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Lokales Ärger um Schülercard: Genehmigung für neue Tarife fehlt noch
Leipzig Lokales Ärger um Schülercard: Genehmigung für neue Tarife fehlt noch
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00:19 02.07.2017
Die Schülercard Junior der Leipziger Verkehrsbetriebe. (Archivbild) Quelle: André Kempner
Leipzig

Nicht wenige Eltern dürften in den vergangenen Tagen umsonst eines der Servicezentren der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) aufgesucht haben. Grund: Zum Schuljahresende hatte das Unternehmen Tausende Briefe an Nutzer der Schülercard oder Schülermobilcard verschickt. Das sind die allermeisten der gegenwärtig 46 500 Schüler in Leipzig.

In den Briefen wiesen die LVB freundlichst darauf hin, dass die alte Karte – wie jedes Jahr – nach den Sommerferien ungültig wird. Wer die vergünstigten Tarife weiter nutzen will, solle ein beiliegendes Antragformular bis zum 10. Juli ausgefüllt zurückschicken oder einfach in einem der Servicezentren vorbeikommen. „Der fällige Ticketpreis kann entweder per SEPA-Lastschrift oder vor Ort in einem der Servicezentren beglichen werden.“

Preiserhöhung noch nicht genehmigt

Allerdings stand in den Briefen nirgendwo, was die Dauerkarten für das neue Schuljahr kosten. Wer keinen Blankoscheck unterschreiben wollte, musste sich also selbst zu den LVB bemühen. Nun schilderte eine LVZ-Leserin, dass sie dort am Montag – wegen viel Andrangs – 20 Minuten gewartet habe. Als sie endlich an der Reihe war, sei sie wieder weggeschickt worden. „Angeblich können noch keine neuen Verträge abgeschlossen werden, weil die jüngsten Preiserhöhungen noch nicht genehmigt sind“, kritisierte sie.

Das stimmt, aber nur zum Teil, erklärte Unternehmenssprecher Marc Backhaus auf Nachfrage. Richtig sei, dass per 1. August der Preis für die Leipziger Schülercard (gilt wochentags von 5 bis 18 Uhr, aber nicht in den Ferien) um sechs auf 139 Euro steigt, der Preis der Schülermobil-Card (gilt rund um die Uhr, auch am Wochenende und in den Ferien) um zehn auf 254 Euro. Noch seien die neuen Tarife aber nicht durch die zuständige Aufsichtsbehörde genehmigt. „Auch in den vergangenen Jahren war die Situation ähnlich, sodass wir immer versucht haben, unseren Kunden gegenüber sehr kulant zu reagieren.“ Damit die Eltern schon vor der allgemeinen Urlaubszeit Gelegenheit haben, sich um neue Karten zu kümmern, würden sie möglichst zeitig angeschrieben. Durch den frühen Termin der Sommerferien in Sachsen fehle dann aber stets noch die behördliche Genehmigung.

Ohne Genehmigung könnten die neuen Preise aber nicht einfach in den Bezahlsystemen der Verkaufsmitarbeiter hinterlegt werden. Das habe dazu geführt, dass diese zwar Anträge für die neuen Karten entgegennehmen durften, soweit dabei eine monatliche Ratenzahlung oder spätere Abbuchung des Gesamtbetrags vereinbart wurde. Wer aber das Geld sofort in bar, per EC- oder Kreditkarte bezahlen wollte, der wurde wieder weggeschickt. Weil das technisch nicht möglich war.

Mittlerweile Zwischenlösung gefunden

Nach der LVZ-Anfrage haben die Verkehrsbetriebe nun allerdings noch mal über das Problem nachgedacht und eine für die Kunden bessere Lösung gefunden, erklärte Backhaus weiter. „Ab jetzt ist auch ein sofortiges Bezahlen des Gesamtbetrags in allen unseren Servicezentren möglich.“

Für den höchst unwahrscheinlichen Fall, dass die neuen Tarife doch keine Genehmigung erhalten, werde dann allen Sofortzahlern das zuviel kassierte Geld zurückerstattet. „Dazu haben wir uns entschlossen, damit es keine weiteren Fälle gibt, bei denen Kunden erst lange warten und dann ohne Ergebnis wieder weggeschickt werden müssen. Soweit es solche Fälle schon gab, möchten wir uns dafür entschuldigen.“

Von Jens Rometsch

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