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Lokales AfD ist für große Trasse durch den Leipziger Auwald
Leipzig Lokales AfD ist für große Trasse durch den Leipziger Auwald
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11:50 18.11.2016
Leipzigs Bevölkerung wächst, die Zahl der Autos im Stadtgebiet auch. Die Folge sind immer mehr Staus auf Leipzigs Straßen – hier auf dem Innenstadtring. Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Die Stadtratsfraktion der Alternative für Deutschland (AfD) ist dafür, den Autoverkehr auf dem Leipziger Innenstadtring zu reduzieren. Darüber müsse nachgedacht werden, wenn das bis 2030 prognostizierte Bevölkerungswachstum auf 720 000 Einwohner eintritt, heißt es in einer Erklärung. Ziel der städtischen Anstrengungen müsse sein, den Durchgangsverkehr auf dem Innenstadtring deutlich zu verringern. Die Stadt sollte dafür auf die Pläne zurückgreifen, die der Rat schon in den 90er-Jahren beschlossen hatte, als für Leipzig ein starkes Bevölkerungswachstum avisiert wurde. Dies betreffe insbesondere die Komplettierung des damals geplanten Leipziger Tangentenvierecks und des Mittleren Rings.

Die AfD wendet sich damit ausdrücklich gegen die von der Stadtverwaltung seither vorgenommenen Modifizierungen dieser Pläne. Die Stadt hatte im Jahr 2006 den vorgesehenen Bau einer acht Kilometer langen Schnellstraße durch den südlichen Auwald zu den Akten gelegt. Sie war bis dahin ein Teilstück des sogenannten Mittleren Rings und insbesondere in Leipzigs Olympiabewerbung unverzichtbar gewesen, um die hohen Verkehrsbelastungen zu bewältigen. Diese südliche Auwaldquerung sollte an der Koburger Straße in Connewitz beginnen, entlang einer Fernwärmetrasse der Stadtwerke durch den Wald führen und dann den Gleisen der stillgelegten Bahn-Strecke Markkleeberg/Plagwitz folgen. Als Endpunkt war die Schönauer Straße unweit der Schwimmhalle in Großzschocher vorgesehen. Der Volksmund nannte die Verbindung stets Wolfswinkelkurve.

Darüber hinaus hat das Rathaus auch den Südost-Teil des geplanten Mittleren Rings – zwischen Mölkau und Probstheida – auf Eis gelegt. Die offizielle Begründung lautet, dass die Stadt die Verkehrsentwicklung abwarten wolle. Darüber hinaus war aber auch der Widerstand der – je nach Trassenvariante – betroffenen Bevölkerung enorm, ähnlich wie der von Umweltschützern gegen die Auwaldquerung. Dennoch gab es erst vor Kurzem wieder einen Vorstoß von Engelsdorfern und Mölkauern, die erneut den Bau des Mittleren Rings Südost forderten, weil die Autoflut auf den bestehenden Trassen nicht mehr verträglich abgewickelt werden kann.

Wachstumsstarke Städte wie München würden intelligenter vorgehen, argumentieren diese Bau-Befürworter. Die Bayernmetropole fördere nicht nur den Nahverkehr, sondern baue auch ihren Mittleren Ring aus, um mehr Platz für den zunehmenden Verkehr zu schaffen und ihn flüssiger zu machen. Die AfD will darüber in Leipzig möglichst bald wieder öffentlich diskutieren.

Von Andreas Tappert

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