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Ärgernis Hundekot: Leipzigs Vierbeiner könnten bald anhand ihrer DNA identifiziert werden

Ärgernis Hundekot: Leipzigs Vierbeiner könnten bald anhand ihrer DNA identifiziert werden

Auf den Straßen liegen gebliebener Hundekot sorgt in Leipzig bei Fußgängern und Anwohnern regelmäßig für Verärgerung. Nun wird im Stadtrat überlegt, säumigen Tierhaltern mit moderner Technologie auf die Schliche zu kommen.

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Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Hunde könnten demnach einem DNA-Test unterzogen werden und den Tieren kleine Computerchips implantiert werden.

Hundefreund Lothar Altner genießt täglich den Auslauf mit seinem 15 Monate alten Hund Rudi. Auf der großzügigen Rosenthalwiese in Gohlis springt Rudi gerne umher. Sein Halter ist dafür verantwortlich, die Hinterlassenschaften seines tierischen Begleiters einzusammeln. Leipzigs Ratsversammlung will im Juni über die Einführung von Chips entscheiden, die jedem Hund implantiert werden. Mithilfe dieses Erkennungsmerkmals wären unschöne Hinterlassenschaften in Leipzigs Parks blitzschnell identifiziert. In der englischen Metropole London wird dieses Modell bereits praktiziert. Dort müssen Hundebesitzer, wenn ihr Tier auf frischer Tat ertappt wird, umgerechnet 110 Euro bezahlen.

In Leipzig hat der städtische Fachausschuss für Umwelt und Ordnung den Vorschlag einer DNA-Datenbank für Hunde am vergangenen Dienstag zwar abgelehnt, dennoch könnte sich die Ratsversammlung im Juni immer noch die Einführung aussprechen, teilte Stadtrat Konrad Riedel (CDU) mit.

Sollte sich die Stadt für eine DNA-Datenbank entscheiden, dann müsste Hunden ein Erkennungschip eingepflanzt werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf bis zu 250 Euro. Beim Hinterlassen von Hundekot könnten Hundebesitzer anhand der DNA-Analyse ihres Vierbeiners gefunden werden und müssten mit einer Strafe bis zu 50 Euro rechnen.

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Lothar Altner (74) mit seinem 15 Monate alten Hund Rudi hält eine Gendatenbank für die Vierbeiner für Geldverschwendung.

Quelle: Dirk Knofe

Der Umweltausschuss hat das Projekt aus finanziellen und rechtlichen Gründen abgelehnt. „Die Kosten allein schon für Labor und Verwaltungsaufwand übersteigen die Bußgeld-Einnahmen um ein Vielfaches“, beurteilte der Vorsitzende des Ausschusses, Achim Haas (CDU). Hinzu käme, dass die Hundebesitzer zusätzlich zur Hundesteuer, den Blutbild-Test und das Chippen bezahlen müssten. Das will der Ausschuss ihnen nicht zumuten.

Zudem ist der Ausschuss unsicher, ob mit der Einführung von Chips und Test alle Vierbeiner anhand ihrer Hinterlassenschaft identifiziert werden können. Ungefähr 3500 bis 4000 Hunde seien nicht bei der Stadt registriert, erläutert Haas. Rund 3000 Kontrollen pro Jahr ergaben, dass 80 bis 90 Prozent aller Tierfreunde einen Kotbeutel während des Gassigehens parat hätten. Nur jeder Zehnte habe laut Sicherheitsumfrage der Stadt während des Gassigehens keine Tüte für den Kot dabei.

Auch rechtlich gesehen könnte eine DNA-Datenbank problematisch werden, denn in Sachsen besteht überhaupt keine Chippflicht. Die Kommunen seien nicht berechtigt, von den Hundehaltern eine DNA-Probe zu erhalten, so der Ausschuss. In Deutschlands Städten gibt es zwar Bestrebungen, eine solche Datenbank aufzubauen, bis heute blieben jedoch gesicherte Erkenntnisse darüber aus.

Tierfreund Altner hält die Idee einer Gen-Datenbank, um Hunde am Kot zu identifizieren, für Geldverschwendung. „Ich hab meine Tüten für die Hinterlassenschaften meines Hundes immer einstecken“, erklärt er. Der 74-jährige Rentner kritisiert, das Problem sei viel eher der Mangel an Abfallbehältern auf Hundewiesen in der Stadt. In diesem Urteil stimmt ihm auch der Ausschussvorsitzender Haas zu. Die Stadt könne effizienter agieren, indem sie Spender für Kot-Tüten sowie mehr Mülleimer aufstellen würde. Das wäre dann der unbürokratische Weg, das Problem in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig appelliert Haas an die Vernunft und soziale Verantwortung der Hundehalter.

Melanie Steitz

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