Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Ahoi! Tausende feiern Wasserfest auf und an den Leipziger Wasserstraßen
Leipzig Lokales Ahoi! Tausende feiern Wasserfest auf und an den Leipziger Wasserstraßen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:13 20.08.2017
Auch selbst gebastelte Flöße wurden in Plagwitz zu Wasser gelassen.   Quelle: Foto: André Kempner
Anzeige
Leipzig

 Leipzig ist nicht nur ein Klein Paris, sondern auch ein Klein Venedig. Die Leipziger lieben ihre Wasserstraßen und befahren sie im Sommer rege per Boot. An diesem Wochenende hatten die Verleiher besonders viel zu tun, denn das 17. Leipziger Wasserfest sorgte für zusätzliche Attraktionen entlang der Wasserwege. Per Boot, Rad oder zu Fuß konnten die beiden Haupt-Festorte sowie die dazwischen liegenden „Perlen am Wasser“ wie Klinger-Forum, Bootshaus Westwerk, Kunstkraftwerk oder Riverboat Kulturhafen erkundet werden.

„Leinen los!“ hieß es am Sonntag 11 Uhr am Stelzenhaus auf dem Karl-Heine-Kanal. Beklatscht von Hunderten Zuschauern auf den Brücken und an den Ufern, setzte sich die Bootsparade in Bewegung. Schute Luise vom Verein Wasserstadt Leipzig übernahm die Spitze der rund 40 Besatzungen, die sich zur Sachsenbrücke aufmachten. Manche hatten Sekt, Schnittchen oder sogar einen Grill an Bord. Als treuer Begleiter war „Trabi Schorsch“ mit Schaufelradantrieb wieder mit von der Partie. Neu dabei eine schwimmende Ente mit Tretboot-Modus, ein militärisches Wasserfahrzeug oder das Boot „Emily“ mit Watschelantrieb. Drachenboote, Gummiboote, Flöße, Paddler und Ruderer bildeten einen bunten Mix. „Das gibt schöne Fotos für die vielen Zuschauer“, freute sich Thomas Paarmann, der mit seiner Agentur das Wasserfest organisierte. „Wir hatten zwar schon mehr Teilnehmer, aber wir hatten auch schon weniger. Nicht die Masse, sondern die Klasse ist entscheidend.“

Der Verein Wasserstadt Leipzig lud am Wochenende zum 17. Leipziger Wasserfest ein. Unterhaltung und Entdeckungen boten neben den beiden Haupt-Veranstaltungsorten im Clara-Zetkin-Park und in Plagwitz auch die zahlreichen „Perlen am Wasser“, die per Boot, zu Fuß oder per Rad erkundet werden konnten.

Auf dem Floß „Powerball“ ging Lehrer Mathias Buckl (38) mit seiner Familie an den Start. Den ganzen Sonnabend hatten Papa, Mama und drei Kinder sich im Stadtteilpark Plagwitz ihr Floß selbst gebaut. „Anfangs hatten wir keinen Plan. Aber die Leute vom Wasserstadt-Verein haben uns gut beraten“, so der Familienvater. „Floß bauen macht Spaß“, verkündete Tochter Nele (8). „Mir kam es vor, als hätte es nur fünf Minuten gedauert“, meinte Sohn Niels (6). Überhaupt war das Piratendorf in Plagwitz ein Paradies für Kinder. Kunststoff-Fische aus dem Wassereimer angeln, Armbrust-Schießen, Augenklappen basteln, Seemannsknoten binden oder an einer langen Wasserspielstrecke spritzen, schöpfen, gießen – das machte den Kleinen viel Spaß und war zur Freude ihrer Eltern und Großeltern auch kostenlos. „Wir sind schon seit dem Vormittag unterwegs und bleiben hier, solange es den Kindern gefällt“, sagte ein Oma aus Gohlis mit zwei Enkeln im Alter von 4 und 7 Jahren. „Im Clarapark waren wir auch schon, aber da ist nur teurer Rummel. Hier ist es viel schöner.“

Die Veranstaltungsmeile im Clara-Zetkin-Park rund um Sachsenbrücke und Max-Reger-Allee war allerdings seit Freitag auch sehr stark frequentiert und fand genauso ihre Fans. „In den letzten fünf, sechs Jahren war ich immer hier, vor allem zum Feuerwerk. Am Sonntag bleibe ich bis zum Nachmittag. Ich will die Tanzshow sehen, da ist die Tochter meiner Nachbarin dabei“, erzählte Rentner Wolfgang Hänsch (63). „Nur das Bier ist mit 3,50 Euro zu teuer“, kritisierte er. Auf dem Elsterflutbett lieferten sich die Ruder-Achter der Bundesliga bis in die Dunkelheit spannende Wettkämpfe. Auf der Hauptbühne im Park lief mehr als vier Stunden lang das Finale des großen Nachwuchs-Bandwettbewerbs, das der Singer-Songwriter Jante als Sieger beendete. An der Sachsenbrücke wurde neben dem Fischerdorf auch ein Kunst- und Kreativmarkt geboten. Dort startete als letzter Höhepunkt am Sonntagnachmittag das 15. Leipziger Entenrennen.

Etwas straffer hätte das Fischerstechen ablaufen können. Für Sabine Heymann, Vorsitzende des Vereins Wasserstadt Leipzig, ist dies die Lieblingsattraktion des Wasserfestes: „Weil wir damit eine alte Leipziger Tradition wiederbeleben. Selbst mein Urgroßvater hat schon beim Fischerstechen vorm Reichsgericht mitgemacht, das hat mir mein Vater erzählt.“ Die abendliche Feuerwerksshow litt etwas darunter, dass sie sehr getragen und akustisch kaum verständlich war.

Von Kerstin Decker

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein lauschiger Park, ein abwechslungsreiches Programm, engagierte Organisatoren – und schon kommt ein mitreißendes Volksfest heraus. Das erlebten Zehntausende Besucher bei der 24. Auflage des Schönauer Parkfestes am Wochenende.

20.08.2017

Die alte Propsteikirche in Leipzig ist zehn Monate nach Abschluss des Vertrages endgültig verkauft worden. Wie die Pfarrei St. Trinitatis am Sonntag mitteilte, wurde das Geschäft mit der Zahlung des Kaufpreises abgeschlossen.

04.04.2018

Spanisch für den Beruf lernen, Daumenkinos gestalten oder sich für den Herbst fit machen? All das und noch mehr bietet die Volkshochschule Leipzig im Herbstsemester an, das in der vergangenen Woche gestartet ist.

19.08.2017
Anzeige