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Lokales Ärgerlicher Fahnen-Klau beim CSD: Vor dem Rathaus wehte keine Regenbogenflagge
Leipzig Lokales Ärgerlicher Fahnen-Klau beim CSD: Vor dem Rathaus wehte keine Regenbogenflagge
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17:34 24.07.2013
Mehrere tausend Teilnehmer haben sich am Samstagnachmittag zum großen CSD-Umzug 2013 auf dem Leipziger Markt versammelt. Quelle: Regina Katzer
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Leipzig

Die Regenbogenflagge wurde in der Nacht zum Samstag gestohlen. Die Veranstalter gehen von einer homophoben Tat aus und finden die Aktion „unerhört“.

Fotos vom CSD 2013 in Leipzig:

Als Sandra Kamphake, Sprecherin des Leipziger CSD, von dem Diebstahl der Fahne erfuhr, war sie entgeistert: „Auch wenn die Fahne für sich nur ein buntes Stück Stoff ist, zeigt sie doch, wie viel Groll und Abneigung in unserer Gesellschaft immer noch gegenüber der LGTB-Bewegung verankert ist.“ Mit LGBT meint sie die die Gemeinschaft der Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen, die in vielen Teilen der Welt seit 1970 jedes Jahr auf die Straße gehen, um für Gleichberechtigung zu demonstrieren.

Fahnen-Diebstahl löst Irritationen aus

Die Regenbogenflagge ist ein Symbol dieser Bewegung. Seit 2009 flattert sie am Abschlusstag des CSD vor dem Leipziger Rathaus. Dass sie dieses Jahr gefehlt hat, macht die 26-Jährige wütend. „Wer macht denn so etwas?“, fragt sie sich. Ein Bekennerschreiben hätte es nicht gegeben, die Studentin könne es sich auch gut vorstellen, dass sich jemand einfach einen Jux erlaubt hat. „Dieses Statement ist alles andere als konstruktiv.“ Sie wünscht sich eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Gleichzeitig zeige der Vorfall aber auch, dass im Kampf für gleiche Rechte noch lange kein befriedigendes Ende abzusehen sei.

Auch im Rathaus hat man mit dem Diebstahl nicht gerechnet. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand die Flagge gestohlen hat, um sie selbst aufzuhängen“, sagt Kathrin Darlatt, gleichstellungspolitische Referentin. Sie geht davon aus, dass die Stadt demnächst nicht nur eine, sondern gleich zwei neue Fahnen erwerben wird. Das Doppelpack wäre nämlich derzeit im Angebot und würde nur 150 Euro kosten, währenddessen ein einzelnes Exemplar mit 180 Euro zu Buche schlägt. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass beim kommenden CSD wieder eine Regenbogenfahne vor dem Rathaus wehen wird.

Veranstalter ziehen positive Bilanz

Insgesamt zieht das Organisationsteam des CSD ein positives Fazit aus der Woche, die unter dem Motto „L(i)eben und L(i)eben lassen“ stand. „Besonders die politisch motivierten Veranstaltungen waren ausgesprochen gut besucht“, heißt es in einer Pressemitteilung. Außerdem hätte sich die Entscheidung, den CSD in diesem Jahr auf dem Marktplatz und nicht auf dem Nikolaikirchhof stattfinden zu lassen, als richtig erwiesen. „Die Demo, ein friedlicher Zug durch die Stadt mit nachdrücklichen Forderungen und Anregungen und das abschließende Bühnenprogramm waren gleichzeitig musikalische Belohnung und eine umfassende politische Stellungnahme aller demokratischen Parteien Leipzigs“, resümieren die Veranstalter.

Felix Forberg

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