlage zu teuer. Ich bin nicht gegen die Sanierung, aber bei den Grundrissen muss eine bessere Lösung her."

Laut Vorstand Foede wurde das siegreiche Architekturbüro IBA aus Jena inzwischen beauftragt, noch mal umzuplanen und auch kleinere Wohnungen mit 50 Quadratmetern vorzusehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.04.2015

Jens Rometsch

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