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Lokales Ärger über vereiste Nebenstraßen in Leipzig - mehr Geld für die Stadtreinigung gefordert
Leipzig Lokales Ärger über vereiste Nebenstraßen in Leipzig - mehr Geld für die Stadtreinigung gefordert
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22:52 07.02.2012

Die Fraktion fordert deshalb, die Stadtreinigung mit mehr Geld und Personal auszustatten.

„Der Zustand wird mit einsetzendem Winterwetter jährlich wiederkehren, wenn es nicht gelingt, den Eigenbetrieb Stadtreinigung finanziell, personell und technisch so aufzustellen, dass er in der Lage ist, flächendeckend zu räumen und zu streuen“, sagte Stadtrat Sören Pellmann am Dienstag. Die Mitarbeiter seien an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit, die Technik „zum Teil deutlich veraltet“, erklärte der Linken-Sprecher für Ordnung und Sicherheit.

Stadtreinigung: „Nebenstraßen sehen zum Großteil gut aus“

Frank Richter, Betriebsleiter der Stadtreinigung, weist die Kritik zurück. Rund um die Uhr seien Räum- und Streufahrzeuge im Einsatz, die Nebenstraßen „sehen zum Großteil gut aus“. Direkt nach dem ersten Schnee-Wochenende - am vergangenen Montag - sei damit begonnen worden, auch Nebenstraßen zu räumen, vorrangig diejenigen, die zwei Hauptstraßen miteinander verbinden. Man sei somit seit über einer Woche rund um die Uhr im Einsatz: Sechs bis acht Fahrzeuge am Tag, zwölf in der Nachtschicht.

Spiegelglatt: Viele Leipziger Nebenstraßen - wie die Holbeinstraße - haben sich inzwischen in gefährliche Rutschpisten verwandelt. Quelle: Volkmar Heinz

Joachim Josiger stellt dem Winterdienst jedoch ein schlechtes Zeugnis aus: "Alle Nebenstraßen sind eine Eisbahn", sagte der Südvorstädter am LVZ-Lesertelefon. Und Klaus Neubert aus Thekla, der am Montag mit dem Auto in Mockau und Schönefeld unterwegs war, konnte ebenfalls nichts Positives berichten: "Es war eine einzige Rutschpartie." Natürlich müsse man seine Fahrweise den winterlichen Verhältnissen anpassen, "aber dieser Straßenzustand ist nicht tragbar, das kann lebensgefährlich werden".

Stefan Schmidt aus Gohlis konnte davon ein Lied singen. Der 27-Jährige rutschte am Freitag in einer Seitenstraße im Leipziger Osten beim Abbiegen gegen ein parkendes Fahrzeug. "Und das, obwohl ich keine 20 Kilometer pro Stunde hatte und ganz vorsichtig gefahren bin." Nach Meinung vieler Anrufer am LVZ-Lesertelefon muss nach der Räumung der Hauptstraßen doch Zeit sein, sich um die Nebenstraßen zu kümmern. "Ich habe aber nicht ein einziges Streufahrzeug gesehen", ärgerte sich Neubert.

Winterdienst-Hotline nimmt Beschwerden entgegen

Der Frust der Bürger sei „verständlich und nachvollziehbar“, meint Linken-Politiker Pellmann. „Gerade die Mobilität von Menschen mit Behinderungen oder Eltern mit Kinderwagen wird eingeschränkt“, so der Stadtrat. So schlecht, wie von vielen kritisiert, sei der aktuelle Zustand jedoch nicht. „Das Hauptstraßennetz ist in einem geräumten Zustand. Viele Nebenstraßen, die nach gültiger Winterdienstsatzung gar nicht geräumt werden müssten, sind geräumt beziehungsweise abgestumpft.“

Zwei Drittel aller Straßen in Leipzig seien Nebenstraßen, der Großteil davon sei mittlerweile geräumt, meint Stadtreinigungs-Chef Richter. „In alle kommen wir aber nicht rein, weil bei manchen die Durchfahrtbreite zu gering ist.“ Zudem gebe es kein planmäßiges Netz wie bei den Hauptstraßen, bei denen man wisse, dass man 577 Kilometer Gesamtlänge zu bearbeiten habe. Deshalb fahre die Stadtreinigung nicht systematisch durch die Stadtteile, sondern setze Räumungs-Schwerpunkte - vor allem vor öffentlichen Einrichtungen wie Schulen und Kindertagesstätten. 150 Mal sei das in der vergangene Woche passiert.

Nicht geräumt: In der Gerhardstraße können Autofahrer nur Schrittempo fahren. Quelle: André Kempner

Für Bürger, die ein akutes Problem in ihrem Wohngebiet vorzuweisen haben, hat Richter eine Empfehlung. Sie sollen sich direkt an die Winterdienst-Hotline der Stadtreinigung wenden (0341 / 6 57 14 99) und dort ihr Anliegen schildern. Was einzelne Beschwerden angehe, wolle man sich "die genannten Straßen im einzelnen ansehen".

Robert Nößler / Tobias Ossyra

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