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Lokales Ärger um Hundekot: „Stinkbomben“ werden an Bäume und Zäune gehängt
Leipzig Lokales Ärger um Hundekot: „Stinkbomben“ werden an Bäume und Zäune gehängt
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14:18 22.02.2018
Hier läuft alles richtig: Ein Hundebesitzer sammelt den Kot der Tiere auf. (Archivbild) Andernorts hängen die Hundehalter allerdings auch die Beutel an die Bäume.  Quelle: André Kempner
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Leipzig

 Beim Thema Hundekot werden auch Hundebesitzer mäklig. Zwar wissen sie sehr wohl, dass sie eine Tüte zum Aufsammeln der Häufchen bei sich tragen müssen. Doch was mit den Stinkbomben dann zu geschehen hat, dazu gibt es eigenwillige Ansichten.

Achtlose Entsorgung

Seit längerem breitet sich in Leipzig die Angewohnheit aus, die Kotbeutel einfach an den nächsten Baum oder Gartenzaun zu hängen oder einem Kleingärtner übern Zaun zu werfen. „Das ist echt eklig“, ärgert sich eine LVZ-Leserin aus Lößnig. Wochenlang bleiben die Beutel dann hängen, und zwar auf Augenhöhe der Spaziergänger. Einige Tüten werden irgendwann von Raben aufgepickt.

Die Verursacher sind nicht unbedingt Bewohner von Lößnig: „Teilweise kommen Hundebesitzer mit dem Auto angefahren, steigen mit drei oder vier Hunden aus und lassen die Tiere auf den Wiesen laufen.“ Papierkörbe gebe es im Landschaftsschutzgebiet nicht – aber die Verdauungsrückstände ihres Lieblings in die Tasche stecken und mit nach Hause nehmen, das wollen auch die größten Hundeliebhaber nicht unbedingt.

Hundehaufen am Spielplatz Richterplatz in Gohlis. Quelle: André Kempner

Hoffen auf DNA-Register

Auch in anderen Stadtteilen ärgern sich Anwohner über die ungebetene „Kleinkunst“. Ute Pomplitz aus Eutritzsch schlägt in einem ironisch formulierten Leserbrief an die LVZ vor, die Verursacher mit einer „Belohnung, die sich Bußgeld nennen kann“, zu würdigen. „Doch die fleißigen Künstler sind bescheiden und wollen bei der Arbeit nicht beobachtet werden.“ Deshalb schöpft die Leserin Hoffnung, dass die Sache erst auf saubere Wege kommt, wenn das vom Bundestag 2017 beschlossene Zentrale Hunde-DNA-Register greift. Dann könnten die Ordnungsbehörden Proben der Hundehaufen mitnehmen, in ein Labor schicken und den Haltern ihr Versäumnis nachweisen.

Geldbuße bis 1000 Euro

„Trotz regelmäßiger Hundekontrollen gelingt es nur in seltenen Fällen, eine Hundekotliegenlasserin oder Hundkotliegenlasser auf frischer Tat zu ertappen, weil sich das Geschehen innerhalb kürzester Zeit abspielt“, heißt es auf der Webseite der Leipziger Stadtverwaltung. Wer Tierkot nicht unverzüglich entfernt, oder wer noch nicht mal Behältnis dafür bei sich hat, kann in Leipzig mit einer Geldbuße von bis zu 1000 Euro bestraft werden. Doch das scheint keine ernsthafte Abschreckung zu sein, dafür finden die Kontrollen einfach zu selten statt.

Hundeverbot auf Spielplätzen

Jürgen Förster aus Gohlis hat am vorletzten Wochenende mit seinen fünf Enkelkindern den Spielplatz auf dem Richterplatz besucht – und sich gewaltig geärgert über den „unerträglichen Zustand des durch Hundekot verschissenen Spielplatzes“. Förster fordert zusammen mit seiner Familie die Stadtverwaltung auf, den gesamten Platz zu reinigen, Gebots- und Verbotshinweise am Spielplatz und an der Rasenfläche aufzustellen sowie Tütenspender und Behältnisse zum Entsorgen für Hundekot aufzustellen. Auf Spielplätzen gebe es ein generelles Hundeverbot, betont Ordnungsamtsleiter Helmut Loris.

Von Kerstin Decker

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